Veranstaltung

Titel: „Madensack“, „Fleischsbrod“ und Doktorbarett. Luther, der Leib und die Valenz des Materiellen
Startdatum: 06 April
Stoppdatum: 07 April
Startzeit: 13:00
Stoppzeit: 15:15Uhr
Veranstalter: Prof. Dr. Anne-Charlott Trepp, FB 05 - Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel, in Kooperation mit Prof. Dr. Siegrid Wes
Referent:
Prof. Dr. Anne-Charlott Trepp (Kassel), Prof. Dr. Siegrid Westphal (Osnabrück), Dr. Julia A. Schmidt-Funke (Jena), Benedikt Brunner (Bonn), Dr. Sascha Salatowsky (Gotha), Dr. Stefan Hanss (Cambridge, UK), Dr. Maria Lucia Weigel (Mainz), Dr. Fernanda Alfi 
Ort: Saal der Evangelischen Studierendengemeinde, Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Mönchebergstraße 29, 34125 Kassel
Beschreibung:

Mit Blick auf die Bedeutung des Leibes bei Luther und des Materiellen im Kontext der Reformation möchte die Tagung aktuelle kulturwissenschaftliche Ansätze für eine neuerliche Betrachtung des Reformators fruchtbar machen. Damit geht es weniger um bereits vielfach geleistete Bilanzierungen der Reformation und ihrer kulturellen Folgen angesichts des Reformationsjubiläums, sondern dezidiert um Martin Luther aus kulturwissenschaftlicher, insbesondere aus materialitätsgeschichtlicher Perspektive. Mit der Gewichtung des Materiellen als gleichrangige Komponente des Sozialen werden die geläufigen Dualismen zwischen Subjekt und Objekt, Person und Ding, agency und patiency, Materialität und Immaterialität und die damit vielfach verbundenen gängigen modernen Konzepte in ihrer Wirkmächtigkeit in Frage gestellt. Dies gilt insbesondere für ihre Übertragbarkeit auf die eminent religiös geprägten Gesellschaften der Vormoderne, in der (auch) andere Kategorien und wiederum andere (tendenzielle) Binaritäten relevant waren und diskursiv vermessen wurden, wie Leib und Seele, Äußerlichkeit und Innerlichkeit, Transzendenz und Immanenz. In den religiösen Kontexten der Vormoderne birgt die Frage nach der Bedeutung leiblich-materieller Dimensionen nicht nur in theologischer, sondern auch in alltagsweltlicher Sicht einen besonderen Erkenntniswert, weil – so die Grundthese dieser Tagung – theologische Konzepte und leiblich-dingliche Wahrnehmungen und Praktiken vielschichtig miteinander verquickt waren.

Dateien:

Luther_Faltblatt.pdf

5.0 M
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