Klaus Kösters

 

Klaus Kösters, Studiengang Internationale Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Kulturtechnik; 1976 Aufbaustudium in Großbritannien zum Thema Wasserbau; aktuelle Tätigkeit: selbständig; Planungsbüro für Wasseraufbereitungsanlagen und  Schwimmbadtechnologie, Léon, Mexiko.

Klaus Kösters hat viel von der Welt gesehen, seitdem er in den 1970er Jahren Internationale Agrarwirtschaft in Witzenhausen mit dem Schwerpunkt Kulturtechnik studiert hat. Obwohl er mittlerweile in Mexiko lebt und wirkt, hat Herr Kösters durch den Hochschulverband Witzenhausen auch heute noch Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen, die, wie er, in aller Welt unterwegs sind.


Beruflicher Werdegang

Bereits Anfang 1979 erhielt Klaus Kösters aufgrund seiner Studienerfahrungen einen Arbeitsauftrag in Mexiko. In einem Verbund aus deutscher, israelischer und mexikanischer Industrie, sollte die Bewässerungslandwirtschaft mit neuen Technologien unterstützt werden. Dieses Projekt konnte jedoch, aufgrund finanztechnischer Probleme, nicht realisiert werden. In den folgenden Jahren war Herr Kösters bei diversen Entwicklungshilfeprojekten in Honduras und Bolivien tätig und arbeitete für eine deutsche Consultingfirma, ehe er 1986 über die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) erneut nach Mexiko kommen sollte. Dieses Mal unterstützte er ein Ausbildungsprojekt der jesuitischen Universidad Iberoamericana (UIA) in León. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte sich Herr Kösters erneut mit dem Thema Wasser und Agrarwirtschaft wissenschaftlich auseinandersetzen und lernte eine regionale Stiftung kennen, bei der er sich ehrenamtlich engagierte. Mit Hilfe internationaler Spendenorganisationen und der Mitarbeit von Studierenden der Agrarwirtschaft an der UIA, konnte soziale Unterstützung für entlegene Dorfgemeinden in den Bereichen Wasserversorgung, Ernährungssicherung, Erziehung und vielen weiteren Gebieten angeboten werden.

Nach fast acht Jahren Arbeit an der UIA, kehrte Klaus Kösters zunächst in die Industrie zurück und arbeitete dort für einige Zeit. Während der gesamten Zeit war er als Gastdozent weiterhin an der UIA León, sowie der Universidad La Salle León, tätig. Seit 2004 ist Herr Kösters selbstständig und nutzt Wasser als Wirtschaftsfaktor. Er plant und baut Wasseraufbereitungsanlagen, Schwimmbadtechnologie sowie Reinigungsanlagen für die Landwirtschaft. Durch seine mittlerweile fast 36-jährige Erfahrung in Mexiko, bilden regionale Notwendigkeiten einen zusätzlichen Ansporn für seine Arbeit und lassen soziale Verantwortung Teil der Firmenpolitik werden.



Ehrenamt

So lernte er auch ein Musikprojekt der Trinitate Philharmonia kennen, für das er sich stark engagiert. „Kennen Sie mexikanische Musik? Cielito linod oder Panteon Rococo? Bei Mexikanern scheint das musikalische Talent genetisch veranlagt zu sein“, begeistert sich Kösters. Es handelt sich dabei um ein vor einigen Jahren in Venezuela erprobtes Ausbildungsprogramm, welches übernommen wurde, als vor fünf Jahren die Trinitate gegründet wurde. „We always believed that it is our duty as successful entrepreneurs to give back to society, to share some of our good fortune with others. If we want a better world, we have to help each other,” erklärt Graciela Orozco, Council President der Trinitate Philharmonia. Die Unternehmer, die sich für dieses Projekt eingesetzt haben, sehen es als ihre Pflicht an, ihr Glück zu teilen. Für eine bessere Welt müsse man sich untereinander helfen und so passt auch der Einsatz von Klaus Kösters hervorragend zu den Zielen der Schule. Über die Musikschule der Stiftung ist es möglich, schnelle und zielgerichtete Dorfentwicklungsprojekte anschließen zu können. Vor allem bei einem Aspekt gerät Herr Kösters ins Schwärmen: „Stellen Sie sich einmal folgendes Bild vor: Eine Jugendliche mit einer feinen Geige im Hinterhof einer kleinen Wellblechhütte, während die Mutter Tortillas backt und ihr Bruder die Ziegen weidet.“

Familienintegration, Ernährungssicherung und Gesundheitswesen sind die Punkte, an denen die Trinitate ansetzt und die von der Musikausbildung unterstützt werden.

Die musikalische Ausbildung in Landgemeinden fördert Pünktlichkeit, Ordnung und Präzision und senkt ganz nebenbei auch noch die Kriminalität. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Projekt einen regen Zulauf verzeichnen kann, erstaunlich ist jedoch was für Talente sich unter den Kindern und Jugendlichen verbergen. Die mexikanischen Rhythmen, zum Beispiel Huapango von Moncayo, kommen erst bei einem Konzert komplett zur Geltung und haben das Potenzial für Gänsehautmomente, sagt Klaus Kösters.

Leider ist es für die Musikschule schwer, an Instrumente zu gelangen. Die Gitarren, die von den Jugendlichen benutzt werden, kommen aus einem benachbarten Bundesland und sind größtenteils als hochwertige Exportware produziert, weitere Instrumente sind jedoch nur sehr schwer zu bekommen. Aus diesem Grund engagiert sich Herr Kösters auch für Instrumentenspenden.

Sollte jemand zu Hause noch Instrumente haben, die nicht mehr benutzt werden und einem guten Zweck zugeführt werden können, so können Sie sich gern über das Ehemaligennetzwerk mit Herrn Kösters in Verbindung setzen.

Humberto Pérez Urquieta, Direktor der Trinitate Philharmonia, Klaus Kösters und das Orchester bedanken sich bereits im Voraus für Spenden und liefern mit einem Video einen kleinen Vorgeschmack, was mit den Instrumenten vollbracht wird.

Clip des Orchesters der Trinitate Philharmonia:
https://www.youtube.com/watch?v=ab41BTuHztQ

Der Artikel erschien in AlumNews 22 im Dezember 2014.
Autor Marc Hoffmann