Nachrichten

18.11.2010 09:00

Tagung in Witzenhausen: Die Zusammenarbeit von Schule und Nichtregierungsorganisationen

Witzenhausen/Kassel. Der Brückenschlag zwischen einer intakten Umwelt und den soziokulturellen und wirtschaftlichen Interessen der Menschen erfordert langfristige Planungen und auf vielen Ebenen veränderte Verhaltensweisen. Die Vereinten Nationen haben unter dem Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ein Schlagwort für die dafür notwendigen Maßnahmen gefunden. Dieses Bildungskonzept soll Kindern und Erwachsenen gleichermaßen nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln und die notwendigen Kompetenzen zur Gestaltung der Zukunft fördern. Eine Tagung am 25. und 26. November an der Universität Kassel in Witzenhausen bildet eine Plattform für all diejenigen Akteure, die sich theoretisch und praktisch mit diesem Bildungskonzept auseinandersetzen. Schließlich stellen sich Schule und außerschulische Bildungseinrichtungen dieser Herausforderung.

„Die globalisierte Wissensgesellschaft ist in aller Munde. Die damit verbundenen Inhalte sind jedoch oft sehr komplex, wenn man zum Beispiel daran denkt, was nachhaltige Entwicklung bedeutet", betont Prof. Dr. Bernd Overwien, Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung an der Universität Kassel als wissenschaftlicher Leiter der Tagung. „Weltweite Prozesse sollen ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogen organisiert werden, das fordert die Weltgemeinschaft über die Vereinten Nationen schon lange. Gleichzeitig sollen Schulen auf eine weltweit vernetzte Zukunft ihrer Schüler hinarbeiten und sie mit entsprechenden Kompetenzen ausstatten. Dies grenzt vielfach an Überforderung", sagt Overwien. Deshalb sollten sich Bildungseinrichtungen Partner suchen. „Schon lange kooperieren Schulen und außerschulische Lernorte miteinander. Dies gilt besonders für die Ganztagsbildung. So gehen gut mit Fragen präparierte Schülerinnen und Schüler etwa in das Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen nach Witzenhausen und lernen dort ganz praktisch etwas über Nachhaltigkeit. Genauso gibt es Schülerfirmen, die mit Betrieben oder Vereinen kooperieren oder Betriebe ökologischer Landwirtschaft arbeiten mit Berufsschulen zusammen", so Overwien.

Derzeit sind fast 90 Personen zur Tagung „Theorie trifft Praxis: „Lernen, evaluieren, vernetzen - die Zusammenarbeit von Schule und Nichtregierungsorganisationen" in Witzenhausen angemeldet: Wissenschaftler und Bildungspraktiker, Schulpädagogen und Ökologen, Mitarbeiter aus entwicklungspolitischen Netzwerken, aus Botanischen Gärten und Museen, aus staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen treffen sich zum inhaltlichen Austausch.
Im Zentrum stehen gelungene Beispiele für interdisziplinäre Zusammenarbeit, Diskussionen darüber, wie dieses Globale Lernen in Schulprofile und Schulprojekte passt und welche Lerneffekte entwicklungsbezogene Bildungsarbeit haben kann. Ein Praxisbeispiel für gelungene Kooperationen und Umsetzung ist das Tropengewächshaus der Universität Kassel mit dem Bildungsangebot „WeltGarten Witzenhausen".

Veranstalter der Tagung sind das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung der Universität Kassel in Kooperation mit der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt), dem Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) und der Universität Osnabrück sowie dem Tropengewächshaus der Universität Kassel.


p
3.281 Zeichen



Info

Prof. Dr. Bernd Overwien
Universität Kassel
FB 05 - Gesellschaftswissenschaften
Didaktik der politischen Bildung
Tel  (0561) 804 3114/-3134
Fax (0561) 804 3464
E-mail bernd.overwien@uni-kassel.de


Dipl.-Ing. agr. Marina Hethke M.A.
Universität Kassel
FB 11 - Ökologische Agrarwissenschaften
Tropengewächshaus
Tel  (05542) 98 1231/-1232
Fax (05542) 98 1230
E-mail tropengewaechshaus@uni-kassel.de