Wurzelhemmende Verfüllbaustoffe

Entwicklung selbstverdichtender Verfüllbaustoffe mit hohem Durchwurzelungswiderstand unter bevorzugter Verwendung des entnommenen Bodenaushubs

-zum Schutz von Baumwurzeln und unterirdischer Infrastruktur in urbanen Räumen-

Unterirdisch steht den Stadtbäumen, aufgrund von Leitungen, Rohren und Gebäudewänden, immer weniger Platz zur Ausdehnung des Wurzelwerks zur Verfügung. Auch ein immer größer werdender Anteil von versiegelten und abgedichteten Flächen erschwert den Bäumen die Wasser- und Nährstoffaufnahme sowie den Luftaustausch. Das Bodengefüge der z.T. schlecht verdichteten Leitungszonen bildet dagegen einen erweiterten Lebensraum für das Wurzelwerk. Wurzeln wachsen aber nicht nur in bestehende Porenräume des Bodens, sondern auch in undichte Rohrverbindungen, wo sie zu Verstopfungen, Spannungen und größeren Undichtigkeiten oder Rissen führen können. Kostenintensive Aufgrabungen, baumschädigende Wurzelkappungen und zeitlich aufwendige Reparaturen sind die Folge.
Daraus leitet sich zwangsläufig die Aufgabe ab, eine ausgewogene Koexistenz von Bäumen und unterirdischer Infrastruktur zu erarbeiten. An dieser Stelle knüpft das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsvorhaben an, in dem selbstverdichtende Verfüllbaustoffe mit hohem Durchwurzelungswiderstand unter bevorzugter Verwendung des entnommenen Bodenaushubs zum Schutz von Baumwurzeln und unterirdischer Infrastruktur in urbanen Räumen als Alternative zu verdichtbaren Schüttgütern entwickelt werden sollen. Diese sollen Rohre und Leitungen spannungs- und hohlraumfrei ohne mechanische Verdichtung ummanteln und den Einwuchs von Baumwurzeln in die Leitungszonen unterbinden. So  werden einerseits Rohre und Leitungen vor Wurzeleinwuchs und Schädigungen in Form von Zugschlingen oder Druckstempel und andererseits auch die Bäume vor immer neuen Aufgrabungen und Wurzelkappungen bei Rohrsanierungen geschützt.

Abb. 1: Grabenverfüllung mit wurzelhemmenden Verfüllbaustoff