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28.02.2014 10:10

Kann Entwicklung nachhaltig sein?

‚Nachhaltige Entwicklung’ – für die einen die zentrale entwicklungspolitische Herausforderung unserer Zeit, für andere ein Widerspruch in sich. Promovierende aus 14 Ländern analysieren bei einem Workshop an der Universität Kassel Potentiale und Grenzen der Nachhaltigkeit von Entwicklungsstrategien.

Vom 1. bis zum 8. 3. 2014 treffen sich über 20 Doktorandinnen und Doktoranden aus vier Kontinenten an der Universität Kassel, um auf der Basis ihrer eigenen Forschung das entwicklungspolitische Leitkonzept ‚nachhaltige Entwicklung’ zu diskutieren. Die Promovierenden gehören der Graduiertenschule des International Center for Development and Decent Work (ICDD) an, in dem seit 2009 neben der Universität Kassel Partneruniversitäten aus Brasilien, Mexiko, Ghana, Südafrika, Kenia, Indien und Pakistan in einem Exzellenznetzwerk für Forschung und Lehre verbunden sind.

„Das inhaltliche Hauptaugenmerk des ICDD liegt auf dem UN-Entwicklungsziel, angemessene und produktive Beschäftigung für alle zu erreichen“, erläutert Prof. Dr. Christoph Scherrer, der Direktor der Einrichtung: „Eine entscheidende entwicklungspolitische Frage ist jedoch, ob dieser Ausweg aus der Armutsfalle notwendig mit einem Wirtschaftswachstum erkauft werden muss, das gerade in Ländern des globalen Südens oftmals mit erheblicher Umweltzerstörung einhergeht. Ob und wie sich also ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zusammen denken und ganz praktisch verbinden lassen, wollen unsere Promovierenden nun genauer unter die Lupe nehmen.“

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden in verschiedenen Workshop-Einheiten nicht nur den Stand der aktuellen Entwicklungspolitik auf die Einbeziehung von Nachhaltigkeit hin untersuchen, sondern auch alternative Entwicklungsziele wie das ‚gute Leben’ oder die Entwicklungspotentiale ökologischer Landwirtschaft diskutieren. Die Überwindung praktischer Probleme von Nachhaltigkeitsstrategien in regionalen und globalen Produktionsketten wird im Vordergrund stehen.

Die fächerübergreifende Zusammenarbeit der Promovierenden ist für Prof. Scherrer unabdingbar: „Problemorientiertes Forschen bedarf des ganzheitlichen Blickes, der nur durch die Kooperation verschiedener Wissenschaften gelingen kann.“ Im ICDD arbeiten Forscherinnen und Forscher aus den Sozialwissenschaften und den ökologischen Agrarwissenschaften zusammen.

Kontakt:

Prof. Dr. Christoph Scherrer
Direktor International Center for Development and Decent Work (ICDD)
Tel.: +49 (0)561 804 7397
Email: scherrer@uni-kassel.de

Christian Möllmann
Koordinator Graduiertenschule des International Center for Development and Decent Work (ICDD)
Tel.: +49 (0)561 804 7395
Email: graduateschool@icdd.uni-kassel.de

www.icdd.uni-kassel.de