Anwesenheitspflichten

Eine Pflicht zur Anwesenheit in Lehrveranstaltungen gibt es nur dort, wo dies entsprechend der Regelungen der Allgemeinen Bestimmungen für Fachprüfungsordnungen mit den Abschlüssen Bachelor und Master an der Universität Kassel in der Fachprüfungsordnung ausdrücklich vorgesehen ist. Gibt es in der Fachprüfungsordnung dazu keine Regelung, sind Anwesenheitspflichten unzulässig. Aus trotzdem geführten Anwesenheitslisten dürfen den Studierenden dann keinerlei prüfungsrechtliche Nachteile erwachsen.

Wann sind Anwesenheitsregelungen zulässig?

Anwesenheitspflichten sind an der Universität Kassel nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Gemäß der AB Bachelor/Master können solche begründeten Ausnahmefälle sein:

  • Seminare, Praxisprojekte oder Praktika, für die kapazitäre Beschränkungen bestehen (z. B. Laborplätze) oder die in Kooperation mit anderen Stellen (z. B. Schulen) durchgeführt werden.
  • Veranstaltungen oder Module, bei denen die Interaktion der Studierenden eine besondere Rolle spielt.
  • Modulteilleistungen, für die gemäß Prüfungsordnung über die bloße Anwesenheit hinaus keine eigenständige Prüfungs- oder Studienleistung verlangt wird.

Welche Arten von Anwesenheitsregelungen gibt es?

  • Anwesenheitslisten: Die Anwesenheit von Studierenden kann in Form von Anwesenheitslisten nachgeprüft werden. Anwesenheitslisten dürfen nur dann prüfungsrechtliche Konsequenzen haben, wenn sie im Studien- und Prüfungsplan im betroffenen Modul als Voraussetzung zur Zulassung zur Prüfungsleistung (z. B. als "regelmäßige Teilnahme") aufgeführt sind.
  • "Aktive Teilnahme": Als Voraussetzung zur Zulassung zur Prüfungsleistung und/oder als Studienleistung kann im Stuiden- und Prüfungsplan auf Modulebene auch eine regelmäßige aktive Teilnahme als Anwesenheitsregelung formuliert sein. Die regelmäßige aktive Teilnahme setzt mehr als eine bloße physische Anwesenheit voraus und kann nicht allein über Anwesenheitslisten erfasst werden. D. h., die Anerkennung einer solchen Studienleistung kann nicht nur aufgrund von Abwesenheit bei einzelnen Veranstaltungen versagt werden. Die Kriterien für eine regelmäßige aktive Teilnahme sollen von den Lehrenden mit den Studierenden besprochen werden (z. B. Diskussionsbeiträge, Protokolle, mündliche Kurzreferate, Gruppenarbeiten, Sitzungsmoderation o. ä.). Der Umfang solcher Studienleistungen muss in einem angemessenen Verhältnis zum Workload des Moduls stehen.
  • "Implizite" Anwesenheitspflichten können sich (z. B. bei Laborpraktika) auch aus bestimmten im Studien- und Prüfungsplan beschriebenen Studien- oder Prüfungsleistungen ergeben (etwa regelmäßige Experimente, Berichte/Protokolle oder Aufgaben).