Meldung

06.12.2017 10:30

Tierfreundliche und ressourceneffiziente Schweinemast

Schweine tierfreundlicher und ressourceneffizienter aufzuziehen – das ist das Ziel eines Projektes, welches eine Agrarwissenschaftlerin der Universität Kassel koordiniert. Neben einer besseren Ressourceneffizienz soll auch das Tierwohl und die Fleischqualität durch Entwicklung neuer Haltungskonzepte gesteigert werden. Grundlage ist ein Gesamtsystemansatz.

In dem internationalen Projekt mit dem Titel „PigSys“ erarbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Systemansätze zur gleichzeitigen Steigerung des Tierwohls und der Ressourceneffizienz in der Schweinemast. „Unter anderem sollen neuartige Mess- und Regelungssysteme zur Klimasteuerung im Stall entwickelt werden, welche das Wohlbefinden der Schweine einbeziehen“, sagt Projekt-Koordinatorin Dr. Barbara Sturm vom Fachgebiet Agrartechnik der Uni Kassel. Durch artgerechtere Haltung der Tiere lässt sich die Effizienz der Futterverwertung deutlich steigern und somit der spezifische Futterbedarf, bei gleichzeitiger Erhöhung des Tierwohls, senken.

„PigSys“ wurde im September 2017 gestartet und hat eine Projektlaufzeit von drei Jahren. Das Projekt wird von der EU (Era-Net SusAn) mit 1,3 Mio. Euro unterstützt, wovon 245.000 Euro auf die Universität Kassel entfallen. Das Projekt wird von der Universität Kassel koordiniert.

Am Ende will die Projektgruppe ein Systemmodell für Energie- und Massenströme und Konzepte zur Reduktion der spezifischen Emissionen liefern. Teil der Ergebnisse sollen auch Lebenszyklusanlaysen (LCA) und Lebenszykluskostenanalysen (LCCA) der Produktion vor und nach der Umstellung sein. Außerdem will die Projektgruppe Mess- und Regelungssysteme zur verbesserten Steuerung des Stallklimas entwickeln, welche direkt das Tierwohl steigern. Dadurch soll sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft als auch die öffentliche Wahrnehmung des Sektors gesteigert werden.

PigSys umfasst sieben weitere Partner, davon drei Universitäten (Litauische Universität für Agrarwissenschaften, Schwedische Universität für Agrarwissenschaften, Universität Newcastle upon Tyne, Großbritannien) und vier Forschungszentren (IFIP – Institut du Proc und INRA – Nationales Forschungsinstitut für Landwirtschaft in Frankreich, SEGES in Dänemark und die Thüringische Landesanstalt für Landwirtschaft).

Kontakt:
Dr. Barbara Sturm
Universität Kassel
Leitung Verfahrens- und Systemtechnik in der Landwirtschaft
Tel.: +49 5542 98-1603
E-Mail: barbara.sturm@uni-kassel.de
www.pigsys.eu