Goldener Weg des Open Access

Hierbei handelt es sich um Erstveröffentlichungen wissenschaftlicher Artikel in Open-Access-Zeitschriften. Aber auch Monografien und Sammelbände können als reine Open-Access-Publikationen erscheinen.

Qualitätssicherung

Teilweise bestehen Vorbehalte bezüglich der Qualität von Open-Access-Zeitschriften, die sich aufgrund ihres kurzen Erscheinungsverlaufs noch nicht im selben Maße etablieren konnten wie traditionsreiche Subskriptionszeitschriften. Doch auch seriöse Open-Access-Zeitschriften wenden eine Qualitätssicherung ihrer Inhalte durch Peer Review an. Zu bedenken ist, dass die Qualitätssicherung wissenschaftlicher Zeitschriften durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Rolle als Herausgeber und Reviewer meist ehrenamtlich erfolgt. Werden diese Tätigkeiten statt für teure Subskriptionszeitschriften für Open-Access-Zeitschriften durchgeführt, kann deren wissenschaftliche Qualität weiter gefördert werden. Leider gibt es aber auch betrügerische Verlage (im Englischen als "predatory publisher" bezeichnet), die ein Peer Review nur vortäuschen. Bei solchen Verlagen sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon allein aus Eigeninteresse, aber auch, um deren Geschäftspraktiken nicht zu unterstützen, keinesfalls publizieren. Bei Zweifeln an der Seriösität einzelner Journals berät der Open-Access-Beauftragte Dr. Tobias Pohlmann Sie gerne.

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) verzeichnet internationale Open-Access-Zeitschriften. Titel, die mit einem grünen Haken gekennzeichnet sind, wurden nach März 2014 aufgenommen und erfüllen die seitdem geltenden, strengeren Qualitätsanforderungen. Alle anderen Zeitschriften werden im Laufe der Zeit entsprechend nachevaluiert. In der Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA) haben sich seriöse Verlage zusammengeschlossen, die gemeinsame Standards für Open-Access-Zeitschriften erarbeiten. Eine nützliche Checkliste bei der Auswahl seriöser Zeitschriften (nicht nur Open Access) stellt think - check - submit bereit.

Finanzierung

Zu ihrer Finanzierung erheben einige Open-Access-Verlage Artikelgebühren. Die UB verwaltet einen Publikationsfonds, aus dem solche Gebühren bezahlt werden können. Es existieren aber auch andere Modelle wie z.B. die Finanzierung durch wissenschaftliche Fachgesellschaften oder herausgebende Forschungsinstitutionen.

Neben den reinen Gold-Open-Access-Zeitschriften gibt es auch sogenannte Hybridzeitschriften. Dies sind klassische Subskriptionszeitschriften, deren Verlage den Autorinnen und Autoren anbieten, ihre Artikel gegen Gebühr im Open Access freizuschalten. Somit verdient der Verlag zusätzlich zu den Einnahmen aus den Abonnements ein zweites Mal durch die Open-Access-Gebühren. Dieses Modell ist umstritten. Während es von einigen Forschungsförderern unterstützt wird, erlaubt die Deutsche Forschungsgemeinschaft keine Zahlung solcher Artikel aus den von ihr unterstützten Open-Access-Fonds.

Weitere Angebote

Der Universitätsverlag kassel university press (kup) bietet einen umfassenden Verlagsservice mit verschiedenen Möglichkeiten zur Veröffentlichung von Monographien, Schriftenreihen und Zeitschriften. Es kann aus unterschiedlichen Publikationsformen gewählt werden, darunter auch Open Access. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Verlagsseiten.

Für die Herausgabe eigener goldener Open-Access-Journals durch Professorinnen und Professoren der Universität bietet die UB Kassel mit Open Journal Systems eine hierfür geeignete technische Plattform an.