Fokusgruppenarbeit

In der ersten Projektphase wurden die waldbaulichen und wildtierökologischen Grundlagen erarbeitet, welche Voraussetzung für die weiteren Schritte zur Konkretisierung der Klimaanpassung im Kommunalwald sind. Seit August 2016 werden gemeinsam mit Vertretern der Jägerschaft und weiteren Entscheidungsträgern Lösungsansätze für die Situation vor Ort entwickelt. Zu diesem Zweck wurden zwei Fokusgruppen etabliert, die Fokusgruppe Naumburg/Wolfhagen sowie die Fokusgruppe Zierenberg.

Konzeption

Der gemeinsame Arbeitsprozess in den Fokusarbeitsgruppen stellt eine Chance dar: Unter Einbeziehung der relevanten Experten aus Praxis und Wissenschaft wird konsens- und lösungsorientiert an Konzepten gearbeitet, die zur Lösung der Wald-Wild-Problematik beitragen. Damit bietet KLIMWALD den Rahmen, die verschiedenen Interessen einzubringen, Schnittmengen zu identifizieren und auf diese Weise gemeinsam an der Zukunftssicherung der Kommunalwälder zu arbeiten.

Ziele

Das angestrebte Ergebnis der Fokusgruppenarbeit ist ein Set an Maßnahmen, die potentiell dazu beitragen, Wildschäden im Wald künftig zu verringern. Während der Laufzeit von KLIMWALD soll die Umsetzung dieser Maßnahmen so weit wie möglich vorbereitet werden. Die Maßnahmen werden in einem Synthesedokument definiert (Maßnahmenbeschreibung, Schritte zur Umsetzung, Zuständigkeiten). Bestandteil des Dokuments ist zudem die Beschreibung des Diskussionsprozesses, indem die wesentlichen Entscheidungskriterien, Erfolgsfaktoren sowie Hemmnisse und Vorbehalte dokumentiert werden. Auf diese Weise ist zum einen sichergestellt, dass die Positionen aller beteiligten Parteien in den Lösungsansätzen und Arbeitsergebnissen der Kooperation Eingang finden. Zum anderen lassen sich von dem Arbeitsprozess Methoden ableiten, die andernorts genutzt werden können.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Beteiligt sind an der Fokusgruppenarbeit jeweils die Bürgermeister als Eigentümervertreter der Stadtwälder Naumburg und Zierenberg, die Vorsitzenden der jeweiligen Jagdgenossenschaften, die Jagdpächter sowie die entsprechenden Revierleiter des Forstamts Wolfhagen (HessenForst), der Vorsitzende des Verbands der Jagdgenossenschaften und privaten Eigenjagdbesitzer im Landkreis Kassel e.V., die Untere Jagdbehörde des Landkreis Kassel sowie ein Vertreter des Natur- und Landschaftsschutzes.

Außerdem wird der Prozess von den KLIMWALD-Arbeitsbereichen waldbauliche Klimaanpassung (Forstamt Wolfhagen, HessenForst) sowie Wildtiermanagement (Fachgebiet Landschafts- und Vegetationsökologie, Universität Kassel) fachlich unterstützt. Die konzeptionelle Begleitung und Moderation der Sitzungen erfolgt ebenfalls durch die Universität Kassel.

Ebenfalls zur Mitwirkung eingeladen waren die Vorsitzenden weiterer Niederwild Hegegemeinschaften, der Rotwild Hegegemeinschaft Wattenberg-Weidelsburg sowie Vertreter des Landesjagdverbands Hessen und des Kreisjagdvereins Wolfhagen. Diese Personen haben sich aufgrund von Vorbehalten gegenüber der Herangehensweise von KLIMWALD gegen Ihre Beteiligung an dem Arbeitsprozess entschieden.

Schritte

Die Arbeitsschritte fanden seit August 2016 jeweils in den beiden Fokusgruppen statt. Der Arbeitsprozess wurde moderiert, die Arbeitsschritte jeweils von den Mitgliedern der Fokusgruppen beschlossen. Rückblickend lassen sich die folgenden Schritte unterscheiden:

  • Sensibilisierung, Problembeschreibung, Definieren des Arbeitsziels
  • Erfassen von Handlungsoptionen und Priorisierung
  • Ausarbeiten der Handlungsoptionen, Konkretisierung für Reviere
  • Verantwortlichkeit und Kostenübernahme
  • Konzept für Wirkungskontrolle
  • Maßnahmenplan und Umsetzung