Meldung

10.11.2017 11:57

„Alexa, was machst du eigentlich mit meinen Daten?“

Die Fachgebiete Öffentliches Recht und Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel beschäftigen sich am Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) mit Gestaltungsvorschlägen für smarte persönliche Assistenten wie Amazon Alexa, Google Now oder Apple Siri. Ziel ist es herauszufinden, wie smarte Assistenten als Klasse kontextsensitiver Systeme ohne Einschränkungen von Funktionalität und Qualität rechtskonform gestaltet werden können.

Prof. Dr. Alexander Roßnagel. Foto: Sonja Rode/Lichtfang Fotografie.

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister. Foto: Foto Bethke.

Die Projektgruppe um Prof. Dr. Alexander Roßnagel und PD Dr. Silke Jandt vom Fachgebiet Öffentliches Recht und Prof. Dr. Jan Marco Leimeister vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik geht dieser und weiteren Fragen im Rahmen des durch die DFG geförderten Vorhabens „Anforderungs- und Entwurfsmuster zur rechtsverträglichen und qualitätszentrierten Gestaltung kontextsensitiver Applikationen“ (AnEKA) nach.

Smarte persönliche Assistenten werden immer beliebter. „Dies ist nicht verwunderlich, wenn man den Zugewinn an Komfort, beispielsweise durch Steuerung intelligenter Haushaltsutensilien, automatisierte Einkäufe oder ganze Vertragsabschlüsse per Sprachbefehl, betrachtet“, stellt Jandt fest. „Demgegenüber stehen jedoch nach wie vor ungeklärte Fragen des Datenschutzes und der Privatheit, welche oftmals bei der Entwicklung dieser Systeme wenig Berücksichtigung finden“, mahnt Roßnagel. Insbesondere die Frage nach dem Schutz personenbezogener Daten, die durch diese Geräte aufgenommen und verarbeitet werden, ist für ihre Akzeptanz und gesellschaftliche Akzeptabilität jedoch unverzichtbar.

Die Projektgruppe um Roßnagel, Leimeister und Jandt untersucht daher, wie smarte Assistenten als Klasse kontextsensitiver Systeme ohne Einschränkung des technischen Potenzials rechtskonform gestaltet und somit gerne und ohne negative Konsequenzen genutzt werden können. „Das Wissen um die ‚richtige Balance‘ von Funktionalität, Qualität und dem Schutz der Privatsphäre soll Systementwicklerinnen und Systementwicklern in Form von Mustern - Lösungsschablonen für häufig wiederkehrende Probleme - zur Verfügung gestellt werden“, so Leimeister. Dadurch sollen künftig smarte Assistenten und andere kontextsensitive Systeme auf Basis wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse so entwickelt werden können, dass sie für die Gesellschaft innovative und gleichzeitig vertrauenswürdige Lösungen darstellen.

Kontakt:

Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Universität Kassel
Fachgebiet Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Recht der Technik und des Umweltschutzes
Tel.: +49 561 804-3130
E-Mail: a.rossnagel@uni-kassel.de

und

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister
Universität Kassel
Fachgebiet Wirtschaftsinformatik
Tel.: +49 561 804-6064
E-Mail: leimeister@uni-kassel.de