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Ariadne 57
Über die Grenzen hinweg? Vom Umgang der Frauen(bewegungen) mit Grenzen.
Redaktion: Anne-Laure Briatte-Peters / Dr. Kerstin Wolff
Grenzen sind "in". Dies zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass sowohl die Schweizerischen Geschichtstage als auch der Deutsche Historikertag, die beide 2010 stattfinden, jeweils dem Motto "Grenzen" und "Über Grenzen" gewidmet sind
Dabei wird von Anfang an klar gemacht, dass dieses Thema breite Zugänge zulässt und sowohl territoriale und zeitliche Dimensionen berücksichtigt wie auch den symbolischen Charakter von Grenzen zur Diskussion stellt. Auch sprachlich wird dies deutlich. Grenzen ziehen - Grenzen überwinden - Grenzen darstellen - Grenzen aufrechterhalten (ebenfalls: beachten, erkennen, aufheben), viele weitere (sprachliche) Verbindungen mit Grenzen sind denkbar.
In allen Ansätzen wird deutlich, dass Grenzen auf kulturellen bzw. gesellschaftlichen Konventionen beruhen. Wenn dem so ist, "dann ist klar, warum das Statische, das wir gewöhnlich a priori als Grenze verstehen, eigentlich immer ein Dynamisches war und ist, und dass sich Grenzen im Lauf der Zeit verändern, ja sogar in ihr Gegenteil verkehren können." (Über die Grenze, hrsg. von Thomas Gimesi und Werner Hanselitsch, Münster 2008, S. X.)
Ariadne - Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, ist die Zeitschrift der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung und erscheint zwei Mal im Jahr. Im Zentrum der verschiedenen Hefte stehen immer die (historischen) Frauenbewegungen und die mit diesen Bewegungen verbundenen Ideen und Theorien. In diesem Heft soll dem Umgang dieser Bewegungen mit Grenzen nachgegangen werden. Dabei sind die Überschreitungen dieser Grenzen ebenso von Bedeutung wie deren Herstellung und Infragestellung, denn Grenzen lassen sich "auf vielerlei Art ziehen, können auf vielerlei Art gedacht und vermittelt werden." (Annegret Waldner: Das nicht grenzenlose Vergnügen, in: Über die Grenze, S. 145.)
Folgende Fragen könnten dabei im Zentrum des Heftes stehen:
- Wie gehen/gingen die Frauen(bewegungen) mit den vorliegenden territorialen, sozialen und symbolischen Grenzen um? Beachtung, Spiel, Ausnutzung, Provokation? Und mit den Grenzen in den eigenen Reihen?
- Welche Konzepte von Geschlechts-Grenzen werden von den verschiedenen Flügeln der Frauenbewegungen aufgestellt und favorisiert?
- Welche Grenzen ziehen die Frauen(bewegungen) selber, um sich in der eigenen Gruppe zu vergewissern und um andere auszuschließen?
- An welche Grenzen stoßen sowohl einzelne Protagonistinnen als auch die verschiedenen Flügel der Frauenbewegungen? Welche Grenzen werden ihnen wann entgegengesetzt? Welche Strategien entwickeln sie, um diese zu überwinden? Wann gelingt dies und wann nicht? Welche Grenzen erkannten sie nicht?
- In welchen Bereichen ist es den Frauen(bewegungen) gelungen, Grenzen zu verschieben oder gar aufzuheben? In welchen nicht?
- Haben die Frauen(bewegungen) bewusst oder unbewusst Grenzen konsolidiert oder neue Grenzen erschaffen?
- Welche Grenzen (territoriale, soziale, symbolische) wurden von wem neu definiert?
Geplante Beiträge
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Irene Bandhauer-Schöffmann
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Iwona Dadej
Sonderwege oder nur andere Wege der polnischen Frauenbewegung um 1900?
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Dominique Grisard
Grenzziehungen und die Verschränkung von Nation, Bildung und Geschlecht: Russische Studentinnen in der Schweiz zwischen 1870 und 1910
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Angelique Leszczawski-Schwerk
Grenzüberwindung versus Grenzziehung - kulturelle Kontakte und Interaktionen polnischer, ukrainischer und jüdischer Frauen im österreichischen Galizien um 1900
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Andreas Schneider
Feministische Transgressionen und mediale Grenzziehungen. Zum Wechselverhältnis von Neuer Frauenbewegung und Massenmedien in der Bundesrepublik der 1970er Jahre am Beispiel Alice Schwarzers
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Vojin Saša Vukadinovic
Antifeminismus als Diskreditierungsstrategie. Über staatliche Bewertungen des Linksterrorismus in der BRD
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Anne-Laure Briatte-Peters
Über die Grenzen hinweg? Vom Umgang der Frauen(bewegungen) mit Grenzen.
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Marion Röwekamp
Gedachte Grenzen. Die Ehescheidungsrechtsforderung des Bundes deutscher Frauenvereine in der Weimarer Republik
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Kathrin Stern
Fluide Grenzen?! Die Grenzen des Widerstandes der "Frauen für den Frieden/Ostberlin"
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Brigitte Rath
Olga Misar (Wien 1876-London 1950), Vielfältige Grenzüberschreitungen.
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Rebekka Denz
Zwischen russischer Steppenfurie und Idealtyp einer Revolutionärin: Das bewegte Leben der Sozialistin Sarah Rabinovitsh
Ansprechpartnerin für dieses Heft: Dr. Kerstin Wolff
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