Projekt D1: Erforschung des Wohlbefindens von Nutztieren

Zur Methodik und Methodologie der Erforschung des Wohlbefindens von Nutztieren.

Verantwortliche: Prof. Dr. Ute Knierim, Prof. Dr. Dr. Kristian Köchy
Projektbearbeitende: Dipl.-Biol. Birgit Benzing M.A., Christopher Hilbert M.A.

In Kooperation zwischen angewandter Tierschutzforschung und philosophischer Expertise wurde eine methodologische Bestimmung des Forschungsprogramms der Wohlbefindensforschung beim Tier vorgenommen und die Grundzüge des veranschlagten Tier-Mensch-Verhältnisses rekonstruiert. Ethische Implikationen wurden aufgezeigt und ein Bezug zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung hergestellt.

Ziel des Projektes war die Systematisierung und metatheoretische Aufarbeitung der in der Praxis angewendeten Konzepte und Methoden zur Bestimmung des Wohlergehens von Tieren. Eine Klassifikation der methodischen Praxis wurde erstellt, die die erkenntnistheoretischen Bedingungen, die begleitenden Wissenschaftsbilder und Tierkonzepte explizit machte sowie die ethischen Implikationen aufzeigte. Es ging darum, Forschungsprogramme, Denkstile oder epistemische Tugenden der Forschung zum tierlichen Wohlbefinden zu rekonstruieren und im einzelwissenschaftlichen Interesse fruchtbar zu machen.

Vorarbeiten belegen vier idealtypische Ansätze der Methodologie:

  1. Tierliches Wohlbefinden qua inneres Erleben wird negiert oder auf störungsfreie Funktion der Körpermechanik reduziert.
  2. Tierliches Wohlbefinden qua inneres Erleben wird nicht negiert, gilt aber als dem methodischen Zugriff der Naturwissenschaft entzogen und wird nur als artgemäßes Verhalten konstatiert.
  3. Ein mit Verhaltensäußerungen korrespondierendes Wohlbefinden wird anerkannt, zu dessen Erforschung aber ein über die Naturwissenschaft hinausgehender Ansatz gefordert.
  4. Innere Erlebnisqualitäten gelten als über neue kognitionswissenschaftlich-experimentelle Techniken erfassbar.