GhK

Fachbereich 19 (Biologie/Chemie)

Fachschaft

Offener Brief an das HMWK
Anfragen bitte an Nadine Schröder oder Tanja Witte!

Fachschaftsrat
FB 19 Biologie/Chemie
Heinrich-Plett-Straße 40
34132 Kassel

Hessisches Ministerium
für Wissenschaft und Kunst
Postfach 3260
65022 Wiesbaden

Kassel, den 18.01.1999

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es hat sich in unserem Fachbereich eine mißliche und nicht akzeptable Situation eingestellt, auf die wir hier aufmerksam machen möchten.

Im Diplom-Studiengang Biologie ist es notwendig ein Praktikum in Bereich Genetik zu absolvieren, wenn man das Vordiplom ablegen möchte. Nach Auskunft des Leiters des Fachgebiets Genetik (Prof. Nellen) bot das Praktikum in den letzten Jahren ausreichend Platz für die 20 bis 25 angemeldeten Studierenden. In diesem Jahr ist die Zahl jedoch auf fast 40 angestiegen. Für diese Zahl an Studierenden ist die Platz- und Personalkapazität angeblich nicht gegeben. Herr Nellen ist wohl bereit, das Praktikum zwei mal durchzuführen, sieht sich aber nicht in der Lage, dies zu realisieren. Dies hätte zum einen zur Folge, daß die Regelstudienzeit laut Studienordnung nicht mehr eingehalten werden könnte, was bisher ein Kriterium für den Studienstandort Kassel war. Zum anderen würde eine Akkumulation der Studierenden zu diesem Praktikum erfolgen, was die Situation weiterhin verschärfen würde. Die daraus resultierende Problematik wäre verheerend.

Die Finanzierbarkeit des Genetikpraktikums begründete sich in der Vergangenheit auf die tatsächliche Studentenzahl im 3. Semester. Diese haben jetzt jedoch, bei etwa gleichbleibender Zahl an Erstsemestern, deutlich zugenommen.

Leider stellt sich dieses Problem nicht nur der Genetik, sondern auch der Biochemie, die ihre Praktikumsplätze um 1/3 reduzieren mußte.

Herr Nellen weigert sieh, das Niveau des Praktikums auf "das eines Grundkurs in der gymnasialen Oberstufe" zu reduzieren, und die Studentenschaft stimmt dieser Entscheidung uneingeschränkt zu.

Wir erwarten von der Universität, daß uns eine angemessene, konkurrenzfähige Ausbildung geboten wird, die uns realistische Berufschancen eröffnet. Dazu ist eine ausreichende Finanzierung der Lehre notwendig. Wir fordern nun eine angemessene Mittelzuweisung für die Universität bzw. die Abteilungen, damit auch an relativ kleinen Universitäten wie Kassel eine qualitativ hochwertige Ausbildung möglich ist.

Sowohl Herr Nellen, als auch die Präsidialverwaltung der Universität haben für unser Anliegen Verständnis. Beide sind jedoch der Ansicht, daß das Ministerium die Verantwortung ablehnen und an die Universität und den Fachbereich zurückgeben wird. Obwohl wir keinen vollständigen Überblick über die finanzielle Situation der Universität haben, entsteht bei uns der Eindruck, daß das Ministerium für Wissenschaft und Kunst auf Kosten der Ausbildungsqualität an allen Ecken und Enden spart. Dieser Eindruck wurde von mehreren Hochschullehrern bestätigt (Herr Prof. Wolfgang Nellen, Abt. Genetik; Herr Prof. Hartmut Follmann, Abt. Biochemie; Herr Prof. Friedrich Schmidt, Abt. Mikrobiologie und Herr Prof. Jörg- Peter Ewert, Abt. Neurobiologie).

Da das Praktikum bereits Ende Februar stattfindet, bitten wir Sie, unser Anliegen umgehend zu bearbeiten, damit rechtzeitig ein zweites Praktikum angesetzt werden kann. Wir müssen uns sonst andere Maßnahmen einfallen lassen, um unser Studium zu sichern.

Wir erwarten Ihre Antwort spätestens zum 31.01.1999. Wir sind telefonisch unter der Nummer 0561/804-4468 zu erreichen. Außerdem privat unter 0561/4002022. Sie können unter der selben Nummer auch ein Fax schicken. Per eMail sind wir unter naschroe@student.uni-kassel.de zu erreichen. Natürlich können Sie auch die Abteilung Genetik kontaktieren: Tel: 0561/804-4805, oder Fax: 0561/ 804-4800

Mit freundlichen Grüßen

Der Fachschaftsrat

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Kritik, Anregung, verantwortlich und mehr ... Cornelius R. Bartke
(letzte Änderung am 30.01.1999)