Bachelor-Studiengang Nanostrukturwissenschaften
Studienabschluss | Bachelor of Science |
Regelstudienzeit | 6 Semester |
Sprache | Deutsch |
Besonderheiten | |
integriertes Praktikum | 6 Wochen |
Zulassungsvoraussetzung | Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife oder berufliche Qualifikation Details |
Zulassungsbeschränkung | |
Studienbeginn | Wintersemester |
Bewerbungsfrist | 1. Juni bis 15. Juli (gilt für alle Bewerberinnen und Bewerber) |
Die Welt der Nanostrukturen ist unvorstellbar klein: Ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. Atome, die Grundbausteine der Materie, sind nur 10 mal kleiner. Fügen sich mehrere Moleküle oder Atome zusammen, entsteht eine Nanostruktur. Spezifische, quantenphysikalische Phänomene und Oberflächeneffekte bestimmen in dieser Größenordnung die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Materie. Das Untersuchen dieser Nanostrukturen steht im Mittelpunkt des interdisziplinär angelegten Studiengangs. Aus den Perspektiven von Chemie, Physik und Biologie wird Grundlagenwissen für spätere, praktische Anwendungen wie z.B. der Nanotechnologie erarbeitet.
Wie sind Nanostrukturen aufgebaut? Welche Eigenschaften charakterisieren sie? Wie lassen sie sich manipulieren, generieren und mit nützlichen Eigenschaften ausstatten? Um sich diesen Fragen nähern zu können, vermittelt der Studiengang Nanostrukturwissenschaften relevante Grundlagen aus den Disziplinen Chemie, Physik, Biologie und Mathematik. Der Schwerpunkt des Pflichtteils des Studiums liegt auf der Chemie. Darin erwerben Studierende Kenntnisse u. a. in Anorganischer Chemie, Molekülchemie, Molekularbiologie und Festkörperphysik.
Das Angebot der Wahlpflichtmodule bietet Möglichkeiten zur individuellen Spezialisierung und Vertiefung z.B. in den Themen Hochleistungswerkstoffe und Nanotechnologie, Synthesechemie, Nano-Sensorics, Organische Photochemie und Spektrometrie oder Neurophysiologie. Labor- und Praxiserfahrung in unterschiedlichen Themenfeldern lässt sich durch ein breites Angebot an Praktika erwerben.
Das gesamte Bachelorstudium beinhaltet zahlreiche Möglichkeiten erworbenes Wissen praktisch anzuwenden. Mit dem "Praktikum Nanostrukturwissenschaften" erhalten Studierende u.a. Einblick in quantenmechanische Phänomene und Eigenschaften von Nanosystemen. Innerhalb des "Forschungspraktikums" führen Studierende in einem aktuellen forschungsnahen Projekt selbständig experimentelle Laborarbeiten aus. Beide Praxisabschnitte sind Pflichtmodule.
Zum Wahlpflicht-Angebot des Studiengangs zählt ein sechswöchiges "Berufspraktikum-Nanostrukturwissenschaften". In einer außeruniversitären Institution oder einem Industrieunternehmen, in denen Naturwissenschaftler tätig sind, bearbeiten Studierende eigenständig ein Projekt. So entsteht ein erster Einblick in die spätere Berufspraxis. Dieser Praxisblock wird durch interdisziplinäre Praktika aus den Bereichen Physik, Biologie und Chemie ergänzt.
Bereits 2003 entstand an der Universität Kassel einer der ersten grundständigen Studiengänge für Nanostrukturwissenschaft in Deutschland. Mit seinem umfassenden interdisziplinären Ansatz, der alle drei naturwissenschaftlichen Grundlagendisziplinen - Physik, Chemie, Biologie - integriert, nimmt der Studiengang Nanostrukturwissenschaften eine Sonderstellung an den nationalen Universitäten ein. Kleine Gruppengrößen ermöglichen zudem ein überdurchschnittliches Betreuungsverhältnis von Professoren zu Studenten.
Mit dem Center for Interdisciplinary Nanostructure Science and Technology (CINSaT) und dem Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik (INA) verfügt die Universität Kassel über interdisziplinäre Einrichtungen mit ausgewiesenen und etablierten Forschungsschwerpunkten in Nanostrukturwissenschaften, wie z.B. Biosensorik, photooxidative Nanopartikel und Optoelektronik. Gemeinsam entwickeln Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen Nanostrukturen, erforschen deren Eigenschaften und erarbeiten in Kooperation mit Unternehmen Anwendungsmöglichkeiten. In Kassel und der Region Nordhessen sind zahlreiche Nanotechnologie-Unternehmen angesiedelt (u.a. Opsolution NanoPhotonics GmbH, PANalytical GmbH, FEI Deutschland GmbH), mit denen die Universität Kassel eng vernetzt ist und vielfältige Kooperationen unterhält.
Für das Studium an der Universität Kassel ist die Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder eine berufliche Qualifikation Voraussetzung. Der Bachelorstudiengang Nanostrukturwissenschaften ist zulassungsbeschränkt.
Der Bachelorstudiengang Nanostrukturwissenschaften richtet sich an Studieninteressierte mit einem soliden mathematisch-naturwissenschaftlichen Wissen und fachübergreifend vernetztem Denken. Studierende sollten in hohem Maß interessiert sein an naturwissenschaftlichen Aufgabenstellungen und am interdisziplinären Arbeiten in forschungs- oder anwendungsorientierten Bereichen. Die Veranstaltungssprache innerhalb des Studiums ist deutsch. Kenntnisse auf dem Niveau DSH II sind deshalb bei der Einschreibung nachzuweisen. Für das Arbeiten mit der Fachliteratur und in der Kommunikation mit den Wissenschaftlern einzelner Disziplinen sind überdies gute Englischkenntnisse sinnvoll.
Das Studium wird zum Winterhalbjahr aufgenommen und umfasst sechs Semester. Innerhalb dieser Zeit erwerben Studierende in 20 Pflichtmodulen grundlegendes, anschlussfähiges Wissen. Die Möglichkeit zur individuellen Spezialisierung bieten 24 Wahlpflichtmodule, die das Lehrangebot erweitern.
Ein Forschungspraktikum gegen Ende des Studiums verbindet das erworbene Grundlagenwissen mit experimenteller, laborpraktischer Arbeit. Detaillierte Informationen zu Inhalten und Zielen der Lehrveranstaltungen aus den Pflicht- und Wahlpflichtmodulen sind im Modulhandbuch (Teil der Prüfungsordnung) zusammengefasst.
Während des fünften Semesters besteht die Gelegenheit, Praktika und andere Studien- und Prüfungsleistungen an internationalen oder anderen deutschen Universitäten zu absolvieren (sogenanntes "Mobilitätsfenster"). Mit der Bachelorarbeit schließt das Studium ab. Zum Erreichen des Titels "Bachelor of Science" sind 144 Credits durch Prüfungen in den Pflichtmodulen, 24 Credits durch das Absolvieren von Wahlpflichtmodulen sowie 12 Credits für die Bachelorarbeit zu erbringen.
Ein exemplarischer Studienplan, der die Verteilung der Module im Studium zeigt, befindet sich im Modulhandbuch. Es ist Bestandteil der Prüfungsordnung und beschreibt ausführlich Inhalte und Lernziele aller Module.
Die Nanostrukturwissenschaften sind ein junges und weltweit expandierendes Forschungsfeld. Sie erarbeiten die Grundlagen für die Entwicklung innovativer Produkte, die zunehmend zum Wettbewerbsvorteil für Industrieunternehmen werden. Dabei steht einer hohen Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern eine noch geringe Zahl spezifisch ausgebildeter Wissenschaftler gegenüber. Viele Unternehmen und Institutionen nutzen gern die Möglichkeit, über Praktika und Bachelorarbeiten Kontakt zu geeignetem wissenschaftlichen Nachwuchs aufzunehmen.
Absolventinnen und Absolventen bietet sich ein vielfältiges Spektrum an Arbeitsgebieten, das von der Grundlagenforschung bis hin zu gebrauchsorientierten Aufgaben z.B. in der Materialentwicklung, Maschinenbau, Informations- und Kommunikationstechnik, Pharmazie und Biomedizin reicht. Die stetig wachsende Zahl von Firmen und Institutionen, die sich mit Nanotechnologie beschäftigen, öffnet Absolventen neben Deutschland und Europa den Arbeitsmarkt weltweit.
Universität Kassel
Fachbereich 10 Mathematik und Naturwissenschaften
Heinrich-Plett-Straße 40
D-34132 Kassel
Tel: +49 561 804-4771
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Institut für Chemie
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