Nachrichten

26.11.2010 09:00

Sanierung kontaminierter Böden auf künftigem Campus Nord abgeschlossen

Kassel. Die Sanierung der mit Tributylzinnhydrid (TBT) belasteten Böden auf dem künftigen Campus Nord der Universität Kassel ist abgeschlossen.
Bei der Sanierung wurden rund 5.000 Tonnen kontaminierter Boden auf dem Gelände der früheren Textilfirma Gottschalk unter Bewässerung ausgebaggert, anschließend in geschlossenen Containern zur Sonderabfalldeponie Knapsack in Nordrhein-Westfalen gebracht und dort entsorgt. Im Anschluss wurden die betroffenen Flächen mit vor Ort gewonnenem Recycling-Material und unbelastetem Boden verfüllt.

Zusätzlich wurden Ende Oktober Proben aus Kompost entnommen, der zeitweise auf mit TBT belasteten Böden zwischengelagert worden war. Die Untersuchung in einem Labor für Umwelttechnologie auf acht zinnorganische Verbindungen ergab erfreulicherweise keinen Befund. Das Baustellengelände war bis November 2009 von Gärtnern der Hochschule für verschiedene Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Freiflächenpflege genutzt worden.

Daher wurde auch überprüft, ob zu diesem Zeitpunkt eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter bestand. Die Untersuchungen wurden unter Einbeziehung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin durchgeführt. Dabei konnten aus arbeitsmedizinischer Sicht keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter gefunden werden.

Im April 2010 waren auf dem künftigen Campus Nord deutlich erhöhte Werte gesundheitsschädlicher TBT-Verbindungen gemessen worden. Die Belastung des Erdreichs ging vermutlich auf ein Feuer in der Produktion des Unternehmens Gottschalk zurück. Die eingeschalteten Gutachter gehen davon aus, dass die zinnorganischen Verbindungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über Löschwasser ins Erdreich gelangten. Das Wasser habe dazu geführt, dass die Giftstoffe sich im Umkreis von rund 25 Metern um ein ehemaliges Produktionsgebäude ausbreiten konnten. Die zinnorganischen Verbindungen drangen bis zu einem Meter tief in das Erdreich ein. Verbindungen wie Tributylzinn wurden bis vor wenigen Jahren unter anderem verwendet, um Schiffsrümpfe vor Bewuchs mit Algen und Muscheln zu schützen. In der Textilproduktion wurde TBT eingesetzt, etwa um Zeltplanen vor dem Verrotten zu bewahren.

p
2.244 Zeichen

 

Info:

Georg Mösbauer
Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Abfallentsorgung
Universität Kassel
Tel.: 0561/804-3811
E-Mail: moesbauer@uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Kassel
Tel.: 0561/804-2217
E-Mail: rijkhoek@uni-kassel.de