Bachelor-Studiengang Physik

Allgemeine Studienganginformationen

Studienabschluss

Bachelor of Science

Regelstudienzeit

6 Semester

Sprache

Deutsch

integriertes Praktikum

6 Wochen Berufspraktikum oder andere Lehrveranstaltungen im Wahlbereich

Zugangsvoraussetzung

Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife oder berufliche Qualifikation

Zulassungsbeschränkung

Nein

Studienbeginn

Wintersemester

Einschreibfrist

1. Juni bis 1. September

Was ist Physik?

Wie verhalten sich verschränkte Photonen? Was ist Dunkle Materie? Wie kommt es zur Supraleitung? Kann man die Faltung eines Proteins berechnen? Was ist eigentlich das Higgs-Teilchen?

Fragen über die Tiefen des Universums und die kleinsten Teilchen haben die Menschen seit dem Altertum fasziniert. Mit Hubble-Teleskop und Experimenten am CERN sind Physiker auch heute noch auf der Spur vieler ungelöster Fragen unserer Welt.
Auch in unserem Alltag besitzt die Physik große Bedeutung: Für moderne Technologien wie beispielsweise der Mikroelektronik oder Medizintechnik ist sie unverzichtbar. Physikalische Erkenntnisse bilden die Grundlage für Produkte von morgen. Aus der modernen Technologie-geprägten Gesellschaft ist Physik nicht wegzudenken.

Physik beobachtet und beschreibt alle Phänomene und Vorgänge, die in Zusammenhang mit Materie, Energie, Raum und Zeit stehen. Basierend auf experimentell erhobenen Daten erarbeiten Physiker Erklärungsmodelle, aus denen sich Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen. Sie bilden an vielen Stellen das Fundament für andere Wissenschaften wie Chemie, Biologie, Ingenieurwissenschaften, Elektrotechnik und Medizin. Die Übergänge zwischen den Disziplinen sind dabei oft fließend.
Durch die  experimentelle Arbeit von Physikern - ob im kleinen Labor oder in Großforschungseinrichtungen - werden kontinuierlich viele neue Erkenntnisse gewonnen, die theoretisch arbeitende Physiker für die Verfeinerung von Modellen heranziehen. In fast jedem Jahrzehnt wird so eine große Entdeckung gemacht, die die Wissenschaft wieder einen großen Schritt voranbringt.

Inhalte und Spezialisierung

Die Lehrinhalte des Bachelorstudiums orientieren sich an der Fachsystematik der Physik, die Erkenntnisse und Wissen strukturiert und Themenfeldern zuordnet. Zu diesen zählen die Mechanik, Elektro- und Thermodynamik, Atom- und Molekülphysik, Kern- und Elementarteilchenphysik und die Quantenmechanik. Aufgrund der klassischen Gliederung der Physik in Experimentalphysik und Theoretische Physik werden diese Themen aus der jeweiligen Perspektive in separaten Veranstaltungen beleuchtet. Parallel dazu erwerben Studierende mathematische Fähigkeiten, die für die Beschäftigung mit Physik unverzichtbar sind.

Mit einer vielseitigen Themenpalette bietet der Wahlpflichtbereich zusätzliche Möglichkeiten zur individuellen Spezialisierung. Studierende können aus fachverwandten Gebieten z.B. Informatik, Nanostrukturwissenschaft, Mathematik, Chemie, Elektrotechnik, Biologie wählen und auf diese Weise ihr individuelles Kompetenzprofil schärfen.

Praktikum

Gelegenheit, Kenntnisse um experimentelle Techniken zu erweitern, erhalten Studierende in obligatorischen Praktika. Sie erlernen systematisches Planen, Durchführen, Protokollieren und Auswerten physikalischer Messungen. Die einzelnen Praktika sind studienbegleitend und auf die jeweiligen Inhalte aus Vorlesungen und Seminaren abgestimmt. Im Fortgeschrittenenpraktikum führen Studierende selbständig anspruchsvolle wissenschaftliche Experimente durch.

Ein sechswöchiges Berufspraktikum (Wahlpflichtbereich) bietet erste Einblicke in den beruflichen Alltag und den Wirkungskreis von Physikern in Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.

Kasseler Profil

Quantendynamik und -kontrolle, Cluster und Nanostrukturen, Laborastro- und Oberflächenphysik, aber auch Physikdidaktik sind nur einige Themen, mit denen sich Forschungsgruppen am international renommierten Institut für Physik beschäftigen. Dabei kooperiert die Universität Kassel eng mit anderen in- und ausländischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Max-Planck-Instituten. Für Studierende resultiert hieraus eine breitgefächerte Ausbildung an der Universität Kassel auf aktuellem Forschungsstand. Vielfältige Förderangebote im Vorfeld und intensive Betreuung während des Studiums sorgen für ein einheitlich hohes Kenntnisniveau der Studierenden.

Zugangsvoraussetzungen

Für das Studium an der Universität Kassel ist die Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder eine berufliche Qualifikation Voraussetzung. Der Bachelorstudiengang Physik ist zulassungsfrei. Die Einschreibfrist beginnt am 1. August und endet am 1. September eines jeden Jahres.

Studienanforderungen

Studieninteressierte sollten über ein hohes naturwissenschaftliches und technisches Interesse sowie über ein ausgeprägtes mathematisches Verständnis verfügen.  Analytisch-logisches Denken, Neugier und Ausdauer sind für diesen Studiengang unerlässlich. Die Veranstaltungssprache innerhalb des Studiums ist Deutsch. Gute Englischkenntnisse sind jedoch für den Umgang mit der Fachliteratur zusätzlich empfehlenswert. 

Da die Mathematik einen wesentlichen Bestandteil am Physikstudium darstellt, wird Studienanfängern zur optimalen Vorbereitung die Teilnahme an einem Vorkurs Mathematik empfohlen. 

Studienverlauf

Das modular aufgebaute Studium beginnt zum Winterhalbjahr und ist auf sechs Semester angelegt. Zum Erreichen des akademischen Titels „Bachelor of Science“ sind durch Prüfungen in den Modulen des Pflicht- und Wahlpflichtbereichs sowie durch die Bachelorarbeit insgesamt 180 Credits nachzuweisen. Ein Credit ist das international anerkannte Maß für den studentischen Arbeitsaufwand und entspricht einer Arbeitslast von ca. 30 Stunden.

Im Mittelpunkt der ersten zwei Semester steht eine vorbereitende, intensive Grundlagenausbildung. Studierende werden in die theoretische und experimentelle Physik sowie in die Analysis und lineare Algebra eingeführt, die für das Beschreiben und Betrachten physikalischer Vorgänge unentbehrlich sind. Lehrinhalte über fundamentale chemische Zusammenhänge komplettieren das Pflichtangebot.

Parallel zu theoretischen Kenntnissen werden praktische Fertigkeiten erworben: Im ersten Teil der dreistufigen Anfängerpraktika erlernen Studierende die Vorgehensweise beim Aufbau wissenschaftlicher Experimente, das Protokollieren von Messergebnissen und deren Auswertung sowie die anschließende Präsentation der Ergebnisse. 

Während des fünften Semesters - im sogenannten „Mobilitätsfenster“ - besteht Gelegenheit, Prüfungsleistungen an internationalen oder anderen deutschen Universitäten zu erbringen. Das sechste Semester steht im Zeichen der Bachelorarbeit und des Fortgeschrittenen-Praktikums, in dem Studierende anspruchsvolle wissenschaftliche Experimente zu komplexen wissenschaftlichen Problemen durchführen. Mit dem Erstellen der Bachelorarbeit schließt das Studium ab.

Zur individuellen Spezialisierung stehen Studierenden 46 Wahlpflichtmodule aus fachverwandten Gebieten zur Verfügung, die sich je nach Interesse und Schwerpunkt kombinieren lassen. Die Themen reichen von Elektrotechnik, Chemie, Biologie, Nanostrukturwissenschaften bis zur Mathematik. Ergänzend kann ein sechswöchiges Berufspraktikum absolviert werden. In vielen Modulen erwerben Studierende zusätzlich fachübergreifende Fähigkeiten („Schlüsselkompetenzen“). Sie erleichtern im Arbeitsleben das adäquate Bewerten komplexer, neuartiger Situationen und das effektive Anwenden von Wissen.

Ein exemplarischer Studienplan, der die Verteilung der Module im Studium zeigt, befindet sich im Modulhandbuch. Es ist Bestandteil der Prüfungsordnung und beschreibt ausführlich Inhalte und Lernziele aller Module.

Hochschulwechsel und Quereinstieg

Sie sind oder waren Studierende/ Studierender einer anderen Hochschule und möchten Ihr Studium an der Universität Kassel fortsetzen oder hierhin in einen anderen Studiengang wechseln?

Sie sind bereits in der Universität Kassel immatrikuliert und streben den Wechsel Ihres Studiengangs an? Wichtige Informationen für einen möglichst reibungslosen Einstieg finden Sie hier.

Berufsfelder

Mit dem Abschluss „Bachelor of Science“ (B.Sc.) können Absolventinnen und Absolventen in das Berufsleben einsteigen, sich zum „Master of Science“ weiterqualifizieren oder ein nichtphysikalisches Zusatzstudium aufnehmen. Die Qualifizierung zum Master erschließt Aufgaben in staatlichen oder halbstaatlichen Instituten mit Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt.
In Unternehmen eröffnen sich weltweit wenig konjunkturanfällige Arbeitsplätze mit hoher Praxisorientierung. Thematisch reicht dabei die Bandbreite von der IT-, Elektronik- und Automobilbranche bis hin zu Versicherungen, Chemischer Industrie, Patentwesen, Unternehmensberatungen, Banken, Medienwirtschaft und Politik. Aufgrund ihrer methodischen Breite, der analytischen Fähigkeiten, ihrer Ausdauer und der Fähigkeit, Probleme selbständig zu lösen, stehen Absolventinnen und Absolventen dabei auch Positionen mit leitender Funktion offen.

Standort des Fachbereichs / Instituts

Fachbereich 10 - Mathematik und Naturwissenschaften
Universität Kassel
Heinrich-Plett-Straße 40
D-34132 Kassel

Tel. +49 561 804-4771
Mail: dekanat@nat.uni-kassel.de

Fachbereichsseite

 

Universität Kassel
Institut für Physik
Heinrich Plett Straße 40
D-34132 Kassel

Institutsseite

 

Weiterführende Studiengänge

Physik (M)

Verwandte Studiengänge

Für Studieninteressierte, die einen Studiengang suchen, der Physikanteile im Kontext anderer Naturwissenschaften enthält, bietet sich das konsekutive Bachelor-/Masterprogramm Nanostrukturwissenschaften als Alternative zum Physikstudium an.