Gründe für Open Access

Seit der sogenannten Zeitschriftenkrise nehmen die Preise für Abonnements vieler wissenschaftlicher Zeitschriften stetig zu, so dass die Budgets der Universitätsbibliotheken überstrapaziert werden. Zahlreiche Titel mussten daher in der Vergangenheit abbestellt werden. Dieser Trend setzt sich fort mit der Folge einer Verschlechterung des Zugangs zu wissenschaftlicher Information. Zudem muss der Zugriff auf veröffentlichte Forschungsergebnisse, die im Rahmen öffentlich finanzierter Projekte unter Verwendung von Steuergeldern entstehen und in subskriptionspflichtigen Zeitschriften publiziert werden, aus zusätzlichen Steuergeldern zur Finanzierung von Universitäten und Bibliotheken teuer zurückgekauft werden.

Ein Lösungsansatz ist das Publizieren im Open Access, das zahlreiche Vorteile bietet:

  • weltweit kostenfrei verfügbar
  • erhöhte Sichtbarkeit von Publikationen und Daten
  • schneller Zugriff
  • gute Auffindbarkeit, z.B. über Suchmaschinen
  • bessere Informationsversorgung
  • vermehrte Zitierhäufigkeit
  • Förderung internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • beschleunigte Verbreitung und Diskussion von Forschungsergebnissen
  • Verbleib der Verwertungsrechte bei den Autorinnen und Autoren

Demgegenüber bestehen bei einigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Vorbehalte bezüglich Qualität, Authentizität der Dokumente, rechtlichen Fragen, Finanzierbarkeit und Verlagerung der Kosten von Subskriptions- zu Autorengebühren. Daher hat sich Open Access je nach Fachdisziplin bisher erst in unterschiedlichem Maß etabliert. Ein Vorreiter sind die Naturwissenschaften, während z.B. in den Geschichtswissenschaften noch vermehrt auf traditionellem Weg publiziert wird. Laut einer Umfrage im Rahmen der Study of Open Access Publishing (SOAP) beurteilen jedoch 90 Prozent aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Open Access für ihre Fachdisziplin positiv.

Open Access ist seit 2006 in der Förderpolitik der DFG verankert. Sie empfiehlt die Veröffentlichung der von ihr geförderten Forschungsergebnisse in Open-Access-Zeitschriften (Goldener Weg) oder als Zweitveröffentlichung auf Dokumentenservern (Grüner Weg). Das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 fordert Open Access explizit. Auch das BMBF sieht inzwischen für seine Fördermittelnehmer Veröffentlichungen im Open Access vor. Zur Finanzierung solcher Veröffentlichungen auch nach Auslaufen der Projektförderung stellt das BMBF einen "Post-Grant-Fund" bereit.