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Nach Abschluß des zweiten LehrerLabs geben wir hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlußfolgerungen.
Folgende Experimente wurden durchgeführt:
* Dieses Experiment (DNA Isolierung) kann zur Zeit noch nicht in der Schule durchgeführt werden
Die Teilnehmer befanden, daß alle Experimente prinzipiell in der Schule durchführbar sind. Die Abteilung Genetik ist bereit, am Versuchstag über eine "Hot-Line" beratend zur Verfügung zu stehen. Die rechtlichen Voraussetzungen sowie die Sicherheitsbedingungen an den Schulen sind gegeben. Zeitlich sind einzelne Experimente bei guter Vorbereitung in ein bis zwei Unterrichtsstunden zu schaffen. Erste Erfahrungen dazu werden in den nächsten Wochen gesammelt.
Weiterhin wurde eine Koordination der Experimente an verschiedenen Schulen vorgeschlagen. So könnte beispielsweise die E. coli Transformation an einer Schule durchgeführt werden, die PCR an einer anderen und die Plasmid-Präparation wieder an einer anderen Schule. Eine Weitergabe des Ausgangsmaterials wäre wünschenswert. Im Idealfall könnte die Auswertung der Experimente in einer gemeinsamen Unterrichtsstunde aller beteiligten Klassen/Kurse durchgeführt werde. Für die Koordination der Versuche, allgemeinen Fragen zu gentechnischen Experimenten an der Schule und besonders den LehrerLab-Experimenten hat sich Frau Mareile Wilk zur Verfügung gestellt:
Für die Experimente können die folgenden Geräten über die Abteilung Genetik leihweise zur Verfügung gestellt werden:
Für die Geräte wird eine erschwingliche Leihgebühr (ca. 20.- bis 30.-DM) erhoben, die ausschließlich für Instandhaltung und eventuelle Erweiterung der Leihgeräte verwendet wird (es werden beispielsweise dringend weitere Pipetten benötigt, Preis ca. 280.-DM pro Stück!).
Die benötigten Reagenzien und Materialien können von der Abteilung Genetik zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Wir können entsprechend kleine Mengen, die für einen Kurs ausreichen, abfüllen und einzeln oder als Kits ausgeben. Eine "Preisliste" schicken wir gerne auf Anfrage zu. Ebenso verschicken wir gerne das LehrerLab Script gegen eine Gebühr von 10.-DM.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß die Materialien und Gerät zunächst bevorzugt an Teilnehmer des ersten und zweiten LehrerLabs oder ähnlicher Veranstaltungen ausgegeben werden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Wolfgang Nellen (eMail: nellen@uni-kassel.de)
Eine Woche lang haben Lehrer regionaler Schulen und Lehramtskandidaten der Universität Kassel Experimente erprobt, die es erlauben, Gentechnik im Schulunterricht nicht nur theoretisch sondern auch praktisch zu vermitteln. Die Teilnehmer waren sich einig, daß die oft emotionale Diskussion über Gentechnik durch bessere Grundlagen und experimentelle Erfahrungen versachlicht und präzisiert werden kann.
Die Fortbildungsveranstaltung wurde unter der Bezeichnung "LehrerLab" bereits zum zweiten mal von der Abteilung Genetik der Universität Kassel veranstaltet. Die Teilnehmer "heilten" ein Gen in dem Bakterium E. coli und zeigten, daß es wieder funktionsfähig war. Weitere Experimente konzentrierten sich darauf, innerhalb der großen Menge an genetischer Information eines Bakteriums diese eine gentechnische Veränderung molekularbiologisch nachzuweisen. Die gleiche Methodik wurde schließlich eingesetzt, um gentechnisch veränderten Mais im Schokoriegel "Butterfinger"® nachzuweisen. Zusätzlich wurde ein Experimentierkit der Firma Bio-Rad eingesetzt, das ein Modellsystem zum genetischen Fingerabdruck anbietet.
Der technische Aufwand für solche Experimente in der Schule ist relativ hoch. Die Kursteilnehmer haben in dem Praktikum jedoch die Erfahrungen erworben, um die Experimente in der Schule kompetent durchführen zu können. Die erforderlichen Geräte stehen durch den Blue-Genes-Koffer, der vom Verband der Chemischen Industrie gestellt wurde, zur Verfügung. Die Universität Kassel hat zusätzlich die Beschaffung eines modernen Geräts ermöglicht (PCR-Maschine), das an Schulen ausgeliehen werden kann und dort beispielsweise Experimente zum Nachweis gentechnisch veränderter Nahrungsmittel erlaubt. Die Abteilung Genetik liefert umfangreiche Pakete an Verbrauchsmaterialien, die die Experimente im Unterricht auch finanziell realisierbar machen.
Seit dem Erscheinen des Blue-Genes-Koffers vor wenigen Wochen hat die Universität Kassel damit erstmals eine Fortbildungsveranstaltung angeboten, die Lehrer an diesen Experimenten und an interessanten Erweiterungen ausbildet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Praktikums waren Sicherheitsfragen zur experimentellen Arbeit im Unterricht. Mit einigen Nachfragen bei den entsprechenden Behörden konnte geklärt werden, daß alle Experimente rechtlich und sicherheitstechnisch an Schulen durchgeführt werden können.
Ein weiteres Resultat des LehrerLabs war die Entwicklung von Konzepten zu einer Vernetzung der regionalen Schulen bei der Durchführung von Experimenten. Weil aus zeitlichen Gründen eine größere Versuchsreihe mit einer Klasse nicht durchführbar ist, können verschiedene Aspekte eines Experiments an unterschiedlichen Schulen durchgeführt und schließlich gemeinsam ausgewertet werden.
Von allen Teilnehmern wurde bedauert, daß das vor einiger Zeit vorgeschlagene Modell eines mobilen Labors (MobiLab), das effizient und kostensparend die Schulen der Region mit Geräten, Materialien und Expertise versorgen sollte, bisher nicht realisierbar war. Dennoch waren die Teilnehmer des LehrerLabs optimistisch, die Experimente des Praktikums erfolgreich in der Schule einsetzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts leisten zu können.
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