Werkstattberichte

Der Mittwochnachmittag (19.12.2012, von 16:00-17:30 Uhr) steht ganz im Zeichen der Märchenrezeption mit allen Sinnen. Aktive Künstlerinnen und Künstler bieten den interessierten Teilnehmenden einen Einblick in ihre Arbeit.

Erzählerinnen und Erzähler, Märchenproduzentinnen und -produzenten, Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Illustratorinnen und Illustratoren geben in den anderthalbstündigen Workshops eine kurze Kostprobe ihres Schaffens, reflektieren sich und ihre Arbeit aktiv mit den Teilnehmenden und stehen für Diskussion und Fragen bereit.

Werkstattbericht Erzählen

In diesem Bereich werden die Schwestern Grimm (Gabi Altenbach, Cordula Gerndt und Katharina Ritter) zusammen mit der längjährigen Märchenerzählerin Gabriele Schunke einen Einblick in Ihre Erzähltechniken und Ihre Rezeption der Grimmschen Märchen geben.

Schwestern Grimm

Weltweit einzigartig ist ihr Projekt GANZ GRIMM: In einem kleinen Theater in München haben die Schwestern Grimm drei Jahre lang alle Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm der Reihe nach frei und mündlich erzählt.  Weitere Informationen über die Schwestern Grimm: siehe Rahmenprogramm

Gabriele Schunke

Zur Person:

1979 gründet Gabriele Schunke in Göttingen als Einzelspielerin ein Puppentheater.

Galionsfigur wird MÜTZE, jener kecke Puppenwicht, der in einer großen Mütze wohnt und darin Geschichten träumt. Schnell erobert sie mit ihm  nicht nur Kinderherzen.

1985/86 beginnt sie unabhängig vom Puppentheater im Rahmen der Veranstaltungen <200 Jahre  Brüder Grimm> vor Erwachsenen Märchen zu erzählen. Das freie, lebendige Erzählen wird mehr und mehr zu ihrer Passion.

1990  wird aus dem Puppentheater offiziell das Erzähltheater für Jung und Alt.

Sie wählt bewusst die Theaterform des Erzählens und schlüpft  als Erzählerin in die verschiedensten Rollen. Doch ist das Theaterkostüm für sie nicht zwingend. Ihr Repertoire ist breit gefächert, sie erzählt nicht nur Märchen. Vor Kindern erzählt sie  auch gern die eigenen Mützengeschichten.

2004 Theaterjubiläum  <25 Jahre eine Mütze voller Fantasie>

2009 beginnt sie  gezielt die bundesweiten Engagements zu reduzieren. Sie beginnt, die eigenen Mützengeschichten aufzuschreiben.

2012 veröffentlicht sie selbst ihr Kinderbuch <Lachen mit dem Mützenwicht>.

Erzählen hält den Kopf fit, sagt sie lachend, deshalb erzähle ich auch weiterhin.

 

Werkstattbericht Illustration

Doris Gutermuth

Anlässlich des Brüder-Grimm-Kongresses hat die Kasseler Künstlerin Doris Gutermuth eine besondere Form der Märchenillustration konzipiert: Alle Märchen der Brüder Grimm werden auf der Aktionsfläche des Zebrastreifen-Designs dargestellt, um die Märchen und ihre Protagonisten im Kontext von Mobilität betrachten zu können. So hat Doris Gutermuth zu jedem einzelnen der Märchen eine individuelle Bildergeschichte auf der Grundlage des Zebrastreifens entwickelt und strebt damit eine zeitgemäße Form der Märchenillustration an, indem sie die Geschichten mit einem international bekannten Zeichen kombiniert, das den mobilen Menschen in einer globalisierten Welt entspricht. Das Resultat sind über 8000 Bilder, in der die Märchenwelten auf moderne Weise in Szene gesetzt werden. Doris Gutermuth sieht darin auch einen hohen Identifikationsfaktor mit den Grimms, die ihre Märchensammlung über Jahrzehnte mit Fleiß und Leidenschaft bis ins hohe Alter vervollständigten.

Benjamin Lacombe

Benjamin Lacombe, geboren 1982 in Frankreich, ist Autor, Illustrator und Zeichner. Er studierte in seiner Heimatstadt Paris grafische Künste und war bereits als 19-jähriger als Werbe- und Comiczeichner tätig. Bekannt ist er vor allem für zahlreiche Kinder- und Bilderbücher, die international veröffentlicht wurden und für die dunkle und gedeckte Farben charakteristisch sind. Er ist unter anderem Autor und Illustrator eines Kinderbuches über Schneewittchen, basierend auf dem Text der Brüder Grimm, das auch in deutscher Übersetzung erschienen ist. 

Markus Lefrançois

Markus Lefrançois, besser bekannt als Herr Lefrançois, lebt und arbeitet in Kassel. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel, wo seine Schwerpunkte im Bereich Illustration und Comic sowie Grafikdesign lagen. 2007 war er Mitbegründer des Verlags rotopolpress und des Ladens für Illustration rotopol. Im selben Jahr wurde er Dozent an der Kunsthochschule Kassel, zudem ist er seit 2009 als Dozent an der Europäischen Kunstakademie Trier tätig. Der Künstler, der unter anderem die Grimm-Märchen Aschenputtel, Dornröschen und Hänsel und Gretel illustrierte, machte sowohl in nationalen als auch in internationalen Ausstellungen, unter anderem in Toronto und Luzern, auf sich aufmerksam.

Werkstattbericht Szenisch-/Musikalische Darstellung

Christine Uhde und Beate Masopust

Christine Uhde ist eine in München geborene Schauspielerin und wohnt heute in Potsdam. Nach abgeschlossener Schauspiel- und Ballettschule hatte sie Engagements u. a. in Würzburg, Krefeld, Aachen, Düsseldorf, Berlin und Bonn. Sie spielte in zahlreichen Stücken die weibliche Hauptrolle, außerdem trat sie in vielen Komödien und Musicals auf. Seit Jahren beschäftigt sich Christine Uhde mit Märchen und Mythen und gastierte mit ihren eigenen Programmen und musikalischer Begleitung in vielen Städten.
Die Gitarristin Beate Masopust studierte von 1988 bis 1992 an der Hochschule für Musik Leipzig/Magdeburg. Seitdem stellte sie ihr Können sowohl solistisch als auch in verschiedenen Kammermusikbesetzungen in zahlreichen Konzerten unter Beweis. Neben ihrer Tätigkeit an der städtischen Musikschule Potsdam war sie von 1994 bis 2003 als Lehrbeauftragte am Institut für Musik der Universität Magdeburg tätig.

Günter Staniewski

Günter Staniewski ist neben Kerstin Röhn Akteur des Figurentheaters Laku Paka, das seit 1983 existiert. Das Theater, das schon zahlreiche Auszeichnungen erhielt (u.a. den "Kulturpreis des Landes Hessen" 2008), tritt in Schulen, Kindergärten und Kulturzentren auf, seine Hauptspielstätte ist das Kasseler Kulturhaus "Dock 4". Es hatte aber auch bereits zahlreiche Gastspiele bei internationalen Theaterfestivals. Günter Staniewski ist dabei nicht nur Puppenspieler, sondern auch Theaterautor, Regisseur und Sprecher für Radio- und Filmproduktionen. Zudem baut er selbst Figuren und Bühnenbilder. Jährlich ensteht unter seiner Mitarbeit beim Theater Laku Paka mindestens eine neue Inszenierung, wobei immer wieder neue Schwerpunkte gesetzt und unterschiedlichste Theaterfiguren genutzt werden.

Im Anmeldeformular zur Kongressteilnahme wird auch Ihr Wunsch zur Gestaltung des Mittwochnachmittags abgefragt. Hier können Sie sich entweder für einen der oben beschriebenen Workshops entscheiden oder an einem Literarischen Spaziergang bzw. einem Besuch im Brüder-Grimm-Museum Kassel teilnehmen. Achtung! Alle diese Veranstaltungen liegen zeitgleich am Mittwoch, 19.12.2012, 16:00-17:30 Uhr!