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Bio-Tech-Mobil in Hessen
Im Januar und Februar 1999 wird das Bayerische Bio-Tech-Mobil Hessen besuchen. Es wird dort verschiedene Schulen anfahren und Schülern die Gelegenheit bieten, molekularbiologische und biotechnologische Experimente durchzuführen.
Die Nachricht hat, vor allem in Nordhessen, zu einiger Verwirrung und Verärgerung geführt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen hatten wir vor fast drei Jahren ein ähnliches Konzept vorgeschlagen (MobiLab), das aber (trotz guten Willens des Kultusministeriums) nicht finanziert wurde. Umso größer war jetzt die Überraschung, daß für einen kurzen Einsatz des bayerischen Projekts viel Geld bezahlt wird (ca. 150.000.-DM für 6 Wochen), während das MobiLab mit einem umfangreichen Beiprogramm mit weniger als 1 Mio. für 3 Jahre veranschlagt war). Es sollte auch daran erinnert werden, daß das MobiLab einige Zeit vor dem bayerischen Bio-Tech-Mobil in Planung war. Das Land Hessen hat damals leider die Chance vertan, dieses innovative Projekt als erstes zu realisieren.
Wie unsere Recherchen ergaben, wird der Einsatz des Bio-Tech-Mobils aus Mitteln der Industrie und der Hessischen Technologie-Stiftung, nicht aber aus Mitteln des Kultusministeriums finanziert.
Obwohl Unmut bei den Schulen und auch bei uns nicht ganz unverständlich ist, gilt es, mit der Situation sehr behutsam umzugehen. Wir wollen nach wie vor das MobiLab einrichten, um den Unterricht an hessischen Schulen nachhaltig zu verbessern. Der Einsatz des Bio-Tech-Mobils kann uns auf diesem Weg helfen. Wir empfehlen folgendes Vorgehen:
- nutzen Sie das Angebot und melden Sie Bedarf für einen Besuch des Bio-Tech-Mobils an Ihrer Schule an,
- besuchen Sie die Veranstaltung zur Vorstellung des Bio-Tech-Mobils am 7. Dezember in Wiesbaden,
- Nutzen Sie den Besuch des Bio-Tech-Mobils am 13./14.1. an der Offenen Schule Waldau oder am 18.1. an der Modellschule Obersberg, Bad Hersfeld
- kommentieren Sie gegenüber dem Laborleiter des Bio-Tech-Mobils Ihre Meinung und betonen Sie, daß die Schulen ein nachhaltiges Programm mit fester Anbindung an Experten brauchen,
- stellen Sie klar, daß ein einmaliger Besuch zwar eine nette Sache ist, aber keinen grundlegenden Einfluß auf die Verbesserung des Unterrichts haben kann,
- machen Sie deutlich, daß Schulen selbst die Versuche durchführen und in den Unterrichtsplan integrieren müssen und das dazu die Unterstützung von Experten mit Erfahrung und Materialien erforderlich ist.
Ich habe die Hoffnung, daß wir bei richtigem Vorgehen gute Chancen haben, Sponsoren für das MobiLab zu finden. Wir sind bei verschiedenen Stellen auf Interesse gestoßen und Vorgespräche stehen in den nächsten Wochen an. Helfen Sie dabei, das MobiLab zu realisieren und artikulieren Sie immer wieder den Bedarf an einer fundierten und nachhaltigen Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts!
Mit besten Grüßen!
Wolfgang Nellen
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Universität Kassel FB19 Biologie/Chemie - AG Genetik Prof. Dr. Wolfgang Nellen Heinrich-Plett-Straße 40
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