Förderung von Wissenschaft und Forschung in Europa

Hintergrund

Im Juni 2010 lief nach zehn Jahren die Lissabon Agenda für Wachstum und Beschäftigung ab und die Strategie "Europa 2020" trat dafür in Kraft. Die vom Europäischen Rat verabschiedete Strategie solle „intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ mit einer besseren Koordinierung der nationalen und europäischen Wirtschaft sichern. Für den Nachfolger des 7. Forschungsrahmenprogramms, das 2013 ausläuft, kann eine moderate Steigerung des bisherigen Budgets von 50 Mrd Euro erwartet werden.

Motivation

Somit bleibt EU-Forschungsförderung ein wichtige Alternative, mit dem die WissenschaftlerInnen der Universität Kassel Drittmittel einwerben können. Daneben sollte auch betont werden, dass EU-Kooperationsprojekte ein hervorragendes Instrument des Networking darstellen. Durch Konsortien mit Partnern aus vielen europäischen Ländern und auch aus Drittstaaten kann eine Voraussetzung für wissenschaftliche Exzellenz geschaffen werden.


Bereiche des 7. Forschungsrahmenprogramm

COOPERATION (Budget 32.4 Mrd. Euro)
Transnationale Forschungs- und Verbundprojekte werden in diesem Programmbereich gefördert. Hier gibt es auch Möglichkeiten, Internationale Zusammenarbeit mit Drittländern, sog. International Cooperation Partner Countries zu fördern.

Explizite Hinweise hierzu finden Sie zu den Programmaufrufen der einzelnen Teilbereiche:

  1. Gesundheit
  2. Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie
  3. Informations- und Kommunikationstechnologien
  4. Nanotechnologien, Werkstoffe und Produktionsverfahren
  5. Energie
  6. Umwelt (einschließlich Klimaforschung)
  7. Verkehr (einschließlich Luftfahrt)
  8. Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
  9. Weltraum
  10. Sicherheit


IDEAS (Budget 7.5 Mrd. Euro)
Ideen werden durch den Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) umgesetzt. Die Forschungsthemen werden durch den Antragsteller bestimmt (bottom-up), hier werden vor allem risikoreiche, interdisziplinäre Projekte oder sogenannte „Pionierforschung“ angesprochen.

 

PEOPLE (Marie-Curie Actions, Budget 4.8 Mrd. Euro)
Die Forscherausbildung und -weiterbildung, die Karriereentwicklung und die Mobilität von Forschern innerhalb Europas stehen im Fokus dieses Programmbereichs. Forschungsaufenthalte können auch über die Grenzen Europas hinaus gefördert werden oder der Aufenthalt eines internationalen Gastwissenschaftlers kann finanziert werden.

 

CAPACITIES (Budget 4.1 Mrd. Euro)

Europaweit soll der Auf- und Ausbau von Forschungs- und Innovationskapazitäten gefördert werden sowie der Zugangs zu Forschungsinfrastrukturen verbessert werden.


Auswahl an weiteren EU-Fördermöglichkeiten

Umwelt- und Naturschutz im LIFE+ Programm (Budget 2.1 Mrd. Euro)
Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit wird die Entwicklung und Durchführung der Umweltpolitik und des Umweltrechts der EU gefördert. Das Programm LIFE+ gliedert sich in drei Teilbereiche:

1. LIFE+ „Natur und biologische Vielfalt“
2. LIFE+ „Umweltpolitik und Verwaltungspraxis“
3. LIFE+ „Information und Kommunikation“

 

Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) zur forschungsintensiven Produktentwicklung (Budget 3.6 Mrd. Euro)
Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) zur forschungsintensiven Produktentwicklung (Budget 3.6 Mrd. Euro)
Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) zur forschungsintensiven Produktentwicklung (Budget 3.6 Mrd. Euro)Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), deren forschungsintensive Produktentwicklung gefördert wird. Als Universität kann man sich hier mit einer Partnerschaft am Forschungsvorhaben beteiligen. Das Programm gliedert sich in drei Teilbereiche:

1. Unternehmerische Initiative und Innovation (EIP)
2. Unterstützung der Politik für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Förderprogramm)
3. Intelligente Energie - Europa (IEE)

 

Öko-Innovation (ein Teil des CIP)
In Abgrenzung zum LIFE+ Programm liegt hier der Schwerpunkt auf Produktentwicklung im Bereich des Wertstoff Recyclings, Entwicklungen bezogen auf Öko-Gebäude, im Nahrungsmittelsektor bzw. allgemein im „greener business“.



Public-Private-Partnership-Initiativen für umweltfreundliche Technologien (Budget 7.2 Mrd. Euro)

Umweltfreundliche Technologien sollen durch Innovationsförderung entwickelt werden, wobei der öffentliche Sektor zusammen mit dem privaten Sektor Fördermittel zu Verfügung stellen. Drei Initiativen wurden entworfen:

1. Factories of the Future (FoF): eine Initiative zu "Fabriken der Zukunft"
2. Energy-efficient Buildings (EeB): eine Initiative für energieeffiziente Gebäude
3. Green Cars (GC): eine Initiative für umweltgerechte Kraftfahrzeuge

 

Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen z.B. LEONARDO DA VINCI (Budget ~ 7 Mrd. Euro)
Der Austausch von Lehrenden und Lernenden aller Altersstufen sowie die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen wird in diesem Programm gefördert. Die Maßnahme für Lebenslanges Lernen umfasst den lebensbegleitenden Bildungsweg von der Schule über die Hochschule und Berufsbildung bis zur Erwachsenenbildung.

 

Future and emerging technologies – FET open und FET proactive
Im Programm Information & Communication Technologies (ICT) der Förderachse ‚Kooperation’ wurde ein Teilgebiet ‚Future and emerging technologies’ (FET) hervorgehoben. Pionierforschung für neue, wegweisende Informations- & Kommunikations-Technologien kann im Rahmen von „Bottom-up“ Calls (FET-Open) oder „Top-down“ Calls (FET-Proactive) gefördert werden.

 

Kultur-Programm 2007-2013
Europäische Kooperationen der verschiedensten Kultureinrichtungen u.a. Theater, Museen, Forschungszentren, Hochschulen und Behörden sollen gefördert werden. Der Cultural Contact Point Germany ist die nationale Kontaktstelle für das europäische Förderprogramm KULTUR.

 

ERA-NET bzw. ERA-NET PLUS
Die Fragmentierung des Europäischen Forschungsraums (EFR) solle überwinden werden, indem nationale / regionale Forschungsaktivitäten der einzelnen Förderinstitutionen (z.B. DFG) besser aufeinander abgestimmt werden. Innerhalb der themenbezogenen ERA-NETs finden Programmaufrufe zu Projektanträgen statt.

 

Gemeinsame Technologieinitiativen (JTI)
Die Gemeinsamen Technologieinitiativen (JTI) sind neue Instrumente der strategischen Identifikation von forschungspolitischen Zukunftsfeldern in Europa. Die Einwerbung von Mitteln erfolgt im Rahmen von Ausschreibungen innerhalb der einzelnen JTIs.