Diversity

Die Universität Kassel versteht sich als geschlechtergerechte, familiengerechte, offene, inklusive und interkulturelle Hochschule. Sie begreift die Vielfalt ihrer Mitglieder als produktive Ressource und will Diskriminierung aufgrund persönlicher und sozialer Merkmale unterbinden. Für Studierende und Beschäftigte soll ein förderliches und motivierendes Arbeitsklima geschaffen werden.


Weiterbildung: Was tun bei Diskriminierungserfahrungen von Beschäftigten an der Uni Kassel?

Handlungsanforderungen und Handlungsmöglichkeiten für institutionelle Ansprechpartner*innen, Interessenvertretungen und Berater*innen

Universitäten sind zum einen Spiegel einer immer heterogener werdenden Gesellschaft, in ihnen werden aber auch Grenzen von Bildungs- und Karrierechancen in besonderer Weise deutlich. Sie streben Internationalisierung, Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit an, sind aber stark von Normen und Werten der deutschen Mehrheitsgesellschaft (weiß, deutsch, männlich, akademischer Bildungshintergrund) geprägt.

Dies bedeutet im Umgang mit Exklusion und Diskriminierungen häufig einen Widerspruch zwischen theoretischem Wissen und Programmatik einerseits und einer (fehlenden) Praxis der Verantwortungsübernahme und entschiedenen Umsetzung von Maßnahmen zum Abbau, zum Schutz und zur Verhinderung von Diskriminierungen andererseits. Unter diesen Bedingungen werden Diskriminierungen unter Kolleg*innen, in der Beratung oder als Beschwerde gegenüber Vorgesetzten selten thematisiert oder führen in der Bewertung und im Umgang damit zu Konflikten. Die neu erlassene "Richtlinie zum Schutz vor Diskriminierungen und sexualisierter Gewalt an der Universität Kassel" soll die Handlungssicherheit und Verbindlichkeit im Umgang mit Diskriminierungen erhöhen, indem sie Ansprechpartner*innen benennt und Verfahren zur Bearbeitung von Diskriminierungsbeschwerden festlegt.

Dies muss nun in der Praxis mit Leben gefüllt und umgesetzt werden. Dazu gibt der Workshop das entsprechende Werkzeug in die Hand. Er unterstützt institutionelle Ansprechpartner*innen, Interessenvertretungen und Berater*innen für Beschäftigte darin, Diskriminierungen in den unterschiedlichen Erscheinungsformen wahrzunehmen und sich mit dem rechtlichen und institutionellen Rahmen und den damit verbundenen Handlungsanforderungen und -möglichkeiten vertraut zu machen. Ziel ist die Erweiterung und Stärkung der eigenen Handlungskompetenz in der jeweiligen institutionellen Rolle.

Themen: Führung, Zusammenarbeit und Kommunikation
Datum: 30.03.2020
Time: 09.00-16.30 Uhr
Referentin: Almut Dietrich Diplom-Sozialpädagogin mit einer dreijährigen Zusatzausbildung als Systemische Therapeutin (DGSF) und einem Masterstudium als Coach, Supervisorin und Organisationsberaterin (MDO an der Universität Kassel). Hauptberuflich : als Beraterin und Trainerin zu Konflikten, Mobbing, Diskriminierung und Diversität an der Universität Bremen.
Ort: Mönchebergstr. 11, International House
Zielgruppe: Beratungsstellen, Ansprechstellen für Beschäftigte, Interessenvertretungen

Anmeldung bis zum 13.03.2020 über

https://www.uni-kassel.de/intranet/en/themen/fort-u-weiterbildung/programm-nach-themen/details.html?tx_ukfortbildungsveranstaltungen_pi1%5Bsingleid%5D=1198&cHash=9b21f304fc74f241f64f913603bebb0a


Aktuelles

Juristisches Kurzgutachten von Dr. jur. Louis Kasten für die Universität Kassel zur "Bedeutung der 'Dritten Option' in der Universität  - Abbau von Diskriminierungen nicht-binärer und binärer inter- und transgeschlechtlicher Personen"

Das Gutachten wurde erarbeitet im Rahmen des Projekts "Herausforderungen und Notwendigkeiten zum dritten Geschlechtseintrag" unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Tuider und Verena Hucke (beide Fachgebiet Soziologie der Diversität) und gefördert im "Sonderfonds Strukturelle Chancengleichheit". Das Gutachten widmet sich der Arbeits- und Studiensituation von Personen, die sich jenseits der cis- und zweigeschlechtlichen Ordnung positionieren.

Juristisches Kurzgutachten zur Bedeutung der 'Dritten Option' in der Universität


Initiative "Offen für Vielfalt"

Foto: Universität Kassel

Auch die Universität Kassel beteiligt sich seit Ende letzten Jahres an der Initiative "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung", die von mehreren Unternehmen, Verbänden und Vereinen aus der Region Kassel ins Leben gerufen wurde. In sozialen Medien über den Hashtag #offenfürvielfalt und mit Türschildern vor Ort wird deutlich gemacht, dass für Diskriminierung kein Platz ist – sei es am Arbeitsplatz, beim Sport oder eben auch an der Universität. Im Einklang mit dem Diversity-Leitbild der Universität Kassel wird damit ein Zeichen gesetzt für einen toleranten und respektvollen Umgang miteinander. Als Institution für akademische Bildung zukünftiger Fachkräfte begrüßt die Universität Kassel, dass verschiedene Unternehmen Teil der Initiative sind und mit ihren Mitarbeiter*innen einen Arbeitsplatz frei von Anfeindungen und Diskriminierung gestalten wollen.

Wer die Kampagne unterstützen möchte, kann kostenlos Schilder bestellen und weitere Informationen finden unter https://offenfuervielfalt.de/

Diversity Audit "Vielfalt gestalten" des Stifterverbandes

Von 2014 bis 2016 hat die Universität Kassel erfolgreich das Diversity Audit "Vielfalt gestalten"  des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft absolviert. Im März 2016 nahm der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, das Zertifikat im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Berlin in Empfang.
→ Pressemitteilung

Charta der Vielfalt

Mit der Unterzeichnung der "Charta der Vielfalt" im Juni 2014 hat sich die Universität Kassel dazu verpflichtet, eine Organisationsstruktur zu schaffen, die von gegenseitiger Anerkennung und Teilhabe aller Mitglieder der Hochschule geprägt ist, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, sozialer Herkunft, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Religion oder Weltanschauung. Die Umsetzung dieser Querschnittsaufgabe in Lehre, Forschung, Nachwuchsförderung und Wissenstransfer ist in den Leitungs- und Entscheidungsstrukturen der Universität verankert, beginnend mit einer Zuständigkeit im Präsidium, über die Einrichtung einer zentralen Gleichstellungskommission bis hin zu dezentralen Verantwortlichkeiten in den Dekanaten. 
→ Charta der Vielfalt

Diversity-Leitbild

Das Diversity Leitbild der Universität wurde hochschulweit im Rahmen der ersten Phase des Auditierungsverfahrens "Vielfalt gestalten" erarbeitet. Die Universität begreift Diversity als Ressource, die vielfältige Perspektiven produktiv für Forschung, Lehre und Verwaltung nutzbar macht. Gleichzeitig geht es darum, Chancengerechtigkeit im Sinne allgemeiner Gleichbehandlungsgrundsätze herzustellen. Die Zuständigkeit sowohl für die strategische Entwicklung als auch die konkrete Umsetzung ist in den Leitungs- und Entscheidungsstrukturen der Universität verankert: vom Präsidium über die Gleichstellungskommission bis hin zu den Fachbereichen.
→ Diversity Leitbild