Rücktritt von Prüfungsleistungen, Attest

Grundsätzlich gilt: versäumte Prüfungen werden gemäß § 15 Abs. 1 AB Bachelor/Master mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet, wenn kein Rücktritt von der Prüfungsleistung erfolgt ist. Daher sollte immer ein Rücktritt bzw. eine Abmeldung von einer angemeldeten Prüfungsleistung erfolgen, wenn diese nicht abgelegt werden kann.

Ein Rücktritt/eine Abmeldung ist möglich:

  • vor dem Ende der Anmelde- oder Abmeldefrist: Die Abmeldung von einer Prüfungsleistung vor dem Ende der vom Fachbereich bekannt gegebenen Anmelde- oder Abmeldesfrist erfolgt durch die Kandidatin/den Kandidaten in der Regel über das Internetportal oder ggf. beim Prüfungsamt. Bitte achten Sie darauf, dass die Abmeldung auch vom Programm bestätigt wurde. Für die Abmeldung innerhalb der Frist muss keine besondere Begründung vorliegen. Weitere Informationen dazu finden Sie auch unter "Anmeldung von Prüfungsleistungen".

  • nach dem Ende der Anmelde- oder Abmeldefrist: Ein Rücktritt von einer Prüfungsleistung ist nach Fristende nur aus einem wichtigen Grunde möglich, es gelten dann die Regelungen des § 15 Abs. 3 AB Bachelor/Master: Der Rücktritt muss dem Prüfungsausschussvorsitzenden unverzüglich schriftlich angezeigt und der Grund glaubhaft gemacht werden.

Rücktritt nach Fristende

Der Rücktritt von einer Prüfungsleistung nach dem Ende der Anmelde- bzw. Abmeldefrist sollte –soweit möglich – vor dem Termin der Prüfung erfolgen, sobald der Kandidatin/dem Kandidaten klar ist, dass sie/er an der angemeldeten Prüfungsleistung nicht teilnehmen kann.

Es ist aber auch möglich, während einer laufenden Prüfung von dieser zurückzutreten. Die Prüfungsunfähigkeit muss dann unverzüglich und eindeutig beim Prüfer gemeldet werden. Dabei besteht weiterhin die Pflicht, den Rücktritt anschließend schriftlich beim Prüfungsausschuss zu melden und glaubhaft zu machen.

Ein nachträglicher Rücktritt von einer Prüfung ist nur dann möglich, wenn der Prüfling während der Prüfung unerkannt prüfungsunfähig war (z. B. aufgrund einer erst im Nachhinein festgestellten Erkrankung). Auch hier muss eine unverzügliche Meldung mit Nachweis erfolgen. Ist man sich hingegen während der Prüfung der Verminderung seiner Leistungsfähigkeit bewusst, will es aber trotzdem „einmal versuchen“, ist in der Regel ein nachträglicher Rücktritt nicht mehr möglich. Der Prüfling darf also mit dem Rücktritt nicht warten, bis sein Scheitern bekannt gegeben wurde.

Was sind "wichtige Gründe"?

Der Rücktritt von einer angemeldeten Prüfungsleistung ist nach Fristende nur noch aus einem wichtigen Grunde möglich. Als wichtige Gründe gelten insbesondere: Krankheit/Prüfungsunfähigkeit, plötzlicher Schicksalsschlag (z. B. Tod von Angehörigen) sowie andere nicht planbare/unvorhergesehene Ereignisse, aufgrund derer eine Teilnahme an der Prüfung nicht mehr zumutbar ist (z. B. kurzfristiger Ausfall der Kinderbetreuung, Unfall auf dem Weg zur Prüfung, ersatzloser Ausfall des ÖPNV, etc.).

Was heißt "glaubhaft machen"?

Dem Prüfungsausschuss muss der Grund für den Rücktritt nachvollziehbar belegt werden, z. B. bei einer Krankheit durch ein ärztliches Attest. In anderen Fällen sind andere Nachweise oder Bescheinigungen einzureichen. Die Dokumente müssen im Original vorgelegt werden.

Bitte beachten Sie: Wird bei Rücktritt oder Versäumnis der Prüfungsleistung der Grund nicht glaubhaft gemacht und etwa im Krankheitsfalle kein Attest eingereicht, gilt die Prüfungsleistung gem. § 15 Abs. 1 AB Bachelor/Master als mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet.

Was heißt "unverzüglich" und "schriftlich"?

Die schriftliche Anzeige des Rücktritts und die Glaubhaftmachung sollten ohne schuldhaftes Zögern erfolgen, d. h.: Sobald es die Situation zulässt, muss sich die Kandidatin/der Kandidat beim Prüfungsamt melden. Nicht in jedem Falle ist es z. B. bei einer Erkrankung sofort möglich, ein Attest vorzulegen, etwa aufgrund der Wartezeit beim Arzt oder weil man aufgrund der Erkrankung dazu nicht in der Lage ist. Der Rücktritt und die Vorlage des Attests sollten dann aber so schnell wie möglich erfolgen, sobald der Prüfling dazu in der Lage ist.

Falls die Kandidatin/der Kandidat nicht persönlich dazu in der Lage ist, zum Prüfungsamt zu gehen, ist es auch möglich, die Dokumente per Post zu senden oder jemanden damit zu beauftragen, den Rücktritt vorzunehmen. In der Regel sollte ein Attest aber spätestens drei Tage nach Krankheitsbeginn vorliegen. Bitte beachten Sie: Eine E-Mail gilt nicht als schriftliche Anzeige, die Schriftform setzt ein Papier-Dokument mit eigenhändiger Unterschrift voraus.

Wenn Sie den schriftlichen Rücktritt nicht mehr vor dem Termin der Prüfungsleistung einreichen können, sollten Sie – wenn möglich - aus organisatorischen Gründen in jedem Falle das Prüfungsamt und/oder den Prüfer schnellstmöglich per Telefon oder E-Mail informieren, dass Sie nicht an der Prüfung teilnehmen werden. Beachten Sie aber, dass Sie den schriftlichen Rücktritt dann dennoch unverzüglich nachreichen müssen!

Wo muss ich den Rücktritt melden?

Es reicht nicht aus, sich beim Dozenten krank zu melden. Der Rücktritt von einer Prüfungsleistung muss gemäß § 15 Abs. 3 AB Bachelor/Master beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses erfolgen. Dazu müssen Sie sich nicht direkt an den Vorsitzenden wenden, sondern an das zuständige Prüfungsamt, das Ihren Rücktritt entgegennimmt und bearbeitet. Sie müssen aber nicht unbedingt persönlich beim Prüfungsamt erscheinen, sondern können die Dokumente auch einwerfen, per Post senden oder einen Dritten beauftragen.

Ihr zuständiges Prüfungsamt finden Sie auf der Homepage Ihres Fachbereiches.

Welche Art Attest muss vorgelegt werden?

Beim Rücktritt von einer angemeldeten Prüfungsleistung im Krankheitsfall muss gemäß der AB Bachelor/Master dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unverzüglich ein Attest vorgelegt werden. Als Attest ist in der Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausreichend. Der Prüfungsausschuss kann aber in begründeten Zweifelsfällen (z. B. bei mehrmaliger Krankmeldung oder im Falle einer unerkannten Prüfungsunfähigkeit) zusätzlich ein qualifiziertes Attest oder ein amtsärztliches Attest verlangen.

Verlängerung der Bearbeitungszeit

Die Bearbeitungszeit der Bachelor- und Masterarbeit kann gemäß § 23 Abs. 8 AB Bachelor/Master verlängert werden, wenn der Abgabetermin aus Gründen, die die Kandidatin/der Kandidat nicht zu vertreten hat, nicht eigenhalten werden kann. Zu diesen Gründen gehören die oben genannten wichtigen Gründe, auch hier gilt daher das Verfahren wie beim Rücktritt von Prüfungsleistungen, den wichtigen Grund unverzüglich schriftlich glaubhaft zu machen. Die Verlängerung der Bearbeitungszeit richtet sich nach dem Zeitraum der Verhinderung (konkrete Festlegung in der jeweiligen Fachprüfungsordnung, jedoch maximal 50% der Bearbeitungszeit).

Gut zu wissen...

Der Prüfungsausschuss muss den Rücktritt genehmigen, wenn dieser glaubhaft begründet und unverzüglich eingereicht wurde. Die Prüfung gilt dann als nicht unternommen und hat damit keine Auswirkungen auf Beschränkungen zur Wiederholbarkeit.

Sollte im Internetportal die Prüfungsleistung, an der Sie nicht teilnehmen konnten, trotz Rücktritt zunächst noch mit „nicht bestanden“ ausgewiesen werden, kann dies daran liegen, dass Ihr Rücktritt noch nicht bearbeitet/verbucht wurde. Sollte sich an dieser Meldung trotz Ihres Rücktrittsgesuchs nichts ändern, setzen Sie sich bitte mit dem Prüfungsamt in Verbindung.