Zweitstudienplatzbewerber/-innen

Ein geringer Teil der Studienplätze kann an Bewerber vergeben werden, die bereits ein Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen haben und aus bestimmten Gründen - seien es berufliche oder wissenschaftliche - ein zweites Studium anschließen möchten. Ein Studium gilt dann als abgeschlossen, wenn die jeweils vorgeschriebene Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt worden ist.

Wann ist ein Zweitstudium zulässig?

Nach § 13 Absatz 2 Studienplatzvergabeordnung Hessen (StPlaVO) wird die Rangfolge der Bewerberinnen und Bewerber durch eine Messzahl bestimmt, die aus dem Ergebnis der Abschlussprüfung des Erststudiums und dem Grad der Bedeutung der Gründe für das Zweitstudium ermittelt wird. Die Einzelheiten zur Ermittlung der Messzahl ergeben sich aus Anlage 3 der Studienplatzvergabeordnung Hessen (StPlaVO).

Verfahren

Den Personen, die eine Zulassung zu einem Zweitstudium beantragen, stehen in jedem Studiengang bis zu drei Prozent (§ 5 Abs. 2 Nr. 2 StPlaVO) der Studienplätze zur Verfügung.

Das bedeutet: Es existiert eine eigene Rangliste für ZweitstudienbewerberInnen. Der Ranglistenplatz bestimmt sich dabei zu 50% aus der Abschlussnote des Erststudiums und zu 50% aus der ermittelten Messzahl aus Anlage 3 der (StPlaVO).

Die festgesetzte Prozentzahl darf nicht überschritten werden, daher entscheidet bei Ranggleichheit letztendlich das Los über die Auswahl der Bewerber mit anerkanntem Antrag auf Zulassung zum Zweitstudium.

Nachweise

Die in der sofortigen Zulassung liegende Privilegierung gegenüber den konkurrierenden Mitbewerbern ist nur zu rechtfertigen, wenn die Aufnahme eines Zweitstudiums auch gerechtfertigt wäre. Notwendig ist daher – neben dem Nachweis des abgeschlossenen Erststudiums – der Nachweis der Beweggründe für ein Zweitstudium.

  • Alle im Antrag auf Zulassung zum Zweitstudium dargelegten Umstände müssen durch entsprechende Belege nachgewiesen werden, ansonsten können sie bei der Entscheidung nicht berücksichtigt werden.
  • Die beigefügten Belege müssen so deutlich dargestellt sein, dass eine außen stehende Person Ihre Argumente anhand der Unterlagen nachvollziehen kann.
  • Fügen Sie dem ausgefüllten Formular neben den erforderlichen Nachweisen eine schriftliche Begründung bei.
  • Die beigefügten Belege müssen amtlich beglaubigt sein. Beispiele für Gründe, die zur Aufnahme eines Zweitstudiums berechtigen

Begründete Anträge
In den folgenden Beispielfällen kann dem Antrag in der Regel stattgegeben werden:

  • Wenn ein Beruf angestrebt wird, der nur aufgrund zweier abgeschlossener Studiengänge ausgeübt werden kann.
  • Wenn die berufliche Situation dadurch verbessert wird, dass der Abschluss des Zweitstudiums das Erststudium sinnvoll ergänzt.
  • Wenn das Zweitstudium nach einer Familienphase zum Zwecke der Wiedereingliederung oder des Neueinstiegs in das Berufsleben angestrebt wird.

Unbegründete Anträge
In dem folgenden Beispielfall kann, sofern nicht weitere außergewöhnliche Umstände in der Person der Bewerberin / des Bewerbers hinzutreten, der Antrag grundsätzlich keinen Erfolg hat:

  • Wenn die Bewerber „Lust“ auf das Zweitstudium haben.

Nicht jede Situation, die der Bewerber für die Aufnahme eines Zweitstudiums als gerechtfertigt empfindet, führt zu einer Zulassung.
Prüfen Sie deshalb bitte selbstkritisch, ob ein solcher Antrag Aussicht auf Erfolg hat.

Wissenswertes
Eine Vorabprüfung von Gründen, die zu einem Zweitstudium berechtigen könnten, kann leider nicht erfolgen. Eine verbindliche Beurteilung ist nur möglich, wenn ein umfassend nachgewiesener Antrag zusammen mit dem Zulassungsantrag eingereicht wurde.

Bei Rückfragen haben Sie die Möglichkeit über die Information Studium  (Telefon, E-Mail) Kontakt aufzunehmen.