MobiLab
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MobiLab
(Mobiles, molekularbiologisches Labor)
Konzept zur Vernetzung von Forschung, Lehrerausbildung,
Lehrerfortbildung und Schulen.
Eine Initiative der Abteilung Genetik, Universität
Kassel
in Zusammenarbeit mit regionalen Schulen
und dem Hessischen Institut für Lehrerfortbildung (HILF).
[Beschreibung]
[Kontakte] [Ziele]
[Förderung]
[Schulversuche]
Projektbeschreibung |
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Das Konzept MobiLab entstand aus einer
Lehrerfortbildungsveranstaltung der Abt. Genetik
an der Universität Kassel im September/Oktober 1996 (LehrerLab).
Dabei zeigte sich der Bedarf und der Wunsch von Lehrern an regionalen Schulen,
den Unterricht in moderner Biologie effektiver, praktischer und anschaulicher
zu gestalten. Gleichzeitig wurde deutlich, daß Ausbildung und/oder
Fortbildung von Lehrern dazu oft nicht ausreicht und die Ausstattung von
Schulen (sowohl mit Geräten als auch mit Verbrauchsmitteln) unzureichend
ist, um selbst einfache Versuche der Molekularbiologie durchzuführen.
Dadurch entstehen Defizite in Kenntnissen, praktischen Erfahrungen und
solider Kritikfähigkeit in einem Bereich, der nicht nur im Zentrum
der öffentlichen Diskussion steht, sondern auch eine wichtige Rolle
in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands spielt.
Das Konzept "MobiLab" versucht eine Lösung
durch Integration der Bereiche Forschung, Lehrerausbildung, Lehrerfortbildung,
Schülenausbildung und öffentlicher Information.
Das Projekt soll durch die folgenden Maßnahmen
realisiert werden:
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Bündelung finanzieller Resourcen zur Verbesserung
des Schulunterrichts in Form eines mobilen Labors, das den Schulen der
Region moderne Geräte und Verbrauchsmittel für Schulversuche
zur Verfügung stellt.
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Verfügbarkeit fachlicher Expertise durch den
Leiter des MobiLabs und Mitarbeiter im Projekt (Staatsexamenskandidaten,
s.u.)
-
Bündelung und zentrale Konzentration von Erfahrungen
und Lehrmaterialien die sich aus dem Projekt ergeben im MobiLab.
-
Anbindung an die aktuelle Forschung durch Vergabe
von Staatsexamensarbeiten, die Laborexperimente an die Gegebenheiten der
Schulen anpassen sollen.
-
Optimierung des Schulunterrichts durch Vergabe von
Staatsexamensarbeiten, die Lehrmaterialien (z.B. Lehrvideos) im Rahmen
des MobiLabs erstellen sollen.
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Unbürokratische Verbindung zwischen Lehrerausbildung
und Schulpraxis durch direkte Erprobung der Examensarbeiten in den Teilnehmerschulen.
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Kontinuierliche Fortbildung von Lehrern durch LehrerLabs
und die Teilnahme von Lehrern am Vortragsangebot der Hochschule.
-
Ausarbeitung eines Curriculums für den modernen
Biologieunterricht an den Teilnehmersschulen der Region.
-
Workshops der Teilnehmer (Schüler, Lehrer,
Studenten, Wissenschaftler) zur kontinuierlichen Evaluation und Anpassung
des Projekts an die Gegebenheiten.
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Öffentliche Vorträge zu Themen des MobiLabs
und angrenzenden Bereichen von eingeladenen Experten auf dem jeweiligen
Gebiet.
-
Anfertigung von "selbständigen Hausarbeiten"
durch Schüler im Rahmen des MobiLabs (Arbeiten, die in die
Bewertung von Abiturleistungen eingehen).
Kontakte
/ Kooperationen |
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das LehrerLab 1996 hat zu einem guten Kontakt
der Abteilung Genetik zu den regionalen Schulen geführt, daraus resultierte
beispielsweise die gemeinsame Ausarbeitung des Konzepts.
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durch diese Schulkontakte nehmen Lehrer aus Eigeninitiative
vermehrt das Angebot der Abteilung an wissenschaftlichen Vorträgen
an,
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die Abteilung Genetik wird vermehrt gebeten, an
schulischen Projekttagen teilzunehmen, Laborführungen zu veranstalten,
das Berufsfeld für Biologen an Schulen darzustellen und Vorträge/Diskussionen
zu molekularbiologischen/gentechnischen Themen anzubieten.
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die Abteilung Genetik hat, auf mehrfachen Wunsch,
begonnen, Berufspraktika für Schüler durchzuführen
-
die ersten Staatsexamenskandidaten haben Interesse
an dem Projekt gezeigt und die ersten Arbeiten im Rahmen des MobiLabs
sind in Vorbereitung.
Die Abteilung Genetik ist entschlossen, das Projekt,
unabhängig von externen Förderungen, im möglichen Rahmen
durchzuführen. Der Effekt kann ohne ausreichende Finanzierung jedoch
nur punktuell sein und beispielsweise die Situation an ein bis zwei Schulen
der Region teilweise verbessern. Dies wird teilweise durch den idealistischen
Einsatz von einzelnen Lehrer und von Mitarbeitern der Abteilung Genetik
möglich sein.
Das MobiLab-Konzept ist zunächst
als Nordhessische Initiative zu sehen, wir haben jedoch bereits jetzt mit
einer überregionalen Einbindung begonnen. Neben der Zusammenarbeit
mit HILF bestehen Kontakte
-
zur GBM (Gesellschaft für Biochemie und
Molekularbiologie), die ein dezentrales Aus- und Fortbildungsprogramm
für Lehrer entwickelt,
-
zum bayerischen VDBiol, der in Zusammenarbeit
mit der Universität und der Industrie das "Genmobil" als Demonstrations
und Informationseinrichtung entwickelt hat.
-
Kontakte zum hessischen VDBiol sind initiiert.
-
über das Computernetzwerk
der GBM (das von der Abteilung Genetik der Universität Kassel
organisiert wird) bestehen Kontakte zu anderen Hochschulinstituten, die
in der Lehrerausbildung und Fortbildung aktiv sind.
Bei ausreichender Förderung erwarten wir
mittelfristig eine Koordination und Zusammenfassung der regionalen Initiativen
über die Grenzen von Bundesländern hinaus. Das Ziel des MobiLabs
und der erwarteten Folgeentwicklungen ist einerseits eine allgemeine Verbesserung
des öffentlichen Informationsstandes im Bereich der Molekularbiologie/Gentechnik,
andererseits ein Beitrag zur Ausbildung qualifizierter Fachkräfte
für Schule und Forschung.
Langfristig sollte eine Übertragung des
Konzepts auf andere naturwissenschaftliche Fächer angestrebt werden.
Förderung
(Stand 1998) |
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Zur Realisierung der Maßnahmen des Projektes
wurde ein Förderantrag an die Bund-Länder-Kommission (BLK) gestellt,
der hauptsächlich Personalkosten und Verbrauchsmittel sichern soll
(derzeitiger Stand). Für die Ausstattung
des Labors und das Fahrzeug werden zur Zeit Sponsoren gesucht. Die Universität
Kassel stellt ein angemessenes Labor zur Verfügung, das Staatsexamenskandidaten
und dem Leiter des MobiLabs für die Ausarbeitung und Entwicklung
von Schulversuchen dient. Weiterhin stellt die Universität eine Basisfinanzierung
für die Geräteausstattung zur Verfügung. Organisatorisch
kann das MobiLab auf die Resourcen von HILF zurückgreifen.
Trotz aller positiver Beurteilung hat sich jetzt
gezeigt, daß eine Finanzierung des MobiLab über die Bund-Länder-Kommission
(BLK) nicht erfolgen kann. Die wesentlichen Gründe dafür liegen
m.E.:
-
in einer falschen Einschätzung der Situation
und des Förderbedarfs. Von der BLK Projektgruppe "Innovation im
Bildungswesen" wurden Förderpakete geschnürt, in die ein innovatives
Projekt wie das MobiLab nicht paßt. Die Förderung durch
den Bund wurde pro Projekt auf ca. 96.000.- DM festgelegt (davon, nach
meiner Berechnung ca. 25.000.- DM für "Koordination und zentrale wissenschaftliche
Begleitung"!).
-
Die TIMSS Studie, die einen gewaltigen Nachholbedarf
im Naturwissenschaftlichen Unterricht in Deutschland zeigte, bezog sich
meines Wissens hauptsächlich auf die Sekundarstufe I, daraus folgte,
daß die BLK-Gruppe ihre Aktivitäten (fast) ausschließlich
auf die Sekundarstufe I konzentrierte. Die eventuelle Notwendigkeit, spezielle
Projekte wie das MobiLab zunächst in höheren Stufen anzusiedeln,
wurde nicht gesehen.
-
Die Expertengruppe stellte im Gutachten "Steigerung
der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" fest,
daß man die notwendige Expertise (für das Projekt) selten in
Universitäten findet, die Projektgruppe rät deshalb gerade
nicht zu einer systematischen Zusammenarbeit mit Universitäten und
Fachgesellschaften.
Damit war eine Förderung des MobiLab
(trotz großer Unterstützung durch das Hessische Kultusministerium)
aussichtslos.
Stand
des Projektes 2000 |
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Wir haben bis März dieses Jahres erstmals
in größerem Umfang molekularbiologische Schulprojekte an 8 hessischen
Schulen durchgeführt und personell betreut. Dazu kamen bisher 3 Kurzkurse
in unserem Labor. Die Kosten für die Schulprojekte lagen zwischen
700 und 1900 DM (1,5 bis 3 Tage) und konnten von den Schulen meist über
Sponsoren aufgebracht werden. Die Problematik der Finanzierung ist uns
durchaus bewußt. Die mangelnde Förderung durch das Land Hessen
und andere Institutionen ist besonders enttäuschend, wenn man die
Ausgaben für das BiotechMobil und in diesem
Jahr für das neue Life Science Mobil
betrachtet. Beachten Sie unbedingt die Informationen zu dieser Aktion!
Anfragen richten Sie bitte an:
Universität
Kassel
FB18 Institut für Biologie - AG Genetik
Prof. Dr. Wolfgang
Nellen
Heinrich-Plett-Straße 40 34132 Kassel
Tel.: (0561) 804 4805
Fax: (0561) 804 4800 |