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06.02.2018 08:31

Rundgang ASL: Studierende präsentieren „Biographie“ des Campus am Holländischen Platz

Baugeschichte lagert sich in Schichten ab – wer auf einem Grundstück gräbt, findet den Schutt der vergangenen Jahrzehnte. Genauso gibt es eine erinnerte Geschichte, in der sich Zeitspannen in den Köpfen derjenigen abbilden, die ein Gelände wahrgenommen und erlebt haben. 20 Studierende der Landschaftsplanung, Stadtplanung und Architektur haben sich im Wintersemester mit der (Vor-) Geschichte des Campus Holländischer Platz auseinandergesetzt – in Form einer „Landschafts-Biographie“, bei der Zeitzeugen-Berichte über persönliche Erfahrungen und soziale Begebenheiten die vorhandene, faktenbasierte Baugeschichte des Geländes seit dem Krieg ergänzen.

Die Studierenden führten dafür mit ehemaligen Sekretärinnen ebenso Interviews wie mit Alumni, Anwohnern, Mitarbeiterinnen oder emeritierten Professoren und gingen mit ihnen über das Gelände zwischen Holländischem Platz und Nordstadtpark, das sein Gesicht in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so stark verändert hat. Es entstanden etwa Karten über Wegebeziehungen oder eine Dokumentation von Lieblingsplätzen auf dem Campus. „Landschaftswandel-Kartierung“ nennt sich die Methode, die die Studierenden am Beispiel des Campus-Geländes lernen.

Auffällig sei beispielsweise, wie stark sich Fußwege von Uni-Mitgliedern von der Gottschalkstraße auf den Campus verlagert hätten, berichtet Louise Leconte, Mitarbeiterin im Fachgebiet Landschaftsplanung/Landnutzung und Leiterin des Projekts. Der Grund liegt nahe: Die neue Diagonale vom Campus Center bis zum ASL-Gebäude, einschließlich einer breiten Treppe mit Aussicht, lenkt die Wege um. Ein anderer Befund: Es braucht ein bisschen Zeit, bis Orte ins Herz geschlossen werden. Der postmoderne, „alte“ Kern des Campus wurde erst als „Schwäbisches Dorf“ geschmäht, jetzt führt er die Liste der Lieblingsorte an. Die neue nördliche Erweiterung des Campus taucht auf dieser Liste erst zögerlich auf – mit dem Vorplatz des LEO, dessen Gestaltung kürzlich abgeschlossen wurde. Es sind die jungen Studierenden, die ihn als erstes für sich entdecken.

Die Ergebnisse des Projekts, in Form von Film, Modell, und Installation ergänzt um zahlreiche historische Fotos, machen den Wandel des Quartiers sichtbar, das erst Industriegelände, dann Hochschul-Standort war. Diese werden im Rahmen des ASL-Rundgangs vom 6. bis zum 8. Februar im Erdgeschoss des Campuscenters  ausgestellt und am 8. Februar während der Mittagszeit von den Studierenden präsentiert.