Modellbasierte Abschätzung der Verkehrsnachfrage und Erlöse im Netz der KVG

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Dipl.-Ing. Daniel Leonhäuser
Elena Mucha M.A. Geogr.

 

Die KVG beabsichtigte, ihr Liniennetz und Bedienungskonzept grundlegend zu verändern und an die zukünftigen Herausforderungen (z.B. städtebauliche Veränderungen, Nachfrageveränderung) anzupassen. Das Projekt „mobil4kassel – KVG 2020“ widmete sich dieser vielschichtigen Aufgabe, in dessen Rahmen auch die vorliegende Forschungsarbeit beauftragt wurde.

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel hat zur Beantwortung der Fragestellung eine modellbasierte Abschätzung der Verkehrsnachfrage und Erlöse im Netz der KVG erstellt, um die Entscheidungsfindung über die zukünftigen Unternehmensstrategien zu unterstützen. Um einen Konsens über die Ziele der Angebotsoptimierung zu erhalten, wurden verschiedene Planfälle im Rahmen des Forschungsprojekts definiert, untersucht und bewertet. Für jeden Planfall wurden Nachfrage und Erlös bis zum Prognosehorizont 2016 abgeschätzt. Die Modellrechnung lieferte dabei Ergebnisse auf Ebene des Unternehmens und nicht auf Ebene von Linien oder Betriebszweigen und bildete somit die Grundlage für die unternehmensinterne Abwägungen der Zielstellungen sowie für die Diskussion mit Politik und Öffentlichkeit.

Das entwickelte Modell basiert auf der vorhandenen Nachfrage im Netz der KVG im Status quo und bildet Veränderungen im Verkehrsangebot und bei den Fahrpreisen über Elastizitäten ab. Hierfür wurden zunächst Personengruppen gebildet, die in sich ein möglichst homogenes Mobilitätsverhalten aufweisen, insbesondere hinsichtlich der Verkehrsmittelwahl und der Reaktion auf planerische Maßnahmen. Berücksichtigt wurde außerdem die Veränderung der Gruppengröße aufgrund der soziodemographischen Veränderungen der Stadt Kassel bis 2016. Durch sogenannte Preis- und Angebotselastizitäten konnten Veränderungen der Nachfrage bei Preis- oder Angebotsänderungen personengruppenspezifisch berücksichtigt werden.

Das Modell kann somit folgende Einflussfaktoren auf Nachfrage und Erlös abbilden:

  • demographische und sozioökonomische Veränderungen auf Basis der Gesamtstadt bzw. des Binnenverkehrs des KVG-Bedienungsgebietes differenziert nach Personengruppen,
  • Verhaltensänderungen bei Preisveränderungen, differenziert nach Personengruppen,
  • Verhaltensänderungen bei Änderungen im Verkehrsangebot auf Basis der Gesamtstadt bzw. des städtischen KVG-Netzes differenziert nach Personengruppen,
  • Verhaltensänderungen durch veränderte Einstellungen u. ä., differenziert nach Personengruppen.

 

Laufzeit: 5/2012 bis 8/2012
Phase2: 3/2014 bis 5/2014
Phase3: 2/2016 bis 4/2016

Auftraggeber: Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG