Meldung

04.10.2017 11:38

Prüflabor für Eigenspannungs-Analysen an der Uni Kassel

Unternehmen aus der Industrie können ab sofort hochbeanspruchte Komponenten in einem akkreditierten Labor an der Uni Kassel auf ihre Eigenspannung prüfen lassen. Das trägt zur Entwicklung sicherer Bauteile etwa in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie bei.

Laborleiter Dr. Wolfgang Zinn spannt eine Probe in ein Röntgendiffraktometer, um die Eigenspannungen im Metall zu messen. Foto: Uni Kassel

Schon seit etlichen Jahren führt das Institut für Werkstofftechnik/Metallische Werkstoffe im Rahmen des Zentrums für Randschichtanalyse und -technik (ZerTech) Analysen für Projekt-partner aus der weltweiten Industrie durch. Das umfasst die Analyse aller metallischen und vieler anderer kristalliner Werkstoffe mit verschiedenen Methoden. Deutschlandweit ist das Prüflabor damit das drittgrößte seiner Art. Seit Juli 2017 ist das ZerTech nun von der Deut-schen Akkreditierungsstelle GmbH als Prüflabor für Eigenspannungs-Analysen akkreditiert.  Das ist für viele Industrieunternehmen eine Voraussetzung für gemeinsame Projekte in For-schung und Entwicklung.

Eigenspannungen sind innere Spannungen in Werkstoffen. Sie treten als Folge der Herstel-lung auf, ohne dass äußere Beanspruchungen wirken, etwa wenn sich die Oberfläche eines Werkstücks schneller abkühlt als der Kern. Für das Auge sind sie unsichtbar, sie können aber die Beständigkeit eines Bauteils beeinflussen. Eigenspannungs-Analysen sind daher ein wich-tiger Schritt in der Entwicklung sicherer Bauteile und tragen dazu bei, Unfälle zu verhindern.

„Beim Thema Eigenspannungen gilt wie in vielen Bereichen des Lebens: kleine Ursache, gro-ße Wirkung“, beschreibt es Dr. Wolfgang Zinn, Leiter des ZerTech. Bereits kleine Fehler oder Anpassungen im Herstellungsprozess von Bauteilen können zu maßgeblichen Änderungen im Eigenspannungszustand führen und so letztlich verheerende Auswirkungen auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Maschinen haben, etwa wenn ein Zahnrad plötzlich versagt.

In den Laboren des Instituts für Werkstofftechnik wird zu Ursachen und Wirkungen von Ei-genspannungen geforscht. Um sie – als Voraussetzung – sicher messen zu können, wurden in den vergangenen Jahren zusammen mit Forschungspartnern neue Methoden und Auswer-teroutinen zur Eigenspannungs-Analyse entwickelt, die beispielsweise Röntgenstrahlung nut-zen. Auch aus Prüfaufträgen aus der Industrie werden immer wieder neue wissenschaftliche Fragestellungen abgeleitet.


Ein Bild von Herrn Dr. Wolfgang Zinn erhalten Redaktionen auf Anfrage bei der Pressestelle der Uni Kassel: presse@uni-kassel.de


Kontakt:

Dr. Wolfgang Zinn
Universität Kassel
Zentrum für Randschichtanalytik und -technologie (ZerTech)
Tel.: 0561 804 2419
E-Mail: zinn@uni-kassel.de

oder

Dr. Klaus Timmermann
Universität Kassel
Zentrum für Randschichtanalytik und -technologie (ZerTech)
Tel.: 0561 804 3659
E-Mail: timmermann@uni-kassel.de