Jürgen Wolf

Curriculum Vitae

  • Prof. Dr. Jürgen Wolf, Jahrgang 1963, studierte zunächst Chemie (Diplom) an der Philipps-Universität Marburg (1983) und seit 1984 Geschichte, Germanistik und Politik ebenda. Das Studium wurde 1989 mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. Es folgte nach Zivildienst und außerwiss. Tätigkeiten eine durch das 'Jacob-Grimm-Stipendium' geförderte Promotion am Fachbereich Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Die Dissertation erschien 1997 unter dem Titel "Die Sächsische Weltchronik im Spiegel ihrer Handschriften. Überlieferung, Textentwicklung, Rezeption (Münstersche Mittelalter-Schriften 75)" im Fink-Verlag. Von 1994 bis 1995 folgte eine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss am Forschungsinstitut für deutsche Sprache (Projekt: computergestützte Erstellung eines lemmatisierten althochdeutsch-lateinischen Wortindexes für das 'Summarium Heinrici'. Der Band ist 1995 de Gruyter erschienen.) und von 1995-1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt 'Marburger Repertorium deutschsprachiger Handschriften des 13. Jahrhundert'. Daran schloss sich ein Habilitationsstipendium der DFG an. 2002 wurde das Habilitationsverfahren mit der Verleihung der venia legendi 'Deutsche Philologie' abgeschlossen. Im selben Jahr folgte die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Arbeitsstelle Deutsche Texte des Mittelalters (DTM). Seit 2003 ist Jürgen Wolf zudem Privatdozent an der Philipps-Universität Marburg. In den Jahren 2003-2006 folgten Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Paderborn (2003-2004) und Marburg (2005/06) sowie diverse Lehraufträge in den Bereichen Germanistische Mediävistik und Historische Hilfswissenschaften. Von 2007 bis 2010 war er Gastprofessor an der TU Berlin und vertrat den Lehrstuhl Thomas Cramer. Seit 2010 ist er Inhaber einer W3-Professur für 'Deutsche Philologie des Mittelalters' an der Universität Marburg sowie Mitglied des Beirats der deutschen Handschriftenzentren. Ebenfalls seit 2010 fungiert er als Herausgeber der ZfdA und der Beihefte. Jürgen Wolf erhielt 2004 den Wissenschaftspreis 'Colloquia Academica' der Akademie der Wissenschaften in Mainz und ist Gründungsmitglied der 'Medieval Chronicle Society' (Utrecht) sowie der internationalen Arbeitsgruppe 'Handschriftencensus'.

Stand: 08.11.2013

Forschungsschwerpunkte

  • Internationale Hof- und Buchkultur des 12. bis 16. Jahrhunderts
  • Französische und deutsche Buchkultur im Geflecht literatur-, sprach- und kulturhistorischer Beziehungen
  • Editionsprojekt: das sog. 'Alte Passional'

Veröffentlichungen

Auswahl

Monographien:

  • Die Sächsische Weltchronik im Spiegel ihrer Handschriften. Überlieferung, Textentwicklung, Rezeption. München 1997 (Münstersche Mittelalter-Schriften 75) = Dissertation
  • Buch und Text. Literatur- und kulturhistorische Untersuchungen zur volkssprachlichen Schriftlichkeit im 12. und 13. Jh. Tübingen 2008 (Hermaea NF 115). = Habilitationsschrift
  • Die Moderne erfindet sich ihr Mittelalter - oder wie aus der "mittelalterlichen Erdkugel" eine "neuzeitliche Erdscheibe" wurde. Stuttgart 2004 (Colloquia Academica).
  • Hartmann von Aue. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2007 (Einführung Germanistik).
  • Buch und Text. Literatur- und kulturhistorische Untersuchungen zur volkssprachlichen Schriftlichkeit im 12. und 13. Jh. Tübingen: Niemeyer 2008 (Hermaea NF 115).
  • Auf der Suche nach König Artus. Mythos und Wahrheit. Darmstadt: Primus/WBG 2009.
  • Berthold Meckelburg. Mein Leben. Korbach: Sprenger-Verlag 2010.

Herausgeberschaft:

  • Mittelalterliche Sprache und Literatur in Eisenach. Kolloquium im Augustinerkloster zu Erfurt veranstaltet von der Arbeitsstelle "Deutsche Texte des Mittelalters" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 21.-23. 8. 2006. Frankfurt a.M. et al. 2007.
  • Antikes Leben. Ideal und Wirklichkeit in Hofbibliothek und Kunstsammlungen der Fürsten von Waldeck und Pyrmont. Petersberg: Imhoff-Verlag 2009 (Ausstellungskatalog, gemeinsam mit B. Kümmel, H. Broszinski).
  • Repräsentation - Wissen - Öffentlichkeit. Bibliotheken zwischen Barock und Aufklärung. Hg. v. C. Brinker-von der Heyde, J. Wolf. Kassel: Kassel University Press 2011.
  • Buchkultur und Wissensvermittlung in Mittelalter und Früher Neuzeit (FS C. Brinker-von der Heyde). Hg. v. Andreas Gardt, Mireille Schnyder, JürgenWolf; unter Mitarb. v. Susanne Schul. Berlin/Bosten et al.: de Gruyter 2011.
  • Manuscripta germanica. Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters in Bibliotheken und Archiven Osteuropas. Hg. v. Astrid Breith, Christine Glaßner, Klaus Klein, Martin Schubert, Jürgen Wolf. Stuttgart: Hirzel 2011 (Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur - Beiheft 15).

Aufsätze ab 2005:

  • Psalter und Gebetbuch am Hof: Bindeglieder zwischen klerikal-literater und laikal-mündlicher Welt. In: Orality and Literacy in the Middle Ages. Ed. by Mark Chinca/Christopher Young. Utrecht Studies in Medieval Literacy 12). Turnhout 2005, S. 139-179.
  • Der Text in den Fängen der Schreiber oder: Sind die sorgen der Autoren um Textkorruption und Textzerstörung berechtigt? In: Übertragungen. Formen und Konzepte von Reproduktion in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. von Britta Bußmann et al. Berlin/New York 2005 (Trends in Medieval Philology 5), S. 29-42.
  • Volkssprachiges Rechtsschrifttum im Rhein-Maas-Raum. In: Helmut Tervooren: Van der Masen tot op den Rijn. Ein Handbuch zur Geschichte der volkssprachlichen mittelalterlichen Literatur im Raum von Rhein und Maas. Unter Mitarbeit von C. Kirschner und J. Spicker. Berlin 2006, S. 299-314 + Abb.
  • Handschriftenfunde zur Literatur des Mittelalters. 165. Beitrag: Ein neues Fragment des 'Pfaffen Amis'. In: ZfdA 135 (2006), S. 46f.
  • Vernichtet, verschollen und wieder aufgefunden. Das Handschriftenarchiv der BBAW als Schlüssel zu den deutschsprachigen Handschriftenbeständen im östlichen Europa. In: Deutschsprachige Literatur des Mittelalters im östlichen Europa. Forschungsstand und Forschungsperspektiven. Hg. von Ralf G. Päsler und Dietrich Schmidtke. Heidelberg 2006, S. 1-16.
  • vrowen phlegene ze lesene. Beobachtungen zur Typik von Büchern und Texten für Frauen. In: Wolfram-Studien 19 (2006), S. 169-190.
  • Die Heiligenlegende als multivalente Gattung zwischen klösterlich-dynastischer Memorialkultur, Chronistik und laikal-privater Andacht. Beobachtungen am 'Elisabethleben' des Johannes Rothe. In: The Medieval Chronicle 4 (2006), S. 203-213.
  • Deutschsprachige Literatur und Gelehrsamkeit im 11. Jahrhundert. In: Canossa 1077 - Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Anfang der Romanik. Kat. zur Ausstellung. München 2006, Bd. 2 (Textband), S. 579-590 (gemeinsam mit Stephan Müller).
  • Lancelot - kein Held für deutsche Höfe? In: Lancelot. Der mittelhochdeutsche Roman im europäischen Kontext. Hgg. von Klaus Ridder und Christoph Huber. Tübingen 2007, S.267-279.
  • Nachrichten aus dem Berliner Handschriftenarchiv I. In: ZfdA 136 (2007), S. 72-78.
  • Das Handschriftenarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Schatzkammer der medizin- und naturhistorischen Forschung. In: Gesund und krank im Mittelalter. Marburger Beiträge zur Kulturgeschichte der Medizin. Hg. von Andreas Meyer und Jürgen Schulz-Grobert. Leipzig 2007, S. 107-124.
  • Ostmitteldeutsche Handschriften des Mittelalters im Handschriftenarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. In: Ostmitteldeutsche Schreibsprachen im Spätmittelalter. Hg. von Luise Czajkowski, Corinna Hoffmann, Hans Ulrich Schmidt. Berlin/New York 2007, S. 211-227.
  • Aspekte thüringischer Hagiographie im 15. Jahrhundert: Ludwigswunder und Guda-Legende. In: Mittelalterliche Sprache und Literatur in Eisenach, 2007, S. 162-177.
  • Hilfsmittel für die Editionspraxis: Das Handschriftenarchiv der BBAW und der Handschriftencensus. In: editio (21 (2007), S. 151-168.
  • Traditionslinien und Traditionsbrüche. Kulturelle Grenzen bei der Chanson de geste-Adaption. In: Chansons de geste im europäischen Kontext. Hg. von Hans-Joachim Ziegeler. Göttingen 2007, S. 59-72.
  • Die Kaiserchronikfassungen A, B und C oder Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. In: Interdisziplinäre Germanistik im Schnittpunkt der Kulturen. FS Neuendorff. Hg. von Michael Szurawitzki und Christopher M Schmidt. Würzburg 2008, S. 91-108.
  • Ritter Lanzelot in Waldeck? In: Waldeckischer Landeskalender. Verbunden mit dem Verz. der Behörden und Organisationen im Kreis Waldeck-Frankenberg 282 (2009), S. 95-102.
  • Die Suche nach 'edlem Altertum'. Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe und Prinz Christian von Waldeck. In: ebd., S. 123-131.
  • Die Antike als historische Gegenwart in Geschichtswerken der Hofbibliothek aus dem 13.-19. Jahrhundert. In: Antikes Leben, 2009, S. 25-40.
  • Wer ediert was, wo und wie? Der 'Editionsbericht' als papiernes und elektronisches Hilfsmittel für den Editor. In: Wege zum Text. Grazer Kolloquium 2008. Hg. von W. Hofmeister/A. Hofmeister-Winter, Tübingen 2009 (Beihefte zu editio 30), S. 229-240.
  • Arthuriana im deutschen Norden. Das Mysterium des (deutschen) Nordens: breites Artusinteresse ohne literarische Zeugnisse? In: Artushof und Artusliteratur. Hg. von Matthias Däumer/Cora Dietl/Friedrich Wolfzettel, Berlin/New York 2010, S. 325-340.
  • Verzwickte Materialität. Kostbares Buch auf schlechtem Material. Beobachtungen zu volkssprachigen Zimelien. In: Materialität in der Editionswissenschaft. Hg. von Martin Schubert, Berlin/New York 2010 (Beihefte zu Editio 32), S. 323-332.
  • Das Ende der Mündlichkeit? Ergänzende Gedanken zur volkssprachigen Schrift- und Buchkultur im 11./12. Jh. In: Deutsche Texte der Salierzeit - Neuanfänge und Kontinuitäten im 11. Jahrhundert. Hg. von Stephan Müller/Jens Schneider, München 2010 (Mittelalter-Studien 20), S. 77-89.
  • J und der Norden. Anmerkungen zu einigen kodikologischen und paläographischen Indizien. In: Die 'Jenaer Liederhandschrift'. Codex - Geschichte - Umfeld, Berlin/New York 2010, S. 149-161.
  • Ein neues Fragment der Heilslehre 'Von Gottes Zukunft' Heinrichs von Neustadt. In: ZfdA 139 (2010), S. 493-497 (gemeinsam mit Claudia Brinker-von der Heyde).
  • Ulrich von Liechtenstein im Buch. In: Ulrich von Liechtenstein. Leben - Zeit - Werk - Forschung [L. Peter Johnson zum 80. Geburtstag], hg. von Sandra Linden und Christopher Young, Berlin/New York 2010 (De-Gruyter-Lexikon), S. 487-514.
  • hövesch - Verwirrende Beobachtungen zur Genese der deutschen Hofkultur. In: Mittelhochdeutsch. Beiträge zur Überlieferung, Sprache und Literatur (FS Kurt Gärtner). Hg. von Ralf Plate und Martin Schubert, Berlin/New York 2011, S. 356-374.
  • Verlorene Historizität - oder: Warum einer der neun größten Helden der Welt in der deutschen Geschichtsschreibung des Mittelalters nur Randfigur ist. In: Artusroman und Mythos. Hg. von Matthias Däumer, Cora Dietl und Friedrich Wolfzettel, Berlin/New York 2011, S.183-202.
  • Von geschriebenen Drucken und gedruckten Handschriften. In: Buchkultur und Wissensvermittlung in Mittelalter und Früher Neuzeit (FS C. Brinker-von der Heyde). Hg. v. Andreas Gardt, Mireille Schnyder, JürgenWolf; unter Mitarb. v. Susanne Schul. Berlin/Bosten et al. 2011, S. 3-21