Aalabstieg

Variante 6 des Aalabstiegs im Labor

Problem

Der europäische Aal ( ) ist in seinem Bestand hochgradig gefährdet. Im September 2007 trat daher die “Aalverordnung” auf europäischer Ebene in Kraft. Sie umfasst einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Sicherung der Art. Eine wesentlichen Forderung darin ist, dass 40% der erwachsenen, wanderstimmigen Tiere (Blankaale) wohlbehalten das Meer erreichen sollen. Dies ist nur erreichbar, wenn die Schädigung oder die Tötung an Wasserkraftanlagen drastisch verringert wird. Eine Lösung ist nur erreichbar, wenn das Einschwimmen in die Turbinenanlage sicher verhindert und ein gut auffindbarer alternativer Wanderweg angeboten wird.

Merkmale des Systems sind:

  • Erzeugung von Strömungsschatten durch
  • Borstenelemente
  • Verteiltes Aufnahmesystem mit geeigneten
  • Strukturen, die die Aale zu den Löchern leiten
  • Bypasssystem auch als Heberleitung
  • Anschluss der Bypassleitung an den Fischpass
  • Kleine Zulaufgeschwindigkeiten und kleiner
  • Gesamtdurchfluss
  • Rückspülmöglichkeit für die Einstiegslöcher

Laborversuche

Der Aalabstieg wurde im Herbst 2008 im Wasserbaulabor der Uni Kassel in 6 Varianten entwickelt. Dabei wurde beobachtet, dass sich Aale stärker von Strukturen als von Strömungen leiten lassen.

Ab Eintrittsgeschwindigkeiten von 0,4 - 0,5 m/s schrecken sie an den Einstiegsöffnungen zurück.

In der besten Variante wurden von 73 Aalen 66 Stück (90,4%) gefahrlos ins Unterwasser geführt. Von den verbleibenden 7 hielt sich nur noch ein kleiner Anteil im Gefahrenbereich vor dem Rechen auf. Da im Versuch der fischschonende Rechen mit 12,5 mm Stababstand verwendet wurde, konnte keines der Versuchstiere den Rechen passieren.

Aalabstieg: Versuchsreihen in der Wasserbauhalle (Herbst 2008)