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13.03.2017 11:23

Mahnmal „Die Rampe“ versetzt

Der Waggon des Mahnmals „Die Rampe“ ist heute (13. März) an der Universität Kassel an seinen endgültigen Ort versetzt worden. In den kommenden Tagen werden die dazu gehörenden Figuren montiert. Das Werk der renommierten Künstlerin E.R. Nele, das an Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert, steht dann im neuen Herzen des Campus Holländischer Platz vor dem Lernzentrum LEO.

Am 13. März wurde der Waggon des Mahnmals „Die Rampe“ an der Universität Kassel an seinen endgültigen Standort versetzt.

Detail. Fotos: Uni Kassel.

Das Werk besteht aus mehreren gesichtslosen Bronze-Figuren, die aus einem Waggon der Reichsbahn taumeln. Es erinnert an den Transport von Menschen in die Vernichtungslager und die Deportation von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, wie sie während des Zweiten Weltkriegs auch die Firma Henschel einsetzte. Der Campus Holländischer Platz befindet sich zum großen Teil auf einem ehemaligen Henschel-Werksgelände. 2011 war die „Rampe“ wegen der Erweiterung der Universität vorübergehend um rund 50 Meter versetzt worden. Inzwischen sind die Bauarbeiten auf diesem Teil des Campus weitgehend abgeschlossen, so dass das Mahnmal jetzt an den geplanten Standort vor dem neuen Lernzentrum LEO an der Moritzstraße versetzt werden kann.  

„Ich freue mich, dass das Kunstwerk nun seinen dauerhaften, sehr zentralen Platz gefunden hat“, sagte der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Reiner Finkeldey. „Es erinnert eindrücklich an die Verantwortung, die wir alle – auch ganz besonders unsere Universität – für die Gesellschaft tragen. Das ist ein wichtiges Zeichen in Zeiten, in denen von manchen öffentlich die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten in Frage gestellt wird. Das Kunstwerk von E.R. Nele nimmt seinen neuen Standort rechtzeitig vor Beginn der documenta ein, bei der wir uns Besuchern aus aller Welt als weltoffene und geschichtsbewusste Universität zeigen wollen.“

E.R. Nele, eine Tochter des documenta-Begründers Arnold Bode, hatte das Kunstwerk für die Ausstellung „Stoffwechsel K18“ geschaffen, die 1982 auf dem Henschel-Gelände stattfand und eine kritische Ergänzung zur damaligen documenta 7 darstellte. 1985 war es auf Initiative einiger Mitglieder der damaligen Gesamthochschule Kassel auf dem Campus aufgestellt worden.

Ein Foto von der Versetzung der Rampe erhalten Redaktionen auf Anfrage bei der Pressestelle der Uni Kassel unter presse@uni-kassel.de

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Sebastian Mense
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