Hitzetelefon

Prävention hitzebedingter Gesundheitsgefahren

Die Diskrepanz zwischen gesundheitswissenschaftlichen Erkenntnissen und Laientheorien zum Thema Gesundheit ist groß. Aus Sicht der Gesundheitswissenschaften ist inzwischen zweifelsfrei, dass Hitzewellen, Hitzetage und Tropennächte die Gesundheit großer Bevölkerungsgruppen gefährden. Verdeutlicht wird dies durch die epidemiologische Aufbereitung der dramatischen Ereignisse um den ?Jahrhundertsommer? 2003, in dessen Folge in Westeuropa zwischen 35 und 50 Tausend Menschen vorzeitig starben. Die in zahlreichen europäischen Staaten durchgeführten Studien zeigen im Ergebnis alle das gleiche Muster; Personen, die unter bestimmten Vorerkrankungen wie kardiovaskulären und zerebrovaskulären Erkrankungen, Erkrankungen des endokrinen Systems, der Nieren oder des Zentralnervensystems leiden, tragen ein signifikant erhöhtes Sterberisiko bei Hitze. Weil chronische Krankheit mit höherem Lebensalter korreliert, sind davon vor allem die über 65-Jährigen betroffen.

Insbesondere die Stadt Kassel ist durch ihre Beckenlage von sommerlicher Erwärmung in besonderem Maß betroffen und es ist zu erwarten, dass der klimawandelbedingte Erwärmungstrend das Kasseler Stadtklima negativ beeinflussen und somit zu einer Verschärfung der Überwärmungsproblematik beitragen wird. Diese Entwicklung kann gerade hinsichtlich der demographischen Entwicklung bedeutsam sein, wenn diese zu einem anteiligen bzw. absoluten Anstieg der Gruppe der über 65-jährigen führt. Fragt man aber über 65-jährige Personen wie hoch sie ihr eigenes Risiko hitzebedingter Morbidität einschätzen, fällt insgesamt eine Bagatellisierung klimawandelbedingter Gesundheitsrisiken durch Hitzeextreme auf.

Weitere Informationen finden Sie hier und im zugehörigen Teilprojekt.