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09.10.2017 11:09

Uni baut Haus für Studierende: Mehr Platz für AStA und andere Gruppen

Für knapp fünf Millionen Euro baut die Universität Kassel einen denkmalgeschützten ehemaligen Industriebau zu einem Studierendenhaus um. Der Platz für den AStA sowie andere Einrichtungen und Gruppierungen der Studierenden verdoppelt sich dadurch. Die vorbereitenden Maßnahmen beginnen in diesen Tagen.

Der künftige Eingangsbereich.

Blick in den Veranstaltungsbereich. Grafiken: Nocke/Pfeiffer.

Der aktuelle Zustand. Foto: Uni Kassel.

In der deutschen Hochschullandschaft ist das Studierendenhaus ein besonderes Projekt mit Modellcharakter. Die Entwürfe für Umbau und Sanierung gehen auf Studierende zurück, auch an der Umsetzung sind die Studierenden als künftige Nutzer eng beteiligt. In den denkmalgeschützten Gebäudekomplex sollen Anfang 2019 die Allgemeine Studierendenvertretung (AStA), die autonomen Referate und studentische Gruppierungen einziehen. Daneben entstehen ein Repair Café sowie im Untergeschoss ein Zentrum für Kulturveranstaltungen. Mit knapp 1400 Quadratmetern Nutzfläche steht den Studierenden künftig rund doppelt so viel Raum zur Verfügung wie bislang. Die Kosten von rund 4,95 Mio. Euro werden aus dem Hochschulpakt 2020 von Bund und Ländern finanziert.

Boris Rhein, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, sagte dazu: „Ich freue mich, dass mit dem Studierendenhaus ein weiteres wichtiges Projekt an der Universität Kassel zur Verbesserung der Studienbedingungen und sozialen Infrastruktur für die Studierenden auf den Weg gebracht werden kann.“

Der Präsident der Universität Kassel Prof. Dr. Reiner Finkeldey ergänzte: „Dieses Projekt sucht in Deutschland seinesgleichen. Es belegt, wie wichtig es der Universität ist, ihren Studierenden Freiräume einzuräumen. Mit fast fünf Millionen Euro stellen wir dafür erhebliche Mittel bereit.“  

Der Komplex aus dem Jahr 1910 (die sogenannten „Kopfbauten“) ist eine Hinterlassenschaft der ehemaligen Textilfirma Gottschalk, die die Gebäude zum Trocknen und Färben großer Stoffe nutzte. Sie liegen am östlichen Rand des Campus Nord und bestehen aus einem viergeschossigen Bau mit Öffnungen zu allen Seiten und einem weiteren Gebäude mit drei Ebenen und einem eher geschlossenen Charakter. Zwischen diesen beiden Baukörpern wird ein verglaster Eingangsbereich gebaut. Die Fassaden werden weitgehend im derzeitigen Zustand belassen, um die Geschichte und Nutzungsspuren des Gebäudes weiter ablesbar zu machen. Auch in den Innenräumen wird viel von der Industriearchitektur sichtbar bleiben.

Der selbstverwaltete Raum für die Studierenden wird beträchtlich wachsen. Derzeit ist der AStA auf sechs Gebäude am Campus verteilt. Darüber hinaus nutzt der AStA das „Kulturzentrum K 19“ als Veranstaltungshalle. Wegen des Ausbaus des Campus Nord und wegen Lärmschutzauflagen kann das K19 aber auf lange Sicht am jetzigen Standort unmittelbar neben einem Studentenwohnheim nicht mehr genutzt werden. Der neue Veranstaltungsort im Untergeschoss des Studierendenhauses bietet nicht nur besseren Lärmschutz, sondern auch mehr Barrierefreiheit, einen Backstagebereich und Lagerflächen.

Unter dem Motto „Studenten planen für Studenten“ hatten Architektur-Studierende 2015 in einem Wettbewerb Vorschläge für den Umbau gemacht. Zwei prämierte Entwürfe bilden die Grundlage der jetzigen Umsetzung. Zusammen mit dem beauftragten Architekturbüro entwickelten die Preisträger sie weiter und passten sie den tatsächlichen Bedürfnissen an. Auch weitere angehende Architekten/-innen, Bauingenieure/-innen und Landschaftsplaner/-innen bringen sich in die Planungen ein. In die konkrete Umsetzung sind zwei Vertreter/-innen des AStA und der Landeskonservator fortlaufend eingebunden. Zur Umsetzung wurde zudem eine „Planungs-ARGE Kopfbauten Uni-Kassel“ bestehend aus dem Architekturbüro Kreter-Peters-Lubenow, den Büros RBS-Ingenieure und PPC Projekt-Planung & Consulting GmbH sowie weiteren Fachplanern beauftragt.

Die Fertigstellung des Studierendenhauses ist für Ende 2018 geplant, der Umzug des AStA für Anfang 2019.

 

Redaktionen erhalten Bilder auf Anfrage bei der Pressestelle der Uni Kassel.

Kontakt:

Sebastian Mense
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