Teilprojekt 09: "Mehrsprachigkeitsbezogenes Lehrerhandeln im bilingualen Sachfachunterricht- Professionalisierung angehender und aktiver Lehrkräfte"

Die Sprachenvielfalt in Europa einerseits und die Komplexität historisch-politischer Fragestellungen andererseits machen es erforderlich, dass angehende Lehrkräfte in der Lage sind, in zwei oder mehr der europäischen Schulfremdsprachen Materialien zu erschließen und im Unterricht einzusetzen. Gleichzeitig muss eine Sensibilität für die herkunftssprachliche Mehrsprachigkeit der Schüler*innen entwickelt werden, um diese für den Unterricht fruchtbar zu machen.

Grundlage des Teilprojekts sind der weitere Ausbau und die Weiterentwicklung einer bereits existierenden interdisziplinären Kooperation der zwei Fachdidaktiken Anglistik und Geschichte. Im Zentrum der Weiterentwicklung steht das mehrsprachigkeitsbezogene Lehrerhandeln im bilingualen Sachfachunterricht. Zu diesem Zwecke werden aufeinander abgestimmte, parallellaufende Hochschullernumgebungen angeboten, die sich mit Lebensgeschichten von Zeitzeugen beschäftigen.

In den Veranstaltungen der Geschichtsdidaktik liegt der Fokus auf geschriebenen Lebensgeschichten in Form von Ego-Dokumenten. Die Studierenden analysieren und diskutieren in Gruppen vor allem französische und deutsche Selbstzeugnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, wie zum Beispiel Tagebücher, Zeitzeugenberichte oder autobiographische Texte. Komplementär dazu liegt in den Veranstaltungen der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung der Fokus auf der Konstruktion der eigenen Lebensgeschichten („life stories“) in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Um den Ansatz umzusetzen, wird das „ABC‘s of Cultural Unterstanding and Communication“ (Schmidt, 1998; Schmidt & Finkbeiner, 2006; Finkbeiner & Lazar, 2015) als Modell und Vehikel genutzt. Studierenden - Senior*innen Tandems werden gebildet und es findet eine „Intergenerationenkonferenz“ statt. Wichtig ist der gemeinsame Studierenden Workshop, in welchem Studierende der Geschichtsdidaktik und der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung sich mit Thesen zum mehrsprachigen Unterricht auseinandersetzen und diese diskutieren.  Ziel der Hochschullernumgebungen ist die Sensibilisierung der angehenden Lehrpersonen für Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstheit sowie Multiperspektivität. Das Projekt dient der Profilbildung der angehenden Lehrkräfte, die eine Qualifizierung im Bereich mehrsprachigen Lehrens und Lernens erwerben.

 

Kontakt

Prof. Dr. Claudia Finkbeiner
+49 561 804-3353
cfink@uni-kassel.de

Prof. Dr. Christine Pflüger
+49 561 804-3116
Christine.pflueger@uni-kassel.de

Regina Kaminski
+49 561 804-7498
kaminski@uni-kassel.de