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26.06.2012 14:27

Universitätsorchester mit Uraufführung zum 20. Geburtstag

Zu seinem 20-jährigen Bestehen schenkt das Sinfonieorchester der Universität Kassel seinem Publikum eine Uraufführung: Extra für den runden Geburtstag des Orchesters hat der 25-jährige Kasseler Student Thomas Höhl das Stück „eigendynamik“ komponiert.

Erstmals öffentlich zu hören ist das Werk am Donnerstag, 28. Juni um 20 Uhr in der Friedenskirche sowie am Samstag, 30. Juni um 19 Uhr in der Martinskirche. Außerdem steht die Sinfonie Nr. 5 in e-moll, op. 64, von Pjotr Iljitsch Tschaikowski auf dem Programm. Die musikalische Leitung hat der langjährige Dirigent des Universitätsorchesters, Malte Steinsiek. 

Bei „eigendynamik“, einer Auftragskomposition für das Jubiläumskonzert, handelt es sich um ein Werk für Sinfonieorchester und Streichquintett. Den Titel des Werks erklärt Thomas Höhl damit, dass er sich von Collagen, von dem Nebeneinander von Klängen führen ließ und ihnen Vorrang vor formalen Strukturen gab. Er betont, dass es sich um absolute Musik handelt: Der Komposition liegt kein Programm zugrunde, die Musik spricht für sich, die Zuhörer sollen sich einlassen, eigene Assoziationen entwickeln. Dabei zeichnet sich das Stück wegen der dominierenden ungeraden Taktzahlen und rhythmischen Überlagerungen durch belebte Klangflächen aus – es entsteht ein „Drive“, wie man ihn aus der Minimal Music kennt.

Nach dem ganz jungen Stück erklingt mit Tschaikowski (1840-1893) einer der bekanntesten klassischen Komponisten: Seine 5. Sinfonie komponierte er 1888 auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Sie zählt noch heute zu den beliebtesten seiner Sinfonien. Schon in den ersten Takten erklingt schwermütig das „Schicksalsmotiv“, das alle vier Sätze durchzieht. Der Wechsel zwischen lyrisch-romantischen, hoffnungsvollen, tänzerischen und stürmischen Passagen – immer wieder in das Schicksalsmotiv mündend - spiegelt in gewisser Weise die schmerzlichen Stimmungsgegensätze wider, unter denen der Komponist zeitlebens litt.

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es im Musikhaus Bauer & Hieber (Ständeplatz 13), Vorbestellungen sind auch telefonisch möglich unter 0561/76 69 536 (Anrufbeantworter).

Zum Hintergrund:

Das Orchester der Universität Kassel setzt sich aus rund 60 Studierenden verschiedener Fachbereiche der Uni sowie ehemaligen Studenten und Gästen zusammen.  In wöchentlichen Proben und zwei zusätzlichen Probenwochenenden pro Semester erarbeiten die Musiker anspruchsvolle Programme, die sie am Semesterende darbieten.

Malte Steinsiek (Jahrgang 1966) leitet das Kasseler Universitätsorchester seit 1997 und hat es seitdem in über 60 Konzerten dirigiert. Seinen ersten Dirigierunterricht erhielt er 1981, es folgte ein Studium an der Folkwang-Hochschule in Essen. Von 1993 bis 1997 besuchte er Kurse und Unterricht bei Sergiu Celibidache und dessen Assistent Konrad von Abel (München/Paris). Er dirigierte mehrere Bläserensembles und war als Dozent und Dirigent verschiedener Jugend- und  Studentenorchester tätig. Seit 1990 ist Malte Steinsiek künstlerischer Leiter der Westfälischen Kammerphilharmonie Gütersloh.

Thomas Höhl studiert die Fächer Musik und Französisch an der Universität Kassel. Neben dem Studium arbeitet der 25-Jährige freiberuflich als Komponist für das Hamburger "Periscope Studio", das für die Vertonung von bekannten deutschen Videospielproduktionen (z. B. Harveys Neue Augen) bekannt ist. Außerdem tritt er als Pianist mit eigenen Arrangements bekannter Pop-Titel regelmäßig mit der Kasseler Sängerin Katja Friedenberg auf. Seit 2009 vertont Thomas Höhl Filme für Studenten der Trickfilmklasse der Kunsthochschule Kassel. Für diese Arbeit hat er 2011 den Kunstpreis Kassel der Wolfgang-Zippel-Stiftung erhalten.

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Info
Katja Rudolph
Sinfonieorchester der Universität Kassel
Tel.: 0561/76 69 536
E-Mail: katjarudolph@gmx.net