Nachlässe

Ein mehr als 1000 Briefe umfassender Teilnachlass von Rebecka Mendelssohn Bartholdy und Gustav Dirichlet ging am 1. Juli 2019 in das Eigentum der Universitätsbibliothek Kassel über. Informationen zum Nachlass  - Pressemeldung

Die Universitätsbibliothek Kassel betreut über 90 Nachlässe und Teilnachlässe sowie mehr als 20.000 Autografen. Diese Sammlungen stammen teils aus dem historischen Erbe der alten Landesbibliothek der Landgrafen von Hessen-Kassel, teils aus Neuerwerbungen (Schenkungen, Ankäufe, Deposita), die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Bestand gelangten. Sie weisen in der Regel starke lokal- und regionalhistorische Bezüge auf und sind thematisch wie zeitlich weit gespannt.

In KALLIOPE sind bisher 75 Nachlässe und über 10.000 Einzelautografen des Kasseler Bestandes recherchierbar. Weitere Nachlässe und neu erstellte Aufnahmen von Einzelbriefen werden sukzessive nachgeführt.

Die folgenden Nachlässe aus dem Bestand der Landesbibliothek sind aufgrund ihres Umfangs und ihrer Bedeutung besonders bemerkenswert.


Rudolf Erich Raspe

Rudolf Erich Raspe

Rudolf Erich Raspe († 1794) stand zwischen 1767 und 1774 als Kurator am Kasseler Kunsthaus Museum Fridericianum und als Professor der Altertümer am Collegium Carolinum im Dienste des Kasseler Hofes. Da er nach einer Diebstahlsaffäre Kassel unter Zurücklassung seines gesamten Besitzes fluchtartig verließ, gelangten große Teile seiner umfangreichen Korrespondenz (rund 1100 Briefe) in die landgräflichen Sammlungen. [mehr]


Briefausschnitt Gustav und Rebecka Dirichlet

Dirichlet

Bei den mehr als 1000 Briefen, deren Existenz lange Zeit nur engen Fachkreisen bekannt war, handelt es sich überwiegend um private Korrespondenzen von Rebecka Dirichlet, geb. Mendelssohn Bartholdy (1811-1858), Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys und Fanny Hensels, und von deren Ehemann, dem bekannten Mathematiker Gustav (Lejeune) Dirichlet (1805-1859). Die Überlieferung umfasst im wesentlichen den Zeitraum von etwa 1822 bis 1858. [mehr]

Louis Spohr

Unter den im Bestand der Landesbibliothek befindlichen Musikernachlässen ragt der Teilnachlass von Louis Spohr (1784-1859) zweifelsfrei hervor. Er enthält vorwiegend Musikdrucke, Lebenszeugnisse, autographe Briefe und eine Sammlung von Programmheften, die die europaweite Aufführung seiner Musik dokumentieren (Signatur: 2° Ms. Mus. 1500). [mehr]


Franz Rosenzweig

Franz Rosenzweig (1886-1929), geboren in Kassel, gehört zu den bedeutendsten Religionsphilosophen deutscher Sprache. 2006 konnte die Universität mit öffentlicher und privater Unterstützung einen wertvollen Teilnachlass aus dem Besitz seiner Schwiegertochter Ursula erwerben. Es handelt sich hierbei um mehrere tausend Objekte (Briefe, Briefkopien, Fotos und andere Dokumente), die in der Rosenzweig-Forschung bisher nicht oder nur auszugsweise bekannt waren. [mehr]


Hans Jürgen von der Wense

Hans Jürgen von der Wense

Der Schriftsteller, Komponist und Universalgelehrte Hans Jürgen von der Wense (1894-1966) veröffentlichte zeitlebens nur wenige kurze Texte, Essays und Musikstücke. Er hinterließ jedoch einen umfangreichen Nachlass mit Briefen, Übersetzungen, literarischen und musikalischen Skizzen, Kleinbildfotografien sowie landes- und völkerkundlichen Textsammlungen. [mehr]