Teilprojekt 03: "Diagnostik und individuelle Förderung im Mathematik-unterricht der Sekundarstufe und beruflicher Bildung (DIMAS+B)"

Das Überwinden einer mathematischen Fehlvorstellung verglich dereinst ein Lernender während der Schulpraktischen Studien in seiner Euphorie mit dem Betätigen eines Lichtschalters. Um als Lehrperson fehlerhafte Denkprozesse bei Lernenden aufzudecken – sprichwörtlich Licht ins Dunkel zu bringen –, ist es unabdingbar, Schülerfehler zu erkennen und zu analysieren, da auftretende Fehler erste Indizien für kognitive Dissonanzen liefern. Heterogene Lerngruppen erfordern einen an die individuellen kognitiven Bedingungen der Lernenden anknüpfenden Unterricht und verstärken die Notwendigkeit, als Lehrperson ein umfangreiches Wissen über Schülerfehler und über die Diagnose von Denkvorstellungen aufzubauen. An diesem Punkt setzt, wie bereits DiMaS-net (erste Förderphase von Pronet), auch DIMAS+B an.

Ziel ist es, die in DiMaS-net konstruierten fehlerdiagnostischen Interviews für den Mathematikunterricht der Sekundarstufen (zuzüglich Fördermaterialien) weiterzuentwickeln und bundesweit Lehrpersonen und Studierenden für die Nutzung bereitzustellen. Überdies wird für angehende Berufsschullehrkräfte (Wirtschaftspädagogen) eine Modifikation des bisher für L2-Studierende eingesetzten Seminarkonzeptes zur individuellen Diagnostik und Förderung angestrebt. Gründe hierfür sind die insbesondere in der beruflichen Bildung anzutreffende heterogene Schülerschaft sowie eine vermutete Problematik defizitärer mathematischer Diagnosekompetenzen angehender Wirtschaftspädagogen. Eine Implementierung des Seminarkonzeptes wird desgleichen für Lehrerfortbildungen sowie für L3-Studierende anvisiert.

 

Kontakt

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borromeo@mathematik.uni-kassel.de

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sstrauch@mathematik.uni-kassel.de

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