Richtungsband-Expressbus-Betrieb (REx-Betrieb)

Dipl.-Ing. Lars Appel

 

Beim Richtungsband-Expressbus-Betrieb wird die Betriebsform des Richtungsbandes soweit modifiziert, dass wesentliche Vorteile des Richtungsbandbetriebs und die des Linienverkehrs verknüpft werden. Der Vorteil des Richtungsbandbetriebs besteht in der Erschließung eines größeren Gebietes, während der Linienverkehr aufgrund einer möglichst direkten und umwegfreien Streckenführung kürzere Reisezeiten ermöglicht. Der REx-Betrieb besteht aus einer direkt geführten Expressbuslinie mit einer begrenzten Anzahl von festen Haltestellen und aus an einer Verknüpfungshaltestelle angehängten Sektoren, die z.B. durch Anruf-Sammel-Taxis (AST) bedient werden.

 

Bild: Schematische Darstellung des REx-Betriebs

Jeder Sektor weist mindestens eine feste Haltestelle auf, nämlich den Verknüpfungspunkt mit der Expressbuslinie.

Für die Zubringerverkehre sind neben AST-Verkehren auch andere Bedienungsformen denkbar.

Ein Nachteil des Busverkehrs gegenüber dem Schienenverkehr in der Fläche besteht darin, dass das Bussystem gegenüber dem Schienenverkehr häufig komplizierte Fahrpläne (mehrere Linienvarianten, unregelmäßige Abfahrtszeiten) aufweist. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass die Streckenverläufe im Gegensatz zu Schienenverkehrsmitteln beim Bus nicht erkennbar sind.

Diese Nachteile sollen durch den REx‑Betrieb zumindest teilweise abgebaut werden, indem die Expressbusse mit klaren und leicht merkbaren Taktzeiten verkehren, die Linienführung der Expressbusse eindeutig ist und die Haltestellen der Expressbuslinien deutlicher hervorgehoben werden. Die wichtigsten Ziele sind daher:

  • Stärkung des straßengebunden ÖPNV in der Fläche;

  • Verbesserung der Mobilität im regionalen Nahverkehr durch eine neuartige Verknüpfung verschiedener Verkehrsarten;

  • Verkürzung der Gesamtreisezeiten der Verkehrsteilnehmer und damit ein attraktiveres ÖPNV-Angebot;

  • Verringerung der Betriebskosten.

Der REx-Betrieb kann, wenn diese Ziele erreicht werden, somit ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Gesamtverkehrssystem in einer Region werden.

Für ein Pilotprojekt im Bereich des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) wurde der Korridor zwischen Homberg (Efze) und Schwalmstadt ausgewählt. Als Verknüpfungspunkt zwischen der Expressbuslinie und den durch AST-Verkehre erschlossenen Sektoren dient Frielendorf.

Vor der Inbetriebnahme des Systems im April 2006 wurden mittels einer Vorheruntersuchung die Rentabilität sowie die Realisierungsmöglichkeit des REx-Betriebs in dem ausgewählten Korridor geprüft. Im Herbst 2006 soll anhand einer erneuten Erhebung eine erste Bilanz gezogen werden, damit ggf. Mängel behoben werden können und um Unterschiede des REx-Betriebs gegenüber der konventionellen Betriebsform zu verdeutlichen.

 

Laufzeit:

01/2003 - 12/2006

Auftraggeber:

Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV), http://www.nvv.de/

Kooperationen:

Schwalm-Eder Kreis / Lokale Nahverkehrsgesellschaft