Umwelt- und Kostenvorteile ausgewählter innovativer Mobilitäts- und Verkehrskonzepte im städtischen Personenverkehr

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Maria Anschütz, LL.M.
Prof. Dr. Anja Hentschel
Willi Loose
Elena Mucha M.A. Geogr.
Prof. Dr. Alexander Roßnagel

 

In Städten und Ballungsräumen stellen die verkehrsbedingten CO2-Emissionen, Lärm- und Luftschadstoffemissionen sowie der Flächenverbrauch des Verkehrs zum Teil eine erhebliche Belastung der Umwelt und des Klimas dar. Um die gesetzlichen Immissionsgrenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit einzuhalten und die Lebensqualität und die Attraktivität von Städten und Ballungsräumen zu steigern, ist eine Reduktion der verkehrsinduzierten Umweltbelastungen unabdingbar. Innovative Verkehrsangebote sind daher wichtiger denn je, um eine Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf den Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) oder energieeffizientere Verkehrsmittel zu erreichen.

Eine Vielzahl urbaner Verkehrsdienstleistungen, die den Umweltverbund stärken und Multimodalität fördern, wurde bereits entwickelt und realisiert, beispielsweise sind Carsharing und öffentliche Fahrradvermietsysteme mittlerweile in zahlreichen Städten vorhanden. Bislang fehlt jedoch eine systematische und vergleichende Analyse dieser Angebote auf ihre tatsächlichen Wirkungen zur Verbesserung der Klima- und Umweltbilanz. Auch wurde bislang nicht untersucht, welche die Erfolgs- und Hemmnisfaktoren bei der Umsetzung sind und wie die Integration der neuen Angebote in den ÖPNV gelingen kann. Das Forschungsprojekt widmet sich diesen Fragestellungen. Neben dem Verlagerungspotenzial und den Emissionseinsparungen wird auch die Flächeneinsparung im ruhenden Verkehr durch integrierte Verkehrsdienstleistungen ermittelt und szenarienbasiert bis ins Jahr 2020 bzw. 2030 prognostiziert. Betrachtet werden deutschlandweit alle Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern.

 

Abstract

Traffic induced carbon dioxide emissions, noise and air pollution as well as land consumption by traffic take a substantial part on pressuring environment and climate in cities and urban agglomerations. In order to meet emission limits for the protection of the citizens’ well-being and to enhance quality of life as well as attractiveness of cities and urban agglomerations it is indispensable to reduce traffic induced environmental pollution. Innovative transport offers are more important than ever to achieve a shift from motorised private transport to ecomobility (Pedestrian and bicycle traffic and public transport) or more energy-efficient vehicles.

A variety of urban transport systems that strengthen ecomobility and stimulate multimodality has already been developed and implemented, for example car sharing and public bike rentals are available by now in numerous cities. However, so far there is no systematic and comparative analysis of these transport offers that takes in account their actual impact on improving environmental balance and carbon footprint. Also, up to now it has not been investigated which are the factors of success and constraint that affect the implementation and integration of the new mobility offers into public transport. This research project is set up to examine these issues. Besides establishing the shifting potential and reduction of emissions, the study will analyse the amount of potential area saving in stationary traffic caused by integrated transport services and forecast these data until the years 2020 and 2030. Across Germany every city with a population over 50.000 inhabitants is considered.

 

Berichte zum Projekt:
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umwelt-kostenvorteile-ausgewaehlter-innovativer
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/effekte-umweltorientierter-verkehrskonzepte-auf-den

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer, Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme

Zuwendungsgeber: Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau 

Projektlaufzeit: 08/2012 bis 10/2015