Texten fürs Web

Warum muss ich für das Web überhaupt anders schreiben?

Als Verfasser einer Online-Meldung haben Sie zwei große Zielgruppen. Zum einen sind das natürlich Ihre Leser, die Sie mit Ihrer Meldung ansprechen und informieren möchten. Hier gelten im Großen und Ganzen die Regeln, die auch für andere Publikationsweisen gelten. Allerdings lesen Internetnutzer anders: Angesichts der großen Datenmenge im Netz ist der Leser gezwungen sehr viel schneller und gezielter die interessanten Daten herauszufiltern. Der Nutzer „scannt“ den Text nach den relevanten Informationen und entscheidet sich innerhalb kürzester Zeit, ob ein Text lesenswert ist oder nicht. Sie haben also nicht viel Zeit, um Ihre Leser zu überzeugen. Unten genannte Tipps machen Ihre Texte für die Leser leichter zugänglich und die Entscheidung zum Weiterlesen einfacher und fundierter.

Ihre zweite große Zielgruppe als Verfasser sind die Suchmaschinen, die die Nutzer überhaupt erst auf Ihre Seite bringen. Diese „Vorfilter“ sollten Sie nicht unterschätzen. Je einfacher Ihr Text für eine Suchmaschine einzuordnen ist, desto eher wird man Ihren Beitrag finden. Und je besser Ihr Text in der Listenansicht der Suchmaschine dargestellt wird, desto eher wird sich ein Nutzer dazu entscheiden, Ihre Seite zu besuchen.

Folgende Aspekte sollten Sie beim Verfassen ihrer Online-Meldung bedenken:

Schlagworte: Gefunden werden - gelesen werden!

Bevor Sie mit dem Schreiben Anfangen überlegen Sie sich 1-3 Schlagworte zu Ihrem Thema. Fragen Sie sich: Nach welchen Schlagwörtern sucht meine Zielgruppe zu meinem Thema? Zu welchen Suchanfragen soll mein Artikel gefunden werden?


Titelüberschriften und Teaser

Halten Sie den Titel ihrer Meldung möglichst kurz und platzieren Sie das relevanteste Schlagwort möglichst weit vorn.

Zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen gehört nicht nur, dass ihre Meldung möglichst weit oben gelistet wird (sog. „Ranking“). Die Nutzerinnen und Nutzer müssen auch aus der Kurzanzeige in der Liste, die die Suchmaschine ausgibt, erkennen können, dass der Artikel für sie relevant ist. Der Titel Ihrer Meldung sollte maximal 63 Zeichen lang sein, da er sonst in der Listenanzeige der Suchmaschinen abgeschnitten wird. Relevante Informationen/Wörter tauchen ggf. nicht auf bzw. werden von der Suchmaschine nicht berücksichtigt, wenn sie weiter hinten im Titel stehen. Sollte es sich ein längerer Titel nicht vermeiden lassen, achten Sie darauf, dass das relevante Schlagwort möglichst weit vorne platziert wird.

Setzen Sie keine Hyperlinks in Überschriften.

Platzieren Sie Hyperlinks ggf. in oder unterhalb ihres Textes. Hinsichtlich der Relevanz haben Überschriften für Suchmaschinen ein anderes Gewicht als Verweise auf andere Seiten. Wenn Sie gleich mit der Überschrift auf eine andere Seite verweisen, laufen Sie Gefahr, das sowohl Suchmaschine als auch der menschliche Leser, lieber diese besuchen und Ihr eigener Text keine Chance bekommt.

Über die Hyperlinks, die Sie in Ihrem Text verwenden, erstellen die Suchmaschinen eine Art Kontext-Profil. Dazu mehr unter „Hyperlinks richtig setzen und kennzeichnen“.

Finden Sie für Ihre Meldung einen interessanten oder allgemeingültigen Aufhänger und sprechen Sie Ihre Leser emotional an.

Verknüpfen Sie Ihre Neuigkeit mit einem aktuellen und/oder emotionalen Aspekt, der möglichst viele unterschiedliche Menschen anspricht. Diesen Aspekt sollten Sie in Titel und Teasertext bereits einfließen lassen.

Verwenden Sie Wortspiele nur, wenn die Schlagworte dabei nicht verfremdet werden.

Wortspiele sind für Suchmaschinen problematisch, vor allem wenn relevante Wörter darin verfremdet werden oder zu Gunsten von Wortneuschöpfungen wegfallen. Achten Sie bei Wortspielen darauf, dass mindestens ein relevantes Schlagwort im Titel und Teaser erkennbar bleibt.

Teaser-Text

Formulieren Sie kurz und knapp einen interessanten Teaser („Anreißer“) für Ihre Meldung. Etwa die ersten 140 Zeichen (inkl. Leerzeichen) dieses Textes erscheinen in der Listenansicht einer Suchmaschine. Platzieren Sie eines Ihrer Schlagworte also möglichst weit vorne.


Haupttext

Gliedern Sie Ihren Text durch Zwischenüberschriften in kürzere Sinnabschnitte

Je nach Länge Ihres Textes sollten Sie etwa 3-5 Sinnabschnitte unterteilen. Durch aussagekräftige Zwischenüberschriften, in denen Sie auch thematisch relevante Schlagworte platzieren sollten, wird der Text sowohl für Leser als auch Suchmaschinen leichter erfassbar.

Erweitern Sie ihren Fließtext durch Hyperlinks zu thematisch relevanten Webseiten. Binden Sie diese Hyperlinks durch „Ankertexte“ ein.

Suchmaschinen erstellen eine Art Hyperlink-Profil ihrer Meldung. Verlinken Sie relevante Webseiten mit weiterführenden Inhalten, so weist die Suchmaschine ihrem Artikel eine höhere Relevanz zu und Sie werden höher gelistet. Das heißt nicht, dass eine hohe Dichte an Hyperlinks zu einem guten Ranking führt. Hier gilt ganz klar: Thematische Relevanz vor reiner Menge!

Um den Lesefluß der Nutzerinnen und Nutzer nicht zu stören, sollten Sie auf Klartextlinks (www.adresseABC.de) verzichten. Setzen Sie stattdessen einen sog. Ankertext ein. Das heißt, sie setzen den Hyperlink auf ein oder mehrere Wörter im Fließtext. Ein guter Ankertext beschreibt das Verweisziel so, dass der Nutzer weiss, was sich dahinter verbirgt, und bindet gleichzeitig ein thematisch relevantes Schlagwort sowie eine Handlungsaufforderung (z.B. „Erfahren Sie mehr zum Thema XY“) ein. Und das, ohne den Lesefluss zu stören.

Beachten Sie: Verlinken Sie ihr Schlagwort als Ankertext, so erwartet ein Nutzer dahinter eine Sachinfo (z.B. Fachartikel, Blog-Eintrag), benutzen Sie als Ankertext den Name einer Person oder Institution, erwartet man Informationen zu diesen. Eine verlinkte Handlungsaufforderung sollte direkt dorthin führen, wo die Aktion auch ausgeführt werden kann. Vertauschen Sie dies, verwirren Sie Ihre Leser gegebenenfalls und verfehlen Ihr Ziel.

Platzieren Sie Schlagworte und Links im Schlussteil ihres Textes

Leser überspringen oft den Mittelteil eines Textes und lesen nur den Schluss. Platzieren Sie hier auf jeden Fall noch eines Ihrer Schlagworte und einen relevanten weiterführenden Hyperlink mit Schlagwort und Handlungsaufforderung im Ankertext.


Generell gilt für Links in Online-Meldungen: Qualität/Relevanz über Quantität. Ein „natürlicher Linkaufbau“ durch relevante Verweise erhöht das Ranking. Das Paket aus Artikeln, Keywords, Ankertexten und Links sollte hier zusammenpassen.

1 Thema -> 1 Meldung + Hyperlinks und Ankertexte ->1 Ziel = gute Suchmaschinenindexierung