16.11.2015 15:42

Kürzlich wieder komplettierte Madrigale von Valentin Haußmann werden aufgeführt

Jahrhundertelang nicht aufgeführte Madrigalmusik von Valentin Haußmann präsentiert der Verein cavata cassel e.V. gemeinsam mit dem Kammerchor der Kreuzkirche am 24. November. Anlass ist eine bedeutende Neuerwerbung der Uni-Bibliothek.

Eine Seite des erworbenen Notenbuchs. Der Band wurde vollständig digitalisiert.

Titel der Veranstaltung ist „Cupido kann’s nicht lassen“. Anlass für das Präsentationskonzert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Kassel ist der Ankauf eines Stimmbuchs aus dem 17. Jahrhundert für die Handschriftenabteilung der Bibliothek. Eine fünfbändige Notenausgabe des um 1560 in der Nähe von Eisleben geborenen Haußmann, die zur Sammlung der Renaissance-Musikalien in der UB Kassel gehört, war mindestens seit dem 19. Jahrhundert unvollständig, das fünfte Stimmbuch galt als verschollen. Durch glückliche Umstände konnte eben dieses kürzlich antiquarisch wieder erworben werden. Die Universitätsbibliothek gehört damit zu den weltweit nur vier Bibliotheken, die über eine vollständige Ausgabe der „Weltlichen Teutschen Lieder“ aus dem Jahr 1603 verfügen. Die Übertragung in modernes und für die heutige Aufführungspraxis geeignetes Notenmaterial war nun wieder möglich.

Der erste Teil des Konzerts von cavata cassel e.V. präsentiert ausgewählte Stücke von Valentin Haußmann. Im zweiten Teil erklingen Madrigale aus der Zeit um 1600 von Giovanni Gabrieli, Giovanni Gastoldi, Thomas Morley und anderen. Das Konzert findet am Dienstag, 24. November 2015, um 19 Uhr in der Elisabethkirche in Kassel, Friedrichsplatz, statt. Der Eintritt kostet 10 Euro im Vorverkauf (Murhardsche Bibliothek, Brüder-Grimm-Platz 4a und Bibliothek am Holländischen Platz, Diagonale 10) und 15 Euro an der Abendkasse.

Nur Weniges ist von Valentin Haußmann bekannt. Als Hauslehrer und Praeceptor war er tätig, viel auf Reisen und in Kirchen- und Ratsarchiven ständig auf der Suche nach vorwiegend weltlicher Musik. Untextierte Sätze wurden von ihm textiert, fremdsprachige übersetzt und teilweise bearbeitet. Auch eigene Kompositionen mischte er darunter. Zu den von ihm bearbeiteten Werken gehören unter anderem Stücke von Thomas Morley, Giovanni Gastoldi oder auch Oracio Vecchi. Haußmann gilt als einer der ersten Komponisten weltlicher Musik.

Der Verein cavata cassel e.V., der sich insbesondere der Bearbeitung und Wiederaufführung von historischen Musikhandschriften und -drucken vom Kasseler Hof bzw. aus dem Bestand der Kasseler Landesbibliothek widmet, hat die Liedersammlung von Valentin Haußmann für sich wiederentdeckt und in sein Repertoire aufgenommen. Dass die musikalische Überarbeitung durch Jochen Faulhammer von cavata cassel sogleich nach dem Ankauf erfolgte und eine Wiederaufführung der Stücke innerhalb kürzester Zeit wieder möglich wurde, macht das Konzert zu einem besonderen Ereignis.

 
Kontakt:

Dr. Axel Halle
Universitätsbibliothek Kassel
- Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Diagonale 10, 34127 Kassel
Tel.: 0561/804-2117 oder -3726
E-Mail: halle@bibliothek.uni-kassel.de

Dr. Brigitte Pfeil
Universitätsbibliothek Kassel
- Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Brüder-Grimm-Platz 4a, 34117 Kassel
Tel.: 0561/804-7344 oder -7315

Jochen Faulhammer
cavata cassel e.V.
E-Mail: jochenfaulhammer@googlemail.com