Aktuell
Konzept
Projektteilnehmer
Publikationen
Links
FAQ
WLAN
 
E-Learning
Uni Kassel
 
 
Konzept

Das Projekt zielt auf die Entwicklung eines hochschulweiten Gesamtkonzepts einer Notebook-University. Die hier vorliegende Strategie unterscheidet sich von vergleichbaren Konzepten durch ihren berufsfeldorientierten Zugang zur Initiierung lebenslanger Lernprozesse und durch eine integrative Gesamtstrategie, die eine technisch-naturwissenschaftliche und geistes-sozialwissenschaftliche Ausrichtung umfasst. Erprobt werden Lernszenarien und Konzepte der Betreuung für neue Lehrkulturen (Projektteams, Internationale Teams, Theorie-Praxistransfer), verbunden mit einem breiten Informations- und Schulungsprogramm zur Entwicklung von Medienkompetenz und Motivierung von DozentInnen und Studierenden für eine mobile Universität. Die Konzepte werden gezielt auf ihre Eignung als integrativer Bestandteil des Regelbetriebs evaluiert, um auch Studierende mit begrenzten Ressourcen und Medienkompetenz zu erreichen.

Hierzu werden VertreterInnen der verschiedenen Fachdisziplinen, die über die Hälfte aller Studierenden der Hochschule vertreten, zusammenarbeiten, einerseits um die Entwicklungs- und Anwendungsperspektiven einer multimedialen, mobilen Netzwerknutzung in der Sichtweise der jeweiligen Fachanwendungen zu untersuchen, andererseits um die Qualitäten und Chancen der Nutzung von Notebooks im wissenschaftlichen Alltag generalisierend zu eruieren. Das Untersuchungsdesign gliedert sich insofern in zwei Teile, einen sehr speziellen an den spezifischen Fähigkeiten und Fachinteressen orientierten Hauptteil und einen Teil der die Möglichkeit der Generalisierbarkeit der spezifischen Erfahrungen aufzeigt. Auf der Folie der hier gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen wird eine Generalisierung der Ergebnisse angestrebt, die in die bestehende Multimedia Konzeption der Universität Kassel eingebunden wird. Parallel werden in enger Kooperation mit ProduzentInnen und Wirtschaft drei Modelle der Finanzierung, des Verkaufs und des Sponsorings für den Verkauf von Notebooks an Studierende untersucht, um auf Dauer eine sozial und geschlechtsspezifisch ausgewogene Verteilung von Notebooks zu implementieren. Durch die Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung wird eine Evaluierung der Lernszenarien gewährleistet und ihre breite Verwertung sichergestellt.


Gesamtziel des Vorhabens - mobile learning: Die Notebook University als Beginn und Voraussetzung lebenslangen Lernens

Das vorliegende Konzept testet unterschiedliche Lehr- und Betreuungsformen für ein mobiles Lernen als eine wesentliche Ergänzung traditioneller und virtueller Lehre (blended learning), um Sozialisationsprozesse bei den Studierenden anzustoßen, die Kompetenzen und Ansatzpunkte für ein lebenslanges Lernen in einer mobilen Informationsgesellschaft befördern und deren Arrangements so evaluiert werden, dass sie als Beispielprojekte dienen können.

Angesichts der besonderen technischen, infrastrukturellen und organisatorischen Voraussetzungen an der Universität Kassel sehen die AntragstellerInnen eine besonders große Chance die in der Voruntersuchung zur Notebook-University aufgezeigten Potentiale, die Anforderungen an die Entwicklung mobiler Netze mit einem breiten Zugang für Studierende mit fachspezifischen vielfachen Lehr- und Lernsituationen in einem integrierten Gestaltungskonzept für eine gesamte Hochschule zu verwirklichen. Die Universität Kassel steht seit ihrer Gründung 1971 innerhalb der Hochschullandschaft der Bundesrepublik Deutschland modellhaft 1. für eine "untrennbaren Einheit" von wissenschaftlicher Forschung, erzieherischer Bildung, berufsfeldorientierter Ausbildung mit ausgeprägten Praxisbezügen sowie 2. für ein ungewöhnlich breites Fächerspektrum von ingenieurwissenschaftlichen und klassischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Dieses Konzept, vor allem die Verschränkung von wissenschaftlicher Ausbildung und (räumlich getrennter) Praxis, erscheint angesichts der Herausforderungen der modernen Wissenschaft hochaktuell und erweist sich für die Evaluierung der vielfältigen Nutzungs- und Einsatzmöglichkeiten in und mit unterschiedlichen Wissensdisziplinen im Kontext des Notebook University Konzepts als besonders geeignet.

Mit dem international anerkannten Wissenschaftlichen Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung (WZ I), das durch Prof. Dr. Hellstern in seiner Doppelfunktion als Dozent des Fachbereiches 07 und als Direktoriumsmitglied des WZ I vertreten ist, verfügt die Hochschule darüber hinaus über ein Kompetenzzentrum mit einer entsprechenden Evaluierungs- und Begleitforschungskapazität, die die Voraussetzungen einer entsprechenden Ergebnisverwertung sichert.

Als relativ junge Universität besitzt sie gleichzeitig sehr schlanke Strukturen, die eine wirksame Selbstabstimmung und konzeptionelle Steuerung erlauben. Ihr Leitbild Innovation, Interdisziplinarität sowie Internationalität prägen nicht nur symbolisch das Selbstverständnis, sondern sind auch in dem Profil und der sich abzeichnenden strukturellen Zukunftsentwicklung der Kasseler Universität verankert. Innovation steht dabei für die Modernisierung im Bildungssystem, insbesondere im Aus– und Aufbau von gestuften Studienangeboten, die Wissenschaftlichkeit mit Berufsorientierung verbinden und den Einstieg in die Berufswelt nach einem kürzeren Studium ebenso ermöglichen wie die postgraduale Weiterqualifikation in der Forschung.

Gleichzeitig hat die Universität sehr früh und vielfältig neue Lehr- und Studienangebote gefördert und entwickelt, insbesondere zur Verbesserung der Lehre unter Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien. Hierbei werden bestehende Studienangebote intensiv an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet und Methodenkenntnisse in Bezug auf Lernen zum Lernen und die notwendige Medienkompetenz hierfür vermittelt.

Die Hochschule ist entwicklungsbedingt großräumig auf sechs verschiedene Standorte verteilt, vier innerhalb der Stadt Kassel und zwei Standorte im Landkreis Kassel. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Universität Kassel erzeugt unter diesen Bedingungen mit ihrem breit angelegten Ausbildungsangebot auf Seiten der Studierenden und der DozentInnen häufige Standortwechsel. Hinzu kommt die relativ großräumige regionale Streuung der Studierenden.

Durch die Beteiligung am Förderprogramm sollen neue Modelle in der Lehre und in der Betreuung etabliert werden, dabei werden die bestehenden Ansätze und Materialien multimedialen Lernens auf ihre Eignung für das Konzept der Notebook-University und traditionellen Lehrformen überprüft, in ausgewählten geistes-, sozial- und ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen getestet und in einer weiteren Phase hochschulweit zu einem integralen Bestandteil der Ausbildung ausgebaut. Bereits in dieser Phase sind durch die beteiligten Fachbereiche über die Hälfte aller Studierenden mit dem Projekt verbunden und weitere Fachbereiche haben ihre Mitwirkungsbereitschaft bereits erklärt. Aufgabe dieser Förderphase ist es, innovative Lernszenarien in verschiedenen Fachkulturen systematisch zu implementieren und flexible Einsatzmöglichkeiten und Betreuungsformen zu testen, um eine intensive Einbindung und Aktivität der Studierenden zu gewährleisten. Durch die Nutzung bestehender hochschulübergreifender Netzwerke soll auch der Transfer an andere Hochschulen angestoßen werden. Daher soll im Sinne der Vorbildfunktion der sinnvoll ergänzende Einsatz bestehender IuK-gestützten Studienangebote aufgezeigt und mit neuen Studien- und Bildungsangeboten kombiniert werden. Beispielhaft sind hier die neu gegründeten Studiengänge „Informatik“, „Computational Mathematics“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ neben innovativen Ansätzen in den regulären Studiengängen mit dem Schwerpunkt Internationales Management, den fremdsprachlichen Studiengängen (Wirtschaftsanglistik) und der projektorientierte Stadtplanungsstudiengang zu nennen.

Traditionelle Pilotkonzepte konzentrieren sich häufig auf thematisch disziplinäre Netzwerke und hochmotivierte, medienkompetente Studierende. Die hier vorliegende Strategie unterscheidet sich neben ihrem berufsfeldorientierten Zugang, um Kompetenz und Motivation für lebenslange Lernprozesse zu entwickeln, durch eine integrative Gesamtstrategie für eine Hochschule mit einer technisch-naturwissenschaftlicher und geistes-sozialwissenschaftlicher Ausrichtung. Erprobt werden sollen die Chancen einer gezielten Mobilisierung und Motivierung von DozentInnen und Studierenden unterschiedlicher Disziplinen für eine Notebook-Universität. Die Veranstaltungen und Maßnahmen werden auch systematisch auf ihre Eignung als integrativer Bestandteil des Regelbetriebs evaluiert, um sicherzustellen, dass auch Studierende mit begrenzten Ressourcen und Medienkompetenz erreicht werden, die sich an Modell- und Pilotversuchen häufig nicht beteiligen.

Die Etablierung von Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten in den Fachbereichen und die Etablierung entsprechender Anreizsysteme (Preise, Wettbewerbe, internationale Auszeichnungen) trägt dabei den unterschiedlichen Motivationen, Berufs- und Karriereperspektiven in den verschiedenen Disziplinen Rechnung. Ein wesentliches Defizit bisheriger Ansätze war es, dass die Ansätze die Vielfalt der Fachkulturen und die (produktive) Diversität von Lehrveranstaltungen nur unzureichend berücksichtigt wurden. Hochschulen sich jedoch ganz von Unternehmen wesentlich durch die Vielfalt (Heterogenität) ihrer erstellten Dienstleistungen und Produkte unterscheiden. Daher ist es ein zentrales Ziel, die bestehenden Fachkulturen mit ihren jeweils vielfältigen Organisationsstrukturen, ihren Prüfungsformen und Veranstaltungstypen in einen produktiven Dialog einzubinden und aufbauend auf die fachdisziplinär geprägten Lehr-/ Lernszenarien eine nachhaltige Verbesserung der Lehr-/Leistung zu entwickeln, die den beruflichen und wissenschaftlichen Anforderungen einer Wissensgesellschaft gerecht wird.


Dabei stehen die folgenden Ziele im Mittelpunkt des Kasseler Konzeptes:

  • Entwicklung einer mobilen Medienkompetenz und -fähigkeit bei den DozentInnen und Studierenden, wie sie in zunehmendem Umfang in international operierenden Unternehmen und Organisationen als selbstverständliche Basis für Kommunikationsprozesse erwartet wird, um während des Studiums die notwendigen Schlüsselqualifikationen für eine Wissensgesellschaft zu entwickeln.
  • Technische Kompetenz (Basiswissen und Fähigkeiten zum adäquaten Umgang mit der Technik) bilden Teil der Schulungskonzepte für DozentInnen und Studierende. Der direkte Einsatz des Notebooks (und teilweise in Erprobung mit PDAs) dient einem leichteren Zugang zu Recherchen, Seminarmaterialien, Datenbanken sowie einer leichteren Verständlichkeit des Lehrstoffs durch Visualisierung und gemeinsame Diskussionen in Arbeitsgruppen.
  • Entwicklung gemeinsamer Lehrarrangements (problemorientiert, selbstgesteuert, kooperativ) unterschiedlicher Fachrichtungen, um neue Lehrformen und Betreuungskonzepte, die sich aus der Kombination von Präsenz-, virtuellem Angebot und kooperativer Vor-Ort Interaktion anbieten, konzeptionell weiter zu entwickeln, in das Regelstudium zu implementieren und zu dokumentieren und so innovative Problemlösungswege (in Team-, Projektarbeit, Simulationen, Planspielen, Tandem-Learning) zu vermitteln.
  • Weiterentwicklung der bestehenden E-Lehr-, Lernmaterialien und Aufbau von Knowledge Plattformen für eine breite und vielfältige Anwendung in der Lehre.
  • Nutzung von vielfältigen (internationalen) Webzugänge (zumal zur Praxis) als Knowledgebase in kooperativen Clustern, um die in einem im wissenschaftlichen Studium notwendigerweise zugrundliegende Informationsbeschaffung und –verarbeitung so zu gestalten, dass die Studierenden in einem global werdenden Wettbewerb von Unternehmen und Forschungsinstitutionen bestehen.
  • Aufbau eines shared workspace (gemeinsam genutztes Arbeitsumgebung) zur Unterstützung der Präsenzlehre durch die Stimulierung kooperativer Lernprozesse, zur Integration von Studienplanung, Seminar- und Vorlesungsbetrieb und Prüfungsvorgängen.
  • Entwicklung von Handlungskompetenzen der Studierenden, die an folgenden Kriterien gemessen wird: Wissensmanagement (Selektion, Bewertung und Konstruktion von Wissen), soziale Kompetenz (Bereitschaft und Fähigkeit zu Kommunikation und Kooperation mit anderen - auch auf virtueller Basis), persönliche Entscheidungsfindung (reflektierte Integration der durch neue Technologien entstehenden Veränderungen in das persönliche Handeln) und demokratische Kompetenz (Konsensfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Solidarität, Toleranz)
  • Device-specific content adaption (Adaption multimedialer Inhalte auf die Fähigkeiten der Endgeräte). Auf der Ebene niederschwelliger Information etablieren sich im modernen Arbeitsablauf immer mehr PDAs (personal digital assistent). Anwendungen bilden hier Elemente des studentischen Tagesablaufs wie Terminabsprachen, Abfragen von Klausurergebnissen, Anmeldung zu Prüfungen. Aufgrund der eingeschränkten Darstellungsmöglichkeiten der Endgeräte müssen die Inhalte der Portale automatisiert an diese Clients angepasst werden.


zum Anfang