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Internationale Konferenz zu Migration und Grenzen in Zeiten der Krise
Auf die seit 2008 grassierende Finanz- und Wirtschaftskrise haben viele Länder mit verschärften Grenzregelungen und höheren Barrieren gegen Migration reagiert. So stellte Dänemark medienwirksam an der Grenze zu Deutschland wieder Grenzhäuschen auf. Auch die Kontrollen zwischen Griechenland und den anderen europäischen Ländern sollen wieder aufgenommen werden, damit keine Krisenflüchtlinge in die EU gelangen.
Die 8. internationale Konferenz des „Netzwerks für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung“ beginnt mit Berichten und Analysen von den Veränderungen an Grenzverläufen und dem Zusammenhang von Krisen und Migration in Zentralamerika (José Luis Rocha), Israel (Yonatan Berman), der Türkei (Begum Özdem Firat) und Griechenland (Olga Lafazani).
Ein Augenmerk der Konferenz liegt auch auf der Frage von Rassismus und Grenzen. So wird der Anthropologe Ibán Trapaga aus Mexiko von den Stigmatisierungen und Grenzerfahrungen ehemaliger Gangmitglieder berichten. Die US-amerikanische Soziologin Robyn Rodriguez spricht zu den Folgen der verlagerten Zuständigkeiten von lokalen und bundesweiten Polizeieinheiten in Einwanderungsfragen.
In einem hochrangig besetzten Panel zu „Activist Citizenship and Struggles of Migration“ diskutieren Nicholas De Genova, Vicky Squire und Kim Rygiel neue theoretische Konzepte von Zugehörigkeit/citizenship und Migration.
In einem weiteren Panel befassen sich international tätige KunstproduzentInnen und FilmtheoretikerInnen mit der Repräsentation von Migration. Sie analysieren nicht nur kritisch die dominanten Bilder von überfüllten Booten oder der verschleierten Frau, sondern stellen ihre eigenen Kunst- und Filmproduktionen zur Diskussion.
Veranstaltet wird die 8. internationale Konferenz des „Netzwerks für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung“ von Prof. Dr. Helen Schwenken, Fachgebiet Politik der Arbeitsmigration an der Universität Kassel, und Prof. Dr. Sabine Hess, Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Das Netzwerk hat sich 2008 mit dem Ziel gegründet, eine Wissensproduktion zu Migration und Grenzpolitiken am Schnittpunkt von Universität und außeruniversitärer Praxis zu fördern. Mittlerweile sind über 200 Personen aus Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft Teil des Netzwerks.
Folgende Veranstaltungen sind öffentlich zugänglich und kostenfrei:
· Freitag, 13.07.2012, 19 - 21:30 Uhr, Ort: K19: „Die Internationalisierung des Grenzregimes“ mit Berichten von den Grenzen in Zentralamerika (José Luis Rocha), Israel (Yonatan Berman), der Türkei (Begum Ö. Firat) und Griechenland (Olga Lafazani)
· Samstag, 14.07.2012, 10 - 12:30 Uhr, Hörsaal 1: „Rassismus & Grenzen“ mit Analysen zu den USA (Robyn Rodriguez), Marokko (Gerda Heck) und Mexiko (Ibán Trapaga)
· Samstag, 14.07.2012, 20 - 22 Uhr, Ort: karoshi, Gießbergstr. 47-47: Filmprogramm mit Beiträgen zu Grenzspringern, inszenierten Grenzen, Kunst & Migration in Mali, Papierfliegern und flexiblen Nationalflaggen (kuratiert von Raúl Gschrey)
Info
Prof. Dr. Helen Schwenken
Universität Kassel
FB 5 - Gesellschaftswissenschaften
Fachgebiet „Politik der Arbeitsmigration/Migration and Decent Work“
International Center for Development and Decent Work (ICDD)
Nora-Platiel-Str. 1
34117 Kassel
Tel.: 0561/804-3122
E-Mail: hschwenken@uni-kassel.de
Prof. Dr. Sabine Hess
Universität Göttingen
Labor für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung
am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Hans-Düker-Weg 14
37073 Göttingen
Tel.: 0551/3925349
E-Mail: shess@uni-goettingen.de
