27.06.2012 12:27

Studierende wollen nach Rio+20 internationales Netzwerk aufbauen

Studierende der Universität Kassel und anderer Hochschulen wollen sich mit dem enttäuschenden Ergebnis von Rio+20 nicht zufrieden geben. Zwei junge Teilnehmer der UN-Konferenz haben ein internationales Netzwerk zu Ernährung, Landwirtschaft und Gesellschaft gegründet.

Zusammen mit Prof. Dr. Angelika Ploeger, Leiterin des Fachgebiets Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur, erarbeiteten Sisira Withanachchi und Sören Köpke ein Konzept für das Online-Journal „Future of food - Journal on Agriculture, Food and Society“, welches sich an den Bedürfnissen von Masterabsolventen,  Doktoranden und post doc-Wissenschaftlern orientiert und ihnen Netzwerkbildung, erste Publikationen mit einem Referee-System sowie Informationen zu Tagungen oder Büchern bieten soll. Die erste Ausgabe wird im Oktober mit einem Schwerpunkt zu „Green Economy“ erscheinen. Hierzu wurden auch ein Blog und eine Facebook-Seite eingerichtet.

Mit finanzieller Unterstützung des Fachgebiets hatten beide Studierende zuvor an der Rio+20 Konferenz teilgenommen, um Eindrücke vor Ort zu sammeln, sich an Aktionen zu beteiligen und Interviews und Beiträge für das Journal einzuwerben. Der aus Sri Lanka stammende Sisira Withanachchi studiert am International Center of Development and Decent Work  (ICDD) der Uni Kassel. Sören Köpke ist Student der Universität Hannover.

Bei der Konferenz Rio+20 trafen sich vom 20. bis 22. Juni Regierungschefs von einhundertachtzig Staaten, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und junge Wissenschaftler, um sich mit den Zukunftsperspektiven der Menschheit auseinanderzusetzen. Drängende Fragen, etwa auf welche Weise die im Jahr 2050 neun Milliarden auf der Erde lebenden Menschen zu ernähren sind, wurden dort diskutiert. Aber auch mittelfristige Maßnahmen zur Reduzierung des Hungers - 1,4 Milliarden Menschen müssen mit nur 1,25 US-Dollar oder weniger pro Tag überleben - oder auch Themen wie die Überfischung der Meere, der Raubbau an den Wäldern, Wasserknappheit und die voranschreitende Erwärmung des Klimas standen auf der Tagesordnung. Themen, die nur eine Staatengemeinschaft lösen kann - mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen.

„The Future of Food“ war auch das Thema der Internationalen Sommeruniversität 2011 des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen. Hier war im vergangenen Jahr die Idee zur Fortführung des regen Austauschs und zum Aufbau eines dauerhaften Netzwerks entstanden. 30 internationale Studierende hatten im August vergangenen Jahres an der Sommeruniversität teilgenommen, die von Studierenden des internationalen Studiengangs „International Food Business and Consumer Studies“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ploeger organisiert worden war - mit wissenschaftlicher Unterstützung der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW).

Seit ihrer Gründung 1959 durch Carl Friedrich von Weizsäcker und weitere prominente Atomwissenschaftler, die sich zuvor als "Göttinger 18" öffentlich gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr ausgesprochen hatten, fühlt sich die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler der Tradi­tion verantwortlicher Wissenschaft verpflichtet. Daher griff der VDW  auch im Vorfeld von Rio+20 das Thema der Zukunft der Ernährung auf.

Angelika Ploeger

Kontakt: a.ploeger@uni-kassel.de

Nähere Informationen und Kommentare unter:

http://www.facebook.com/futureoffoodjournal

http://futureoffoodwewant.tumblr.com/