Veranstaltungsarchiv


Das Museum der Aufklärung und sein Publikum (2012)

Friedrichsplatz

Das Besucherbuch von Kunsthaus und Museum Fridericianum

Vortrag zu den Ergebnissen des DFG-Projekts zum Besucherbuch
von Kunsthaus und Museum Fridericianum 1769-1796
von Dr. Andrea Linnebach-Wegner

Dienstag, 28. Februar 2012, 18.00 Uhr im Eulensaal

Das  Museum Fridericianum verkörpert als erster der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglicher Museumsneubau Europas wie kaum eine andere Institution das "Museum der Aufklärung". In seiner Kombination aus Kunst- und Naturaliensammlungen, Bibliothek und Sternwarte galt es als ideale Bildungseinrichtung seiner Zeit. Dass es tatsächlich Besucher aus der ganzen Welt anzog, dokumentiert vorzüglich das dort im Handschriftenzimmer ausliegende „Fremdenbuch“, das bereits 1769 für die Vorgängerinstitution, das sog. Kunsthaus  im Ottoneum, angelegt worden war. Rund 14.000 Personen finden sich darin eingetragen – ein vielfältiges Publikum, darunter ein Großteil der europäischen Gelehrtenwelt sowie viele illustre Namen aus den europäischen Fürstenhäusern, von Abenteurern und Erfindern, aber auch von Schauspielerinnen oder Bürgersfrauen.

Dieses Buch stellt eine hervorragende Quelle nicht nur zur Museumsgeschichte, sondern zur Kultur-, Sozial- und Wissenschaftsgeschichte der Aufklärungszeit insgesamt dar. Es liefert Kenntnisse über die Besucherzahlen, den Anteil der verschiedenen Besuchergruppen nach Nationalität, Stand, Geschlecht, Alter, Religion oder Beruf, sowie zu Veränderungen im Besucherzustrom, z. B. im historischen Kontext (Französische Revolution). Es ergeben sich vielfältige Einblicke in die geographische Mobilität und den Bildungstourismus im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, aber auch in europäische Politik- und Wirtschaftsbezieh-ungen. In regionaler Verortung wie weltweiten Bezügen wird zugleich die Bedeutung des Collegium Carolinum, Vorgängers der Universität Kassel, als eines wichtigen Knotenpunkts im Kommunikationsnetz der Aufklärung erhellt.

Die von der DFG finanzierte vollständige digitale Edition dieses Buchs steht nun vor dem Abschluss. Erstmals wird damit in einem herausragenden Beispiel das Besucherbuch eines Museums komplett erschlossen und in diesem Jahr über die Universitätsbibliothek online zugänglich gemacht. Die Bearbeiterin der Edition, Dr. Andrea Linnebach-Wegner, wird Ergebnisse dieses Projekts vorstellen und insbesondere erläutern, welch wichtige und bislang unterschätzte Rolle Kassel durch dieses Museumspublikum unter den Zentren der europäischen Aufklärung einnahm.

Projektseite

Gebaute Zukunft (2012)

Einblicke in Modernisierung und Erweiterung der Murhardschen Bibliothek: Die Universität informiert über ihr Bauprojekt am Brüder-Grimm-Platz

Dienstag, 20. März 2012, 18.00 Uhr im Eulensaal

Die Universität baut! Nicht nur am Campus Nord entstehen neue, modernsten Anforderungen entsprechende Räumlichkeiten für Forschung und Lehre. Auch am Brüder-Grimm-Platz, wo sich die zur Universität gehörende Murhardsche Bibliothek befindet, wird in eine aufwändige Sanierung und einen Anbau investiert.

Zum Schutz der einzigartigen und weltweit bekannten kostbaren, reich illuminierten Handschriften der Universitätsbibliothek erhält das Gebäude die längst überfällige Anpassung an heutige konservatorische Standards. Umfassende Umbaumaßnahmen sind nötig, um den Erhalt des kulturellen Erbes der Region langfristig zu sichern, außerdem den wachsenden Medienbestand der Landes- und Murhardschen Bibliothek unterzubringen sowie den zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland eine moderne und komfortable Forschungsumgebung zu bieten.

Ganz im Sinne ihrer beiden Stifter Friedrich und Karl Murhard  stehen beim Umbau der Murhardschen  auch die Service-Verbesserungen für die Bürgerschaft Kassels im Zentrum des Interesses: hohe Aufenthaltsqualität durch einen modernen Lesesaal und ein Lesecafé mit Blick in den Murhardpark, deutlich mehr moderne Benutzerarbeitsplätze, verbesserte Ausstattung der Rechnerplätze, Schulungs- und Gruppenarbeitsräume, kürzere Wege im Haus und eine Buchaufstellung nach modernen und übersichtlichen Kriterien.

Mit dem Abschluss der Baumaßnahme können endlich auch die kostbaren Handschriften und alten Drucke, die historischen Karten und Musikautographen  in einem angemessenen Ausstellungsraum gezeigt werden.

In Anwesenheit des Präsidenten Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep werden der leitende Bibliotheksdirektor, Dr. Axel Halle , die Leiterin der Murhardschen Bibliothek, Susanne Rockenbach und der Architekt Hartmut Walter ( Büro Sichau & Walter) das Bauprojekt vorstellen.

Hans Jürgen von der Wense (2012)

Einflüsse - Wirkungen – Inspirationen

Präsentation des soeben im Universitätsverlag kassel university press erschienenen ersten Bandes der neuen Schriftenreihe Wense-Schriften.

Den Vortrag hält Dr. Harald Kimpel. Den musikalischen Rahmen gestaltet der bekannte Kasseler Kirchenmusiker und Komponist Martin Wenning mit Wense-Kompositionen aus den Jahren 1915 und 1919.

Dienstag, 22. Mai 2012, 18.00 Uhr im Eulensaal

Hans Jürgen von der Wense (1894-1966), einer der eigenwilligsten literarischen und universellen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, lebte in den 1930er Jahren in Kassel. Sein Nachlass, unter anderem Collagenbücher, Briefe und Noten, wird in der Universitätsbibliothek Kassel aufbewahrt und wissenschaftlich erschlossen.

Der von Dr. Andreas Gebhardt und Karl-Heinz Nickel edierte Band begründet die Reihe Wense-Schriften, mit der Leben und Werk des Universalgelehrten Hans Jürgen von der Wense (1894 bis 1966) erkundet und zugänglich gemacht werden soll. Gemeinsame Herausgeber der Schriftenreihe sind Dr. Axel Halle, Prof. Dr. Dieter Heim und Dr. Reiner Niehoff.

In den acht Beiträgen des ersten Bandes geht es unter anderem um Wenses Verhältnis zu den Wolken, die Sammlung seiner 319 Mappen, seinen Nachlass sowie seine langjährige Freundschaft mit Hedwig Woermann. Der Band befasst sich außerdem mit Wenses Klaviermusik sowie Geistesverwandtschaften mit Victor Segalen und Georges Bataille. Der überwiegende Teil der Beiträge geht auf die 2. Internationale Wense-Tagung zurück, die im November 2010 im Eulensaal der Murhardschen Bibliothek stattfand und vom Literaturhaus Nordhessen e.V. in Kooperation mit der Universitätsbibliothek und dem Kasseler Wense-Forum organisiert wurde. Die Drucklegung des Bandes wurde vom Kulturamt der Stadt Kassel freundlich gefördert.

Gestohlen - Verloren - Restituiert (2012)

Das Schicksal der Kasseler Büchersammlungen nach dem Krieg

Dienstag, 26. Juni 2012 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Zum Schutz vor Luftangriffen ausgelagert und in Depots untergebracht, nach Kriegsende aus den Verstecken verschwunden, in Übersee wieder aufgetaucht... Viele Geschichten und manch sonderbare Wege sind mit dem historischen Buchbestand der Landes- und Murhardschen Bibliothek verbunden. Zahlreiche Werke, die dem Bombenhagel entkommen waren, fehlten beim Einzug der Landesbibliothek in das Gebäude der Murhardschen, und etliche davon sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Einige der spannenden Verlustgeschichten werden Holger Ehrhardt, Inhaber der Brüder-Grimm-Stiftungsprofessur, Konrad Wiedemann, Leiter der Handschriftenabteilung und Axel Halle, leitender Bibliotheksdirektor erzählen. Von kostbaren Handschriften, Teilen der Grimmsammlung und den historischen Besitzstempeln der Bibliothek wird die Rede sein. Und nicht zuletzt von den aufwändigen Bemühungen, die kostbaren Stücke doch noch irgendwann zurück zu bekommen.

Die Veranstaltung ist die vorerst letzte in der Reihe Treffpunkt Eulensaal. Danach schließen sich die Türen des Eulensaals für die Dauer der bevorstehenden Sanierungsphase, nach deren Abschluss sich die Veranstaltungsreihe 2015 mit einem neuen interessanten Kulturprogramm präsentieren wird.


Das Alte Kassel digital (2011)

Die Sammlung Germandi in der Universitätsbibliothek KasselDienstag, 10. Mai 2011 um 18.00 Uhr im historischen EulensaalEinblicke in das neue digitale Archiv ORKA mit Kommentaren und Erinnerungender bekannten Kassel-Kenner Hans Germandi und Hartmut MüllerEine besondere und für die Kasseler Bürgerinnen und Bürger einzigartige historische Fotosammlung steht jetzt im Onlinearchiv der Universitätsbibliothek (ORKA) frei zur Verfügung. Hans Germandi, der bekannte Kassel-Chronist, hat seinen umfangreichen Fundus an Fotografien, Dias und Vorträgen der Universitätsbibliothek Kassel für die Bewahrung und Digitalisierung zur Verfügung gestellt.

Anhand von Aufnahmen aus der Zeit vor der Zerstörung Kassels und des Wiederaufbaus werden Hans Germandi und Hartmut Müller die Bedeutung dieser Sammlung für die Stadtgeschichte und die Erinnerungskultur anschaulich machen.

Die Universitätsbibliothek hat einen ersten Schwerpunkt der Digitalisierung auf die historische Fotosammlung der Bibliothek gelegt. Dies ist sowohl von der Bevölkerung als auch von der Wissenschaft sehr gewünscht worden. Nun kann man von jedem Ort der Welt auf diese Bestände zugreifen und muss nicht mehr die Originale in der Bibliothek in die Hand nehmen oder in Bildbänden nach ihnen suchen. Damit werden die Fotos geschützt. Die Fotos sind so hochwertig digitalisiert, dass man im Internet Details erkennt, die man nur mit den Vergrößerungsmöglichkeiten der Digitalisierung erkennen kann. 
Hans Germandi und der Bibliothek ist es ein besonderes Anliegen, die Erinnerung zu bewahren. Die Erforschung und der wissenschaftliche Diskurs zu einzelnen historischen Dokumenten werden auf diese Weise langfristig gesichert und zugleich deutlich erleichtert.

Alchemie am Kasseler Hof (2011)

Zwischen Spekulation und Experiment: Ausstellung kostbarer Alchemie-Handschriften der Universitätsbibliothek Kassel

Vom 1. Juli bis 25. November 2011

Ausstellungseröffnung am 1. Juli, 18 Uhr im Eulensaal

Die Kasseler Alchemica-Sammlung ist die größte ihrer Art in Deutschland. Als Landgraf Moritz 1632 starb, hinterließ er mit seiner Bibliothek auch 256 alchemische Handschriften in unterschiedlichen Formaten, die als Eigentum der alten Landesbibliothek heute noch vollständig in der Universitätsbibliothek aufbewahrt werden.

Die neue Wechselausstellung in der Murhardschen Bibliothek widmet sich der größten Handschriftengruppe dieses Bestandes, den Quarthandschriften. Unter den hauptsächlich als Lehr- und Rezeptbücher angelegten Handschriften sind etliche reich bebildert mit historischen Versuchsaufbauten und Darstellungen der historischen Auffassung von der Transmutation (der Verwandlung der Materie).

Hintergrund der Austellung ist die Fertigstellung des neuerschienen zweibändigen Kataloges "Manuscripta chemica in Quarto" von Prof. Dr. Hartmut Broszinski, dem früheren Leiter der Handschriftenabteilung der  Universitätsbibliothek.Ein Begleitheft zur Ausstellung ist vor Ort erhältlich.

"...ein einzigartiges Vergnügen..." (2011)

Michael Maier (1569 – 1622) und seine Atalanta Fugiens

Ein alchemistisches Kunstwerk in Bildern, Prosa, Reimen und Musik
Vortrag: Dr. Rainer Werthmann
Musik: Dr. Claudia Schweitzer (Cembalo)

Am Dienstag, 27. September 2011 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Wer immer einmal in Büchern über Alchemie gestöbert hat, kennt sie: qualitätvolle Kupferstiche mit bizarren Motiven, Gestalten aus der Mythologie, Tiere wie Drachen oder geflügelte Löwen, aber auch scheinbar harmlose Landschaftsdarstellungen und Szenen aus dem täglichen Leben.
Sie entstammen dem Buch „Atalanta fugiens“ des universal gebildeten Arztes und Alchemisten Michael Maier (1569 – 1622). Es gilt, auch über die Alchemie hinaus, als eines der schönsten Emblembücher der Barockzeit.

Der Autor hat eine besondere Beziehung zu Kassel. Er gehörte als „Medicus und Chymicus von Hauß aus“ zum Kreis der Naturforscher um Landgraf Moritz den Gelehrten (1572 – 1632). Briefe Maiers an Moritz sind in der Handschriftensammlung der Murhardschen Bibliothek erhalten.

„Atalanta fugiens“ ist ein Gesamtkunstwerk. Bilder, Dichtung, Prosa und Musik verweben sich zu einer Einheit, die dem Leser, Betrachter und Zuhörer einerseits die Alchemie nahebringen will, andererseits, entsprechend dem Original-Untertitel  des Buches, den Anspruch hat, ein „einzigartiges Vergnügen“ zu bereiten.

Anhand charakteristischer Beispiele aus dem Buch wird der Chemiker Dr. Rainer Werthmann die Grundlagen von Michael Maiers alchemistischer Denkweise erläutern. Die dabei behandelten „Geheimnisse der Natur“ wird Frau Dr. Claudia Schweitzer, Spezialistin für Alte Musik an der Musikhochschule Leipzig, am Cembalo hörbar machen. Ein interdisziplinärer Augen- und Ohrenschmaus, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

"Von Landgraf Moritz eigenhändig verfertigt..." (2011)

Die architektonischen Handzeichnungen des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel

Vortrag zu den Ergebnissen des DFG-Projekts von Dr. Ulrike Hanschke und Präsentation von  restaurierten Originalhandzeichnungen

Dienstag, 1. November 2011 um 18.00 Uhr im Eulensaal

zu den Schätzen der Universitätsbibliothek Kassel gehört eine umfangreiche Sammlung von Architekturzeichnungen, die Landgraf Moritz (1572 – 1632) persönlich geschaffen hat. Er zeichnete  Schlösser, Burgen, Herrenhäuser, Gutshöfe, Wirtschaftsgebäude in Nord- und Osthessen, machte Entwürfe für Herrensitze und dokumentierte Gebäude auf seinen Reisen in andere Gebiete Deutschlands. Die etwa 300 Jahre alten Zeichnungen werden noch heute in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek aufbewahrt. Die Sammlung umfasst neben Zeichnungen des Landgrafen Moritz auch „Abrisse“ - so der zeitgenössische Ausdruck - von der Hand anderer Zeichner sowie einige Schriftstücke. In dieser speziellen, bis heute unverändert erhalten gebliebenen Zusammensetzung sowie als Dokument der umfangreichen zeichnerischen
Tätigkeit eines deutschen Fürsten zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist dieser Bestand einzigartig.


Den besonderen Wert der Architekturzeichnungen hat auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft erkannt. Sie fördert seit 2009 die wissenschaftliche Erschließung der Architekturzeichnungen von Landgraf Moritz. Ihr Wert liegt einerseits darin, dass ein vielseitig begabter Fürst hier sein Können auf hohem Niveau zeigt. Andererseits ist die Sammlung auch ein historisches Baudokument. Gebäude, die durch die Kriege vernichtet oder von späteren  Generationen verändert wurden, werden in ihrem ursprünglichen Zustand sichtbar, bei Gebäudeentwürfen wird deutlich, welche Vorstellungswelt in der Spätrenaissance Anfang des 17. Jahrhunderts herrschte.
Im Rahmen der  wissenschaftlichen Auswertung wurden außerdem sämtliche Zeichnungen wie auch Schriftstücke über das digitale Archiv ORKA der Universitätsbibliothek online zugänglich gemacht.

Neben der Präsentation von Ergebnissen des DFG-Projekts durch die Projektleiterin Frau Dr. Ulrike Hanschke wird an diesem Abend auch eine Auswahl der mit Hilfe von Spenden inzwischen aufwändig restaurierten Originale zu sehen sein.

Vergessene Schätze der Casseler Hofkapelle (2011)

Gründungskonzert mit einer Einführung von Prof. Dr. Hartmut Broszinski.

Dienstag, 22. November 2011 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Der im Sommer 2011 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aufführung und Pflege Alter Musik in Kassel zu fördern und dabei einen speziellen Schwerpunkt auf Musik aus der Sammlung alter Handschriften und Musikdrucke aus dem Bestand der alten Landesbibliothek zu setzen, um deren verborgene Schätze wieder einer breiten Öffentlichkeit vertraut zu machen.
Das aus Mitgliedern des Vereins bestehende Ensemble stellt Werke von vier Komponisten vor, die im Bestand der Universitätsbibliothek im Original vorhanden sind.

Georg Otto (1550-1618) war ab 1586 Kapellmeister der Kasseler Hofkapelle, unterrichtete Landgraf Moritz und zählte um 1590 sogar den kleinen Heinrich Schütz zu seinen Schülern. Sein Name ist heute fast ebenso vergessen wie der seines italienischen Kollegen Guaspare Torelli, von dem lediglich bekannt ist, dass er um 1600 in und um Padua als Komponist und Lehrer wirkte und dessen letzte Veröffentlichung aus dem Jahr 1613 stammt. Am bekanntesten ist Andreas Hammerschmidt (1611-1675), dessen 400. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird und dessen vokale und instrumentale Werke auch heute zum Konzertrepertoire zählen. Repräsentieren diese drei Komponisten musikalisch den Übergang von der Renaissance- zur frühen Barockmusik, so ist der vierte, August Kühnel (1645-ca.1700), bereits ganz dem Hochbarock mit deutlichen französischen Einflüssen verhaftet.

Die Universitätsbibliothek und cavata cassel freuen sich sehr über diese neue Möglichkeit der Zusammenarbeit von Archiv und Ensemble.  Denn die  Ausstellung von historisch wertvollen Originalen  gewinnt um ein Vielfaches an Bedeutung, wenn die kostbaren Partituren nicht allein in Vitrinen gezeigt, sondern auch zu Gehör gebracht werden.
Freuen Sie sich auf einen interessanten musikalischen Abend mit wiederentdeckten Stücken aus der Zeit der Renaissance und einemambitionierten Ensemble.


Und nun erstrahlt in neuem Glanze ... (2010)

Feierliche Eröffnung der neuen Vitrinen-Anlage im Foyer des historischen Eulensaals der Universitätsbibliothek

Dienstag, 2. Februar 2010 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Eröffnung: Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep

Horst Seidenfaden liest aus seinem neuesten Buch „Hadubrands Erbe“,
Gelegenheit zur Besichtigung der beiden im Roman gestohlenen Kostbarkeiten:
Hildebrandlied und Willehalmkodex.

Die Universitätsbibliothek hat Grund zum Feiern.

Mit Hilfe von Spendengeldern in Höhe von über 70.000 Euro konnte jetzt der Einbau einer modernen Vitrinen-Anlage für den Vorraum des historischen Eulensaals verwirklicht werden. Hier können in Zukunft in direkter Verbindung zum Eulensaal und zusätzlich zu den Vitrinen im Untergeschoss Ausstellungen zur Geschichte der Bibliothek wie auch Exponate zu besonderen Beständen und Anlässen gezeigt werden.

Klosterbibliotheken an den Seidenstraßen (2010)

Die Erforschung orientalischer Handschriften in Kassel

Dienstag, 27. April 2010, 18.00 Uhr im Eulensaal

Finissage der Ausstellung zu den Kasseler Orientalia mit einem Vortrag von Prof. Dr. Klaus Röhrborn, Institut für Turkologie und Zentralasienkunde der Universität Göttingen.

Führung durch die Ausstellung: Dr. Michael Knüppel, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Die zur Zeit im Vorraum des Tresors der Murhardschen Bibliothek ausgestellten Kasse­ler Orientalia stellen eine über mehrere Jahrhunderte eher zu­fäl­lig zusammen gekommene Sammlung orientalischer Handschriften aus einem geographi­schen Raum dar, der von Tunesien bis nach Japan und vom Irtysch in Sibirien bis in die Inselwelt Süd- und Südostasiens reicht.

Bei den frühesten nach Kassel gelangten Orientalia handelt es sich um zwei hebräische Handschriften, darunter eine Torah-Rolle, und einen im 16. Jahrhundert in Tunis erbeuteten Qur'an. Die hebräischen Handschriften, die ins 13. Jahrhundert datiert wurden, gehören wegen ihrer Seltenheit zu den Höhepunkten der Sammlung.
Andere ungewöhnliche Schätze unter den Exponaten: die wohl früheste nach Deutschland gelangte mongolische Handschrift sowie das wohl ebenfalls erste tibetische Manuskript, das seinen Weg in die Bestände einer deutschen Bibliothek gefunden hat. Beides Zugänge, die auf die Bemühungen von Zar Peter I. (dem Großen) um Entschlüsselung dieser Texte zurückgehen. Von diesen Anstrengungen zeugt ein ebenfalls erhaltener Transkriptionsversuch der tibetischen Schrift, der sich ebenfalls in den Beständen findet - auch dies das wohl früheste Zeugnis solcher Bemühungen hierzulande. Weitere Höhepunkte der Sammlung bilden zweifelsohne zwei aufwändig gestaltete Fermane aus der Kanzlei der osmanischen Sultane sowie eine kleine Sammlung von Palmblatthandschriften aus dem südasiatischen Raum.

425 Jahre Heinrich Schütz (2010)

Portrait Heinrich Schütz

Die Universitätsbibliothek zeigt wertvolle Autographe und Musikdrucke zum 425. Geburtstag von Heinrich Schütz (1585-1672)

 

Ausstellungseröffnung:
Dienstag, 8. Juni 2010 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Im Jubiläumsjahr des bedeutendsten deutschen Komponisten vor Johann Sebastian Bach und parallel zu den zahlreichen Veranstaltungen der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft e.V. zeigt die Universitätsbibliothek von Juni bis November in den Räumen der Murhardschen Bibliothek eine einzigartige Schau von Originalen aus ihrem Bestand.Die  Ausstellungseröffnung in Anwesenheit der Hessischen Wissenschaftsministerin Dr. Eva Kühne-Hörmann und dem Universitätspräsidenten Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep bildet sozusagen den Auftakt der Festveranstaltungen zum Heinrich-Schütz-Jahr 2010. Den Festvortrag hält der Musikwissenschaftler und Schütz-Kenner Dr. Dietrich Berke, den musikalischen Rahmen gestaltet der Kammerchor der Universität Kassel Cantiamo Piccolo unter der Leitung von Andreas Cessak. Den anschließenden Rundgang durch die Ausstellung führt die Kuratorin  Dr. Angelika Horstmann.Die UB Kassel verfügt über einzigartige Notenbestände. Herausragend sind dabei die handgeschriebenen Noten und Erstdrucke von Werken Heinrich Schütz‘ und seinen Zeitgenossen. Weltweit verfügt keine Bibliothek über vergleichbar wertvolle Schütz-Bestände.Heinrich Schütz wurde von Landgraf Moritz „entdeckt“ und gefördert. Er kam 1599 an den Kasseler Hof, wo er am Collegium Mauritianum erzogen wurde. Schütz war zunächst Chorknabe, später Instrumentalist der Hofkapelle. Ab 1608 studierte er in Marburg Jura, ab 1609 bis 1613 im Auftrag des Landgrafen bei Giovanni Gabrieli in Venedig Komposition. Nach kurzem Aufenthalt in Kassel als 2. Hoforganist, war er zunächst zeitweise, ab 1617 dauerhaft bis zu seinem Lebensende am sächsischen Hof Kapellmeister. Seinem Förderer Landgraf Moritz und dem Kasseler Hof blieb er ein Leben lang eng verbunden. Das drückt sich unter anderen darin aus, dass er von frühen kompositorischen Anfängen bis zum Lebensende eigene Kompositionen und Noten seiner Lehrmeister und Freunde nach Kassel schickte. Hier sind sie bis heute erhalten.Die Broschüre zur Ausstellung ist zum Preis von 2.00 Euro in der Murhardschen Bibliothek erhältlich.

Adelige Frauen als Pionierinnen der Berufsbildung (2010)

Buchvorderseite

Die ländliche Hauswirtschaft und der Reifensteiner Verband

Dienstag, 9. November 2010 um 18.00 Uhr im Eulensaal

Vortrag der Autorin Ortrud Wörner-Heil und Vorstellung ihres neu erschienenen Buches mit einer Einführung von Prof. Dr. Dr. h.c. Heide Wunder. Dr. Albrecht von Kortzfleisch, ein Nachfahre der Gründerin, gibt Einblicke in die adlige Familientradition.

Im Sommer 1895 traf Ida von Kortzfleisch in Kassel die prominente Pädagogin und Vorsitzende des Casseler Frauenbildungsvereins Auguste Förster, um mit ihr die Idee einer neuen Frauenbildungsanstalt zu beraten. Die preußische Offizierstochter Ida von Kortzfleisch hatte schon einige Jahre den Wunsch, Frauen den Zugang zu einer qualifizierten Ausbildung zu schaffen, die die Möglichkeit einer Berufstätigkeit eröffnen, was ökonomische Selbstständigkeit und zugleich neue Lebensformen ermöglichen sollte.

Diese Begegnung war der Ausgangspunkt der Gründung von fünfzehn Wirtschaftlichen Frauenschulen auf dem Lande des Reifensteiner Verbandes, in denen junge Frauen in ländlicher Hauswirtschaft ausgebildet wurden. Sie wurden qualifiziert für die Übernahme eines Haushaltes, die Wirtschaftsführung mittlerer und größerer Betriebe oder für eine Lehrtätigkeit. Dank der Übernahme des pädagogischen Konzeptes durch weitere Schulträger wurden von 1897 bis 1990 in diesen Frauenschulen mehr als 80.000 Mädchen ausgebildet.

Viele adelige Frauen trugen dazu bei, diesen neuen Schultypus mit einem eigenwilligen Profil zu etablieren, das an traditionell adeligen Werten anknüpfte, ohne ständisch exklusiv zu sein. Ein weiteres Erfolgskriterium war, die schulische Arbeit – analog dem Dienst des adeligen Offiziers – in den Dienst der Nation zu stellen. Die Historikerin Ortrud Wörner–Heil schildert in ihrer Publikation die Schritte adeliger Frauen im ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts, mit denen sie sich der modernen Berufswelt näherten, in der Standesvorurteile und Dünkel nicht mehr maßgebend waren.


Feindliche Nachbarn: Rom und die Germanen (2009)

Vortrag und Vorstellung des neuen Buches von Prof.  Dr. Helmuth Schneider

am Dienstag, 20. Januar 2009 um 18:30 Uhr im Eulensaal

Die Beziehungen zwischen dem Imperium Romanum und den germanischen Stämmen waren seit der Eroberung Galliens durch Caesar mehrere Jahrhunderte lang von Krieg und Gewalt geprägt. Die militärische Konfrontation endete erst im 5.Jahrhundert mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches im Westen. Die Konflikte zwischen Rom und den Germanen waren Gegenstand einer Ringvorlesung an der Universität Kassel; die Vorträge sind jetzt im Böhlau Verlag Köln als Buch erschienen, das im Eulensaal vorgestellt wird.

Fremdherrschaft und Freiheit - Das Königreich Westphalen als napoleonischer Modellstaat (2009)

Vorstellung des neuen Buches von Prof. Dr. Jens Flemming und Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar

am Dienstag, den 24. Februar 2009 um 18:30 Uhr im Eulensaal

"Am Anfang war Napoleon". Das ist der viel zitierte erste Satz eines Buches von Thomas Nipperdey über die deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gemeint ist damit, dass die deutschen Staaten um 1800 durch die französische Expansionspolitik in die Moderne hineingestossen worden seien. "Modellstaaten", von Frankreich geschaffene, abhängige Gebilde sollten dabei die neue Zeit und die neue Ordnung zum Ausdruck bringen. Der größte dieser Modellstaaten war das Königreich "Westphalen" mit Kassel als Residenzstadt. In Angleichung an das französische Vorbild wurden hier Reformprozesse in Gang gesetzt: die Einführung des Zivilgesetzbuches, die Gewährung einer Verfassung, die bürgerliche Gleichstellung der Juden. Trotz dieser Errungenschaften galt das Königreich Westphalen als verabscheuenswerte "Fremdherrschaft". Derartige Urteile bestimmten das gesamte 19. und weite Teile des 20. Jahrhunderts. Erst spät bahnte sich hier ein Wandel an. Heute betont die historische Forschung eher die Impulse zur Veränderung überkommener politischer und gesellschaftlicher Strukturen. "Fremdherrschaft" und "Freiheit" markieren die beiden äußersten Pole der Wahrnehmung. Bei genauerem Hinsehen jedoch sind sie keine Alternativen. Denn das Königreich Westphalen verkörperte beides: Modernisierung und Machtsicherung, Okkupation und Reform. Traditionsbildend hat es nicht gewirkt. Heute, zweihundert Jahre danach, beginnt man es heimzuholen in das historische Bewusstsein der Deutschen. Diesen Prozess  zu befördern, ist das Anliegen des von Jens Flemming und Dietfrid Krause-Vilmar herausgegebenen Sammelbandes.

Eine Bibel in gerechter Sprache (2009)

Eine Bibel in gerechter Sprache : Was verstehen wir unter gerechter Sprache?

Positionen von Ellen und Dr. Reinhold Lanz im Dialog
mit einer Einführung von Prälatin Roswitha Alterhoff

am Dienstag, den 28. April 2009 um 18:00 Uhr im Eulensaal

In den Religionen, deren Götterhimmel nicht Abbild der menschlichen Gesellschaft ist, sondern in denen an einen Gott als Schöpfer von Himmel und Erde geglaubt wird, ist dieser Gott männlich. Mit dieser Geschlechterzuweisung haben in den modernen Gesellschaften insbesondere Frauen Probleme. Das hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Versuchen geführt, die Zuordnung zum männlichen Geschlecht Gottes aus ihrer Eindeutigkeit zu befreien. Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts ist in der Folge, aber nicht als Fortführung dieses Ansatzes, eine Übertragung des Alten und Neuen Testamentes in deutscher Sprache entstanden mit dem Titel Bibel in gerechter Sprache. Der Diskurs im Eulensaal versucht zu ergründen, was unter gerechter Sprache zu verstehen ist und wie der hochtheologische Begriff "gerecht" in dieser Bibelübertragung gefasst ist. Ein Gedanke soll sich darüber hinaus auch der Frage nach der Benutzbarkeit dieses Buches im täglichen Umgang mit Bibeltexten widmen. Die anschließende Diskussion gibt unter anderem Raum für Überlegungen zu der Frage nach angemessenen Gottesvorstellungen.

Hans Jürgen von der Wense - Eine Heimkehr (2009)

Feierliche Übergabe des Nachlasses Welturaufführung einiger Kompositionen Wenses

am Dienstag, den 19. Mai 2009 um 18:00 Uhr im Eulensaal

Hellmuth Vivell (Klavier)

Wense: Klavierstück, op. 1,1   1915

Bürgermeister Thomas Erik Junge

Grußwort

Dr. Axel Halle, Ltd. Bibliotheksdirektor

Einführung

Dr. Reiner Niehoff

Zur schönen Aussicht - Hans Jürgen von der Wense
erobert die deutschen Mittelgebirge von Kassel aus

Hellmuth Vivell (Klavier)

Wense: To his heart (nach einem Gedicht von William Butler Yeats)   1921

Thomas Wiegand
(Bass-Bariton)

Mit Maß bedacht
(Spruchdichtung der Edda)  1945
Gehen, gehen ...
(Spruchdichtung der Edda)   1945

Dr. Dieter Heim

Danksagung und Nachlassübergabe

Hellmuth Vivell (Klavier)

Wense: Klavierstück, op. 1,3   1915

Die Wochenzeitung DIE ZEIT bezeichnete Jürgen von der Wense (1894 - 1966) als "literarischen Landschaftsmaler und Universalkünstler"; die Frankfurter Allgemeine Zeitung sieht in ihm einen "Jahrhundertautor". Für den Schriftsteller Botho Strauß "gehört (er) an hervorragender Stelle in jener überfälligen Geschichte der geheimen deutschen Literatur." Wenses "tiefste Liebe gehörte dem ehemaligen Kurhessen und dem ostfälischen Raum" (Geschichte der Jugend, 1999). Ein wesentlicher Teil seines Lebens und Werkes ist hier verankert.

Der umfangreiche Nachlass wird nun von der Universitätsbibliothek Kassel übernommen. In etwa 30.000 Manuskript- und Exzerptseiten, einigen tausend Fotos, annotierten Messtischblättern, hunderten Briefen, einer größeren Zahl von Kompositionen sowie zahlreichen Tage-, Collagen- und Wetternbüchern ist nun ein bedeutender Autor in seine Heimat zurückgekehrt.

Peter Pragal, der geduldete Klassenfeind (2009)

Peter Pragal

Als Westkorrespondent in der DDR- Autorenlesung zu 20 Jahre Mauerfall

am Mittwoch, den 11. November 2009 um 18:00 Uhr im Lesesaal

Er verlegte als der Erste unter den akkreditierten westdeutschen Korrespondenten 1974 seinen Wohnsitz in die DDR-Hauptstadt und zog mit seiner Familie freiwillig von München nach Ost-Berlin, wo er von nun an unter den Augen und Ohren der Stasi arbeitete uind lebte. Peter Pragal war kein Sympathisant des kommunistischen Systems, auch kein Abenteurer. Er war Journalist auf Entdeckungstour. Um das Leben der Menschen im sozialistischen deutschen Staat realistisch schildern zu können, passten sich die Pragals deren Alltag an. "Pragal war bemüht, wie ein DDR-Bürger zu leben und zu denken", notierte die Stasi. So gelang es dem Autor, hinter die Fassaden der Diktatur zu schauen. Mit der Schärfe seines Blicks für die Unzulänglichkeiten des Arbeiter- und Bauernstaates wuchs sein Verständnis für die Menschen, die sich mit diesem System arrangieren mussten.

Freuen Sie sich  mit uns auf eine spannende Autorenlesung. Mit dieser Veranstaltung nimmt die Universitätsbibliothek außerdem an der diesjährigen bundesweiten Aktion "Deutschland liest!" teil.