BASt-Projekt „Lärmarmes Betonsteinpflaster“

Fahrbahnbeläge aus Betonsteinen stellen insbesondere im innerstädtischen Bereich eine etablierte Alternative zu konventionellen Betonfahrbahnbelägen und Asphaltbelägen dar. So werden aus gestalterisch-ästhetischen Gründen und wegen des leichten Aus- und Wiedereinbaus bei Reparaturen (z.B. an Versorgungsleitungen) auch in befahrenen Bereichen im großen Umfang Betonpflasterdecken verwendet. Obwohl sie überwiegend in bewohnten Bereichen zum Einsatz kommen, waren ihre lärmtechnischen Eigenschaften bislang nicht Gegenstand der Forschung und der Produktentwicklung. Zwar gibt es Ansätze geräuschmindernde Fahrbahnbeläge aus einzelnen Betonsteinen herzustellen, allerdings beschränken sich diese Ansätze bislang auf offenporige Strukturen zur Geräuschminderung (z.B. niederländisches Produkt Stilstone). Wesentliche Unterschiede zwischen üblichen Asphalt- und Betonfahrbahndecken und Pflasterbelägen sind ihre Kleinteiligkeit und die dadurch bedingte diskontinuierliche Tragwirkung. Die Tragfähigkeit hängt nicht nur von der Steingeometrie, sondern ganz wesentlich auch von der Art der Bettung, der Fugenweite und der Fugenfüllung ab. Gleiches gilt auch hinsichtlich der zu erwartenden Rollgeräusche. Sie werden nicht nur von der Oberflächentextur der Steine, sondern in hohem Maße vom Abstand der Fugen – d.h. von der Steingröße -, von der Geometrie der Steine – rechteckig oder unregelmäßig geformt, mit oder ohne Fase – sowie von der Breite der Fugen – geprägt. Darüber hinaus spielt die Ebenheit und hier die gegenseitige höhengerechte Lage der Steinoberflächen ohne geräuschrelevante „Stufen“ in Längs- und Querrichtung eine Rolle, d.h. die handwerkliche Qualität beim Verlegen. Und last not least muss eine einmal erreichte Ebenheit auch auf Dauer gesichert sein, was z.B. bei befahrenem Pflaster in herkömmlicher ungebundener Bettung sehr häufig nicht der Fall ist.