Open Access Policy der Universität Kassel

Senat und Präsidium der Universität Kassel haben am 28. November 2005 als eine der ersten Hochschulen in Deutschland eine Open-Access-Policy mit folgendem Wortlaut beschlossen:

"Das Präsidium der Universität Kassel fordert die wissenschaftlichen Autoren der Universität Kassel nachdrücklich dazu auf, ihre Urheberrechte wahrzunehmen und ihre wissenschaftlichen Publikationen durch elektronische Parallelpublikationen frei im Internet zu veröffentlichen. Für das Recht auf so genanntes Self-archiving bieten Fachgesellschaften und die Universität Kassel geeignete Schriftenserver, die genutzt werden sollten, um wissenschaftliche Informationen barrierefrei zugänglich zu machen. Das Präsidium empfiehlt, das Angebot der Universitätsbibliothek Kassel, Mitgliedern der Universität die kostenlose elektronische Ablage ihrer wissenschaftlichen Arbeiten auf dem eigenen Hochschulschriftenserver zu ermöglichen, wahrzunehmen."

Die Policy ist somit eine Empfehlung zur Veröffentlichung eigener wissenschaftlicher Publikationen auf dem Grünen Weg des Open Access, also in Form von Zweitpublikationen auf entsprechenden Schriftenservern, insbesondere dem Publikationsserver KOBRA der Universität Kassel. Zur Zeit befindet sich eine wesentlich umfassendere Policy in der Diskussion, über die nach Verabschiedung durch den Senat an dieser Stelle berichtet werden wird.

Ferner ist die Universität Kassel Unterzeichnerin der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen sowie der Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft. Diese Erklärungen ermutigen die Wissenschaftler u.a. zur Veröffentlichung in Form des Open Access bzw. wirken auf eine wissenschaftsfreundliche Urheberrechtsnovellierung und die politische Förderung von Open Access hin. 2016 hat die Universität als eine der ersten in Deutschland auch die auf der 12. Berliner Open-Access-Konferenz abgestimmte OA2020-Mission unterzeichnet und unterstützt damit die Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens vom bisherigen Subskriptionsmodell zu Open Access, was unter anderem durch die kostenneutrale Umschichtung von Geldern geschehen soll.