Praktika für Flüchtlinge

Um die Fertigkeiten eines Flüchtlings möglicherweise für eine Ausbildung zu erproben, können Praktika im Rahmen der Berufsorientierung durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um die Bewilligung einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung.

Wichtig zu unterscheiden ist jedoch, ob es sich bei Flüchtlingen bereits um Asylberechtigte handelt oder um Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde (sog. Geduldete) bzw. über deren Antrag noch nicht entschieden ist (sog. Asylbewerber). Bei Asylberechtigten ist das Jobcenter die verantwortliche Behörde, beim restlichen Personenkreis die Bundesagentur für Arbeit. Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich ohne Einschränkungen ein Praktikum zur Berufsorientierung aufnehmen. Geduldete und Asylbewerber dürfen generell mit Erlaubnis der Ausländerbehörde ein Praktikum zur Berufsorientierung aufnehmen. 

Für ein Praktikum zur Berufsorientierung von bis zu drei Monaten ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nicht erforderlich. Geduldete dürfen in diesem Fall sofort mit dem Orientierungspraktikum beginnen. Für Asylbewerber beträgt die Wartefrist drei Monate. Für ein Praktikum zur Berufsorientierung von mehr als drei Monaten ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Die Wartefrist beträgt in diesem Fall für Geduldete und Asylbewerber drei Monate.

Praktika zur Berufsorientierung von bis zu drei Monaten unterliegen nicht dem gesetzlichen Mindestlohn.



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Dorothee Bischoff

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