12.08.2016 14:26

Workshop: Technikgestaltung demokratisieren - Partizipatives Privacy by Design

Das Wissenschaftliche Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) der Universität Kassel veranstaltet gemeinsam mit dem Forschungsprojekt „Forum Privatheit“ (BMBF) und dem DFG-Graduiertenkolleg „Privacy & Trust for Mobile Users" am 6. Und 7. Oktober 2016 den Workshop „Partizipatives Privacy by Design“ in Kassel.

Foto: Fabian Rüffert

Der Workshop widmet sich der Frage, wie Prozesse der Informationstechnik-Gestaltung organisiert werden könnten, die die Strategie des Privacy by Design als gestalterische Devise ernst nehmen, gleichzeitig aber mit Fragen nach der demokratischen Partizipation auf institutioneller, rechtlicher und technischer Ebene verknüpfen. Wie könnte in diesem Sinne das Paradigma des Privacy by Design mit dem Paradigma des Partizipativen Design systematisch verbunden werden?

Die Veranstaltung bringt Expertinnen und Experten aus den Disziplinen Anthropologie, Informatik, Philosophie, Rechtswissenschaften und Soziologie sowie aus der Informatik und der Software-Industrie zusammen, um gemeinsam Möglichkeiten und Formen der demokratischen Beteiligung an der privatheitsfreundlichen Gestaltung soziotechnischer Systeme auszuloten.

IT-Systeme spielen für die Kommunikation in Beruf und Privatleben eine immer größere Rolle. Längst sind sie zur weitverbreiteten Kommunikationsinfrastruktur geworden, so dass ein immenser gesellschaftlicher Druck zu ihrer Nutzung besteht. Hierbei werden große Mengen an Daten über die Nutzer erhoben und verarbeitet. Eine freiheitliche Kommunikationsordnung kann aber nur dann bestehen, wenn die Menschen ihre Rechte in der Kommunikation, insbesondere ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung, ausüben und darauf vertrauen können, dass diese Rechte auch gewahrt werden. Die digitale Umgebung ist aber weitgehend geprägt durch die Dienste und technischen Standards global agierender marktbeherrschender Anbieter.

Diese Standards legen auf technischer Ebene die Möglichkeiten fest, die den Nutzern zur Ausübung und zum Schutz ihrer informationellen Selbstbestimmung überhaupt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig erschüttern Datenskandale und Geheimdienstaffären regelmäßig das Vertrauen in einen rechtmäßigen Umgang mit personenbezogenen Daten in IT-Systemen. Je zentraler die Rolle von IT-Systemen für das Leben der Menschen wird, desto stärker stellt sich somit die Frage nach einer demokratischen Kontrolle und Mitgestaltung dieser Systeme im Hinblick auf den Schutz der Privatheit.

Programm und weitere Infos unter:
http://www.uni-kassel.de/go/iteg-privacy-2016