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10.08.2012 10:34

Wasserrucksack PAUL beim IdeenPark in Essen

Die am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Uni Kassel durch Prof. Frechen entwickelte tragbare Wasseraufbereitungsanlage PAUL ist eines der Exponate beim diesjährigen IdeenPark in Essen.

Zu der Ausstellung wissenschaftlicher und technischer Innovationen werden bis 23. August rund 400.000 Besucher erwartet. Bei Naturkatastrophen ist neben der medizinischen Erstversorgung trinkbares Wasser das größte Problem. In Städten helfen dann mobile Wasserwerke, die Wasser für zehntausende Menschen aufbereiten. Aber im Hinterland, in kleinen Dörfern, gibt es diese nicht. Hier ist zusätzliche Hilfe nötig. Der Wasserrucksack PAUL ("Portable Aqua Unit for Lifesaving") ist 23 kg schwer und bereitet 1.200 Liter Wasser pro Tag auf – ohne Energie, Chemikalien, Wartung oder Bedienpersonal. 400 Menschen können sich selbst helfen, vier einfache Piktogramme ermöglichen dies selbst Analphabeten.

Kern von PAUL ist ein Membranfilter, der über Öffnungen im Nano-Maßstab verfügt, die Wassermoleküle durchlassen, Krankheitserreger wie Bakterien aber wirksam aus dem Wasser herausfiltern. Im Jahr 2006 wurde mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein Prototyp vorgestellt, bis 2013 soll die Entwicklung zur Serienreife abgeschlossen sein. Im Einsatz war PAUL bereits – erstmals nach dem Erdbeben in Chile Anfang 2010. Mittlerweile sind weltweit rund 700 Wasserrucksäcke im Einsatz, um die Lage der betroffenen Bevölkerung zum Beispiel in Pakistan, Haiti oder Vietnam zu verbessern.

Der IdeenPark, das Gipfeltreffen für Technik und Bildung, findet im Herzen des Ruhrgebiets statt: Vom 11. bis 23. August geht es auf 60.000 Quadratmetern in der Messe Essen und im Grugapark um Faszination Technik pur – für die ganze Familie und bei freiem Eintritt an allen Tagen. Etwa 400.000 Besucher erwartet der ThyssenKrupp Konzern, der den IdeenPark mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und mehr als 120 Partnern aus Forschung und Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft veranstaltet.

Am 11. August wird der Ideenpark mit einem Rundgang von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, eröffnet www.ideenpark.de

Fotos stehen für Sie zum Download bereit. Die Bilder zeigen Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep (links) und Prof. Dr. Franz-Bernd Frechen mit PAUL unterhalb des Kasseler Wahrzeichens, dem Herkules. Die insgesamt 800 PET-Flaschen symbolisieren die Wassermenge, die PAUL an einem Tag filtern kann. Fotograf Harry Soremski. Alle Rechte Universität Kassel.

 

Info
Prof. Dr. Franz-Bernd Frechen
Universität Kassel
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft
Tel.: 0561/804-2795
E-Mail: frechen@uni-kassel.de

 

Dr. Wernfried Schier
Universität Kassel
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft
Tel.: 0561/804-3817
E-Mail: wernfried.schier@uni-kassel.de